Texte aus dem Bauch

Sportjournalist Werner Hansch sprach bei Arolser Lions über sein „verrücktes Reporterleben“

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Sportreporterlegende Werner Hansch (Mitte) zu Gast bei Benefiz-Veranstaltung: Von links Stefanie und Tino Hentrich (Lions-Club-Sekretär), Bürgermeister Jürgen van der Horst, Werner Hansch, Lions-Präsident Markus Luckey, Yonne Luckey und Landtagsabgeordneter Armin Schwarz zu Beginn der Lions-Tafel mit Sportreporter-Legende Werner Hansch.

Bad Arolsen. Mit seiner sonoren Stimme und seinen kernigen Sprüchen ist Sportreporter Werner Hansch zu einer Ikone des Sportjournalismus geworden.

Bei einer Benefizveranstaltung des Lions-Clubs Bad Arolsen Christian Daniel Rauch plauderte der 79-Jährige aus seinem bewegten Leben und verriet dabei dem staunenden und schmunzelnden Publikum, wie er ohne einschlägige Erfahrung zum anerkannten Experten für Fußball und Reitsport avancierte. 

Lions-Präsident Markus Luckey, selber eingefleischter Fußball-Fan und langjähriger Spieler im TuS Bad Arolsen, gab sich als Bewunderer des legendären Rundfunkreporters zu erkennen und bekannte, dass er lange Zeit davon geträumt habe, dass auch eines seiner Spiele im Richard-Beckmann-Stadion einmal von Werner Hansch kommentiert worden wäre. 

Vor rund 150 zahlenden Gästen in der Fürstlichen Reitbahn des Welcome-Hotels erzählte der wortgewandte Reporter von seiner Jugend in Recklinghausen-Süd, wo ständig auf der Straße gebolzt worden sei. Zwei Tornisten markierten die Tore und die beiden besten Spieler aus dem Viertel wählten ihre Mannschaften.

 „Und ich blieb stets bis zum Schluss übrig“, bekannte Hansch und fügte hinzu: „Ich hätte damals selbst am wenigsten damit gerechnet, dass ich einmal so eine Karriere mit Fußball machen würde.“ Es sei eine Sensation gewesen, dass er als Sohn eines Bergmanns das Gymnasium besuchen dufte und das Abitur machte. Nach dem Studium habe er sich um ein Volontariat als politischer Redakteur bei allen großen Zeitungen in Deutschland beworben, sei aber nicht zum Zuge gekommen. 

So habe er gejobbt und sich unter anderem als Sprecher auf den vier westdeutschen Trabrennbahnen Geld dazu verdient. Das Schicksal habe seinen Lauf genommen, als am 24. Februar 1973 ein Feuer auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen ausbrach und der Station-Sprecher der benachbarten Glück-Auf-Kampfbahn als Feuerwehrmann zur Trabrennbahn geeilt sei. 

Der habe ihn, Hansch, als Ersatzmann zum Fußball geschickt, Damals sei er völlig unbeleckt vom Fußball gewesen und habe sogar die Spieler mit Startnummern wie beim Trabrennen angesagt, am Ende aber doch den Job auf Dauer bekommen.

 Ähnlich sei es dann gewesen, als er als 1978 Hörfunk-Reporter für den WDR und später fürs Fernsehen angeheuert wurde. „Ich wurde hingeingestoßen und kam vielleicht deshalb an, weil ich die eingefahrene Fußballsprache durchbrochen und eine eigene Farbe gefunden habe. Stimme und Sprache haben mein verrücktes Reporterleben geprägt.“

Der Erlös des Benefizabends ist unter anderem für die Bad Arolser Tafel bestimmt.

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