Verein Historicum baut Internetseite auf und will Bildarchiv über die ehemalige Residenzstadt erstellen

Spezialitäten aus Arolser Geschichte

Bad Arolsen - Lokalgeschichte, aufgelockert durch kulinarisch Spezialitäten aus Belgien: Das Museum Historicum macht auch das möglich. Im ersten Jahr seines Bestehens verzeichnete der Verein immerhin 1200 Besucher.

Bad Arolsen (-ah-). Der Verein will jedoch die Bekanntheit steigern, mit einer eigenen Webseite um noch mehr geschichtlich interessierte Besucher werben und hofft auf verstärkte ehrenamtliche Unterstützung, wie Vorstandsmitglied Dr. Bernd-Joachim Zimmer anlässlich der am 28. Januar bevorstehenden Jahreshauptversammlung im Gespräch mit der WLZ erklärt. Neben Bewohnern der Kernstadt von Bad Arolsen kamen auch viele Bürger aus umliegenden kleineren Orten und einige wenige Besucher aus dem Ruhrgebiet, Nordeutschland oder dem Kasseler Raum. Feuerwehren oder Hausfrauenverbände organisierten Besichtigungen des Museums, das bei freiem Eintritt zu festen Zeiten oder nach Vereinbarung geöffnet ist. Auf Interesse stößt das Historicum auch bei Patienten der Schön-Klinik in Bad Arolsen. Kaffeeservice und Uniform Das Museum hat überwiegend positive Resonanz hervorgerufen. Besucher bringen alte Fotos aus dem Nachlass ihres Großvaters, Bücher über das Dritte Reiche oder das preußische Regiment der 83er. Sogar ein Kaffeeservice aus jener Zeit sowie Uniformen der Belgier wurden gestiftet. Isabelle de Cocatrix übergab ein Portraitfoto ihres Vaters Albert de Cocatrix, langjähriger Direktor des Internationalen Suchdienstes in Arolsen. Eine Familie aus Norddeutschland fand bei der Auflösung eines Nachlasses Briefe des Vaters, der bei der SS-Führerschule in Arolsen stationiert und im Februar 1945 bei den letzten Kriegseinsätzen in der Nähe von Frankfurt an der Oder gefallen war. Seine Briefe liefern nach Einschätzung von Zimmer wichtige Informationen über das Ende der seit den 30er Jahren in Arolsen stationierten SS-Verbände. In Zusammenarbeit mit dem Museum, dem Museumsverein, dem Waldeckischen Geschichtsverein und dem Internationalen Suchdienst finden Vorträge zu verschiedenen historischen Themen statt, die mehr oder weniger direkt auf Arolsen bezogen sind. Ein Höhepunkt neben diesen Veranstaltungen war das Muschelessen der Belgier im Rahmen der Museumsnacht: Ehemalige Soldaten aus Arolsen und dem Nachbarland organisierten - in Erinnerung an die deutsch-belgischen Alleefeste - zugunsten des Historicums direkt neben dem nun als Museum genutzten ehemaligen Stabsgebäude diesen lukullischen Programmpunkt. Belgier größte Gruppe Da jedes Jahr Besucher aus Belgien in kleineren Gruppen oder in Bussen nach Arolsen fahren, um die ehemalige Kaserne zu besichtigen, will der Verein sich diesen Gästen stärker widmen. „Die Belgier freuen sich, dass ihre frühere Präsenz in Deutschland heute noch eine Rolle spielt“, berichtete Zimmer weiter. Bei der Jahreshauptversammlung wird der Vorstand ein interessantes Programm vorlegen, das aber noch im einzelnen abgestimmt werden muss. Für April ist die Fortsetzung des Vortrags von Dr. Siegfried Jopp über das Rote Kreuz im Waldecker Land vorgesehen. Weitere Veranstaltungen sind der Nachkriegszeit oder der Revolte in den 60er Jahren gewidmet. Die Gründung der Bundesrepublik, die Demokratisierung, das Leben von Juden nach dem Zweiten Weltkrieg im Waldecker Land oder die Geschichte der 83er bereichern ebenso das vielfältige Programm. Vorgesehen sind auch Exkursionen zum Thema Arolsen. Wünschenswert wäre aus Sicht von Dr. Zimmer eine bessere Koordination von ähnlichen Verstaltungen. Zwei Schüler der Christian-Rauch-Schule sind derzeit damit beschäftigt, eine Internetseite für das Historicum vorzubereiten. Gegenwärtig wird dieser Teil des Museums Bad Arolsen auf der Website der Stadt vorgestellt. Für die weitere Betreuung der Homepage werden ebenso ehrenamtliche Helfer gesucht wie solche, die sich mit der Aufarbeitung von Bildern befassen. Ziel ist der Aufbau eines Bildarchivs über Bad Arolsen, das geschichtlich Interessieren zur Verfügung steht. Unterstützung gefragt Der Verein bittet auch um ehrenamtliche Unterstützung bei den Aufsichten, der Organisation von Veranstaltungen oder der Pflege von Exponaten. Finanziell ist der Verein Historicum nicht auf Rosen gebettet. Das Historicum hat das in Privatbesitz übergegangene Gebäude gemietet und innen umgestaltet.Neben unentgeltlichen handwerklichen Eigenleistungen und freiwilligen Spenden von Besuchern, die sich 2012 auf immerhin rund 1000 Euro summierten, bilden große und kleine Gaben von Unternehmen und Vereinen wichtige Bestandteile in der Finanzierung des Museums. Zudem sind der Hessische Museumsverband und die Hessische Landeszentrale für Politische Bildung wichtige Partner des Vereins.

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