Bad Arolsen

Stadt Bad Arolsen wird trotz Krise weiter investieren · Defizit wird aber größer

- Bad Arolsen (-es-). Bei seinem Amtsantritt hatte Bürgermeister Jürgen van der Horst noch gehofft, dass er den Trend zu immer größeren Jahresdefiziten bis 2012 umkehren und dann mit dem Schuldenabbau beginnen könne.

Doch dann kam die allgemeine Finanzkrise, deren Auswirkungen für die Städte voraussichtlich erst im kommenden Jahr so richtig spürbar werden und die frühestens 2011 überwunden sein wird. Deshalb geht auch der Bad Arolser Bürgermeister davon aus, dass die Trendumkehr in seiner ersten Amtszeit nicht zu schaffen sein wird.Dennoch will der Rathauschef den Kopf nicht in den Sand stecken. Das wäre fatal für die Entwicklung der Stadt. Es muss immer irgendwie weitergehen. Die viel zitierte öffentliche Hand, dazu gehören eben auch die Kommunen, muss investieren und ihren Beitrag zur Überwindung der Krise leisten. Deshalb wird auch die Stadt Bad arolsen im kommenden Jahr in den Erhalt ihrer Gebäudesubstanz investieren. Die hierfür nötigen finanziellen Hilfen kommen zum größten Teil aus den Konjunkturprogrammen von Bund und Land. Aber auch eigenes Geld muss die Stadt in die Hand nehmen. Insgesamt will die Stadt Bad Arolsen im kommenden Jahr rund 3,2 Millionen Euro investieren und erwartet dazu Zuschüsse Dritter in Höhe von 2,2 Millionen Euro, wie Bürgermeister Jürgen van der Horst gestern Abend im Stadtparlament bei der Vorlage des Haushaltsplanentwurfes für das kommende Jahr deutlich machte. Größtes Projekt wird dabei der Umbau der alten Grundschule neben dem Rathaus in ein modernes Bürgerzentrum sein. Weil die Stadt im Gegenzug das angemietete Gebäude in der alten Post aufgeben wird, ergibt sich rechnerisch auf Dauer ein finanzieller Vorteil für die Stadt. Van der Horst: „Das Projekt wird nur von der Aufsichtsbehörde genehmigt, weil wir auf lange Sicht damit Geld einsparen.“ Im übrigen ändert sich im Arosler Haushalt recht wenig: Die Eckdaten bleiben unbefriedigend: Aufwendungen in Höhe von rund 23,5 Millionen Euro werden voraussichtlich nur Erträge in Höhe von 19,7 Millionen Euro gegenüberstehen. Der Magistrat rechnet mit einer Unterdeckung von 3,7 Millionen Euro.Zusammen mit den Fehlbeträgen aus den Vorjahren ergibt sich eine Unterdeckung im zweistelligen Millionen Bereich. Wie hoch genau das Defizit ist, lässt sich immer nur für den Tag genau ermitteln. Im Jahresverlauf schwankt die Summe des Überziehungskredites auf dem städtischen Girokonto zwischen 16 und 22 Millionen Euro.

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