Kampfmittelexperten haben bis August zu tun

 Sprengstoffsuche vor dem Bau von Landauer Windkraftanlagen

Schwarz-Weiß-Bild aus den 80er Jahren: Kampfmittelsuche im Gasterfelder Holz im Bereich der ehemaligen Munitionshauptanstalt und der späteren Pommern-Kaserne Wolfhagen. Brisante Funde sind im weiten Umkreis bis in die Bühler Gemarkung möglich. Foto: Archiv/Armin Haß

Bad Arolsen-Bühle – Brisante Altlasten im Boden müssen ausgeschlossen werden, bevor mit den Bauarbeiten für die Windkraftanlagen bei Landau begonnen werden kann. Auf Empfehlung des Kampfmittelräumdienstes beim Regierungspräsidium Darmstadt hat die Firma  Verdachtsflächen untersuchen lassen.

 Grund ist die Sprengung der Munitionshauptanstalt (Muna) am 31. März 1945 auf dem Gelände der heutigen Pommern-Anlage bei Wolfhagen. Durch die bewusste Vernichtung der Rüstungsfabrik beim Heranrücken amerikanischer Truppen wurden Mengen von Granaten in die Luft gejagt, die mehr oder weniger unversehrt weit verstreut in der Umgebung landeten.

Immer wieder Funde

Noch Jahrzehnte nach dem Krieg wurden beim Ackern auf Feldern Granaten gefunden.  Nun müssen für die beiden in der Landauer Gemarkung geplanten Windkraftanlagen die Zufahrten zu der Baustelle und Stromtrassen im Boden auf Munition untersucht werden, bevor die Baufirma Marpe aus Twiste loslegen kann.

Dafür musste für ein paar Tage lang die Landesstraße 3198 zwischen Landau und Freienhagen gesperrt werden. Bereits im Oktober 2018 wurde im Auftrag von Abo-Wind Waldflächen auf Munitionsreste hin untersucht, wie ein Sprecher des Regierungspräsidiums in Darmstadt auf Anfrage der Waldeckischen Landeszeitung erklärte.

Luftaufnahmen helfen

Beim RP liegen Luftaufnahmen vor, die von Besatzungsmitgliedern aus Flugzeugen der Alliierten geschossen wurden und im Laufe der vergangenen Jahrzehnte zur Auswertung für die Kampfmittelräumung bereitgestellt wurden. Der RP in Darmstadt empfiehlt in Regionen mit Verdachtsflächen die Untersuchung durch Firmen, die auf die Kampfmitteluntersuchung spezialisiert sind. 

Dazu gehört auch das Gebiet rund um die ehemalige Muna im Gasterfelder Holz. Wenn etwa im Zuge von Bauarbeiten Granaten oder Bomben gefunden werden, dann können Mitarbeiter eines Fundkommandos in Kassel über die Polizei verständigt werden, die dann umgehend zur Unschädlichmachung der gefährlichen Fundstücke ausrücken.

Bomben bei Mengeringhausen

Bombenfunde waren beim Bau der Umgehungsstraße Mengeringhausen gemacht worden. Auch im Umland von Kassel wurden immer wieder Verdachtsflächen im Auftrag von Hessen Mobil untersucht.

Das ist der Stand bei den Vorbereitungen von Abo-Wind: Untersucht wurde bisher der Bereich der Windparkeinfahrt an der Landesstraße  3198, wie eine Sprecherin des Unternehmens mitteilte. Diese Arbeiten eines Kampfmittelräumunternehmens aus Münster sind bereits abgeschlossen, es wurden keine Kampfmittel gefunden.

Suche bis Mitte August

Weiterhin wird auch der Bereich der Kabeltrasse entlang der nach Wolfhagen führenden Kreisstraße 106 des geplanten Windparks untersucht.

Diese Arbeiten sind knapp zur Hälfte abgeschlossen und werden voraussichtlich im August fertiggestellt, wie die Sprecherin berichtet.

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