Batteriebetriebener Streetscooter der Post für den Betriebshof

Stadt Bad Arolsen steigt in Elektromobilität ein

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Ziemlich flott, aber nur mit "Saft" für kurze Strecken: Mit dem Elektro-Laster steigt die Stadt Bad Arolsen in die E-Mobilität ein. Dafür stehen ein, von links: Erster Stadtrat Helmut Hausmann, Bürgermeister Jürgen van der Horst, am Lenkrad, die Stadträte Udo Jost, Dietmar Danapel und Manfred Wicker.

Bad Arolsen. Die Stadt Bad Arolsen steigt mit dem Streetscooter der Post in die Elektromobilität ein. Nach und nach sollen weitere, leistungsfähigere "Stromer" angeschafft werden.

Schnell und geräuschlos spurtet das neueste Fahrzeug des städtischen Betriebshofes in Bad Arolsen: Mit der Übergabe des mit elektrischem Strom angetriebenen Streetscooters wurde der Einstieg in die Elektromobilität in der Barockstadt begonnen. Das sagte Bürgermeister Jürgen van der Horst bei der Vorstellung des Pritschenwagens im Bioenergiepark Nordwaldeck. 

Dort wird der Wagen gebaut

„Es gibt nur wenige Anbieter solcher Fahrzeuge“, sagte Bürgermeister Jürgen van der Horst. Der geräuschlose Kleinlaster wird unter der Regie von der Deutschen Post als Street Scooter-Kastenwagen in Aachen produziert vermarktet. 

Zu den Modellvarianten zählt auch ein Pritschen-Fahrzeug oder Pick-up-Lkw. Leuchtend orangefarben statt postgelb, so präsentiert sich der neue Flitzer des Betriebshofes Bad Arolsen mit einer Höchstgeschwindigkeit von 85 Kilometer pro Stunde. 

Das schafft der Wagen

Nach den bisherigen Erfahrungen, so Betriebshofleiter Jürgen Knüppel, reicht die Ladung der Batterie 70 bis 80 Kilometer am Tag. Gerade ausreichend für den Transport kleinerer Lasten, gut 700 Kilogramm dürfen zugeladen werden. Nachts kommt der Scooter an die Steckdose. 

Den Kaufpreis bezifferte Knüppel mit 39 000 Euro, allerdings hat die Stadt für zwei Jahre einen Leasing-Vertrag mit dem Post-Unternehmen geschlossen und zahlt neben einem einmaligen Grundbetrag von 2000 Euro monatlich eine Gebühr von 275 Euro. 

So geht es weiter

Mit dem Streetscooter unternehme die Stadt, die von Bund und Land als Klimaschutzkommune anerkannt sei, den Einstieg in die Elektromobilität, sagte Jürgen van der Horst. Vorerst werden aber keine Ladestation installiert, sondern sollen die Batterien an der Steckdose aufgeladen werden.

 Nach der Anschaffung des ersten batteriebetriebenen Fahrzeugs bei der Stadt werde nach und nach umgerüstet und erprobt. Das Leasing biete schließlich die Option, neu entwickelte Fahrzeuge schneller in den Fuhrpark aufzunehmen, ergänzte Betriebsleiter Knüppel. 

Erste Erfahrungen

Ziel ist es , leistungsfähigere Fahrzeuge anzuschaffen, die eine Reichweite von 250 bis 300 Kilometern ermöglichen. Erste Erfahrungen machte die Stadt Bad Arolsen bereits 2014 mit einem von der Energie Waldeck-Frankenberg bereitgestellten Fahrzeug. Überzeugender war dagegen für die städtischen Mitarbeiter der mehrwöchige Probelauf eines Elektro-Pkw, den die Kommune 2016 im Rahmen einer Aktion des Landes leihweise über mehrere Wochen nutzen und dabei Erfahrungen sammeln konnte. 

Zudem hatte die Stadtverordnetenfraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Sinne des Klimaschutzes  für die Anschaffung von Elektrofahrzeugen stark gemacht. So freute sich auch deren Stadtrat Dietmar Danapel bei der Vorstellung des Streetscooters, dass endlich der Einstieg in die E-Mobilität unternommen werde.

Die Idee dahinter

 Seit 2014 ist die Streetscooter GmbH ein Tochterunternehmen der Deutsche Post/ DHL Group. Die Firma, so die Eigendarstellung im Internet, wurde 2010 im Umfeld der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen aus der Idee gegründet, Elektromobilität bereits ab kleinen Stückzahlen wirtschaftlich attraktiv zu gestalten – und somit Ökonomie und Ökologie miteinander zu versöhnen. 

In Aachen werden Nutzfahrzeuge mit 100 Prozent Elektroantrieb entwickelt und produziert. Der Fokus lag im ersten Schritt auf Fahrzeugen für die Zustellung der „letzten Meile. Große Automobilhersteller haben ebenfalls Interesse an den Fahrzeugen gezeigt, doch wollte sich die Post-Tochter das Heft des Handelns nicht aus der Hand nehmen lassen.  

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