Erst das Rathaus, dann der Festsaal

Stadtparlament gibt grünes Licht für Landauer Großprojekt

Blick über den Marktplatzkump auf das alte Landauer Rathaus, das im Rahmen der Dorfentwicklung saniert werden soll. Links der aus den 1920-er Jahren stammende Saal, der abgebrochen werden soll.
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Blick über den Marktplatzkump auf das alte Landauer Rathaus, das im Rahmen der Dorfentwicklung saniert werden soll. Links der aus den 1920-er Jahren stammende Saal, der abgebrochen werden soll.

Nach vielen Jahren der Diskussion und Konzeptsuche hat das Stadtparlament am Donnerstagabend den Beschluss zur Sanierung und zum barrierefreien Umbau des historischen Rathauses von Landau gefasst.

Bad Arolsen - In einem zweiten Bauabschnitt soll der große Saal, eine Festscheune aus den 20er Jahren, abgerissen und durch einen modernen Neubau ersetzt werden.

Die Gesamtkosten sind auf rund 3,5 Millionen Euro geschätzt. In einem ersten Bauabschnitt sollen zunächst für 1,85 Millionen Euro das historische Rathaus saniert und der über Jahre gewachsene und mehrfach veränderte Zwischenbau mit Toilettenanlage erneuert werden. Am Ende aller Umbauarbeiten muss auch noch der Vorplatz der Festscheune neu gestaltet werden.

Bürgerengagement ausschlaggebend für Förderprogramm

Bürgermeister Jürgen van der Horst erinnerte an die lange Planungsphase mit schwierigen Abstimmungen zwischen den Interessen des Denkmalschutzes und der Dorfgemeinschaft. Eine Machbarkeitsstudie und die intensive Beteiligung einer Arbeitsgruppe von engagierten Bürgern und Ortsbeirat hätten schließlich den richtigen Weg gewiesen.

Die Finanzierung des Großprojektes sei nur möglich, weil die Stadtteile von Bad Arolsen in das Förderprogramm Dorfentwicklung des Landes Hessen aufgenommen worden seien. Das sei wiederum ein maßgeblicher Verdienst der engagierten Landauer Bürger gewesen, die mit ihren vielen gewonnenen Landeswettbewerben den Boden bereitet hätten.

Das bekräftigte auch der CDU-Stadtverordnete und frühere Ortsvorsteher von Landau, Tino Hentrich: Als könne man nur stolz sein über die jetzt gefundene Lösung. Seit 2006 habe die Bergstadt mit Beharrlichkeit, Kreativität und Konzentration auf das Wesentliche vieles erreicht.

Wert des historischen Stadtkerns erkannt

Die Geburtsstunde dieser Entwicklung sei 2006 die Gründung des von einem Kasseler Professor angeregte und begleitete Projekt Landliebe gewesen. In der Folge hätten die Landauer erkannt, wie wertvoll der historische Stadtkern mit Kirche, Schule und Rathaus doch sei. Der Saal ermögliche ein vielfältiges Vereinsleben. Hier würden Taufen, Konfirmationen und Hochzeiten gefeiert. Ein solcher Saal müsse im Herzen der Bergstadt erhalten bleiben.

Beharrlichkeit und Kreativität haben sich ausgezahlt: Das Projekt Landliebe hat im September 2009 den damaligen Innenminister und heutigen Ministerpräsidenten Volker Bouffier beeindruckt und letztlich die jetzt beschlossene Rathaussanierung ermöglicht.

Anerkennung für die beachtliche Beteiligung der Landauer Bürgerschaft an den Planungen zollte auch der Stadtverordnete Thorsten Reuter von den Freien Wählern: Er freue sich schon auf die nächsten großen Feste in einer modernen, hellen Festhalle. (Elmar Schulten)

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