Gesundheitstag für Mitarbeiter der Stadtverwaltung

Praktische Tipps zum Gesundbleiben trotz Stress am Arbeitsplatz

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Fachvortrag zum Thema Stressbewältigung: Bürgermeister Jürgen van der Horst begrüßte Chefarzt Dr. Thomas Gärtner von der SchönKlinik und Elke Hennings, bei der AOK Hessen zuständig für betriebliche Gesundheitsförderung.   

Bad Arolsen. Arbeit darf nicht krank machen. Diese einfache Erkenntnis ist längst noch nicht in allen Büros und an allen Werkbänken verinnerlicht.

 Deshalb hat die Stadtverwaltung der Residenzstadt alle rund 170 Mitarbeiter zu einem Gesundheitstag eingeladen. Die Rathaustüren blieben für den Publikumsverkehr geschlossen.

Die Mitarbeiter aus allen Abteilungen trafen sich im Bürgerhaus, um nach einem Einführungsvortrag zum Thema Stressmanagement und Ressourcenaktivierung aus einer Reihe von Vorsorgeangebote das für sie Passende auszuprobieren.

Immerhin wählten auf freiwilliger Basis sich rund 90 Mitarbeiter der Stadtverwaltung in die Gesprächsrunden und Bewegungskurse ein. Wer sich von Yoga Hörtest nicht angesprochen fühlte, zog sich an seinen Arbeitsplatz zurück und machte „Business as usual“.

Welche Bedrohungen gefährden die Arbeitsgesundheit?

Bürgermeister Jürgen van der Hort unterstrich bei der Begrüßung, dass sich der Magistrat schon seit Jahren bemühe, den Arbeitstag der Rathausmitarbeiter gesund zu organisieren.

Schließlich sei die Lebensarbeitszeit für die meisten gesetzlich verlängert worden. Umso mehr müsse sich jeder anstrengen, seine Rente gesund zu erreichen.

Als belastend im Arbeitsalltag benannte van der Horst die Digitalisierungswelle, die „nicht nur Begeisterungsstürme auslöse“. Auch bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf müsse noch einiges verbessert werden.

Was ist eine psychische Gefährdungsbeurteilung?

Die städtische Personalratsvorsitzende Alexandra Rodewyk-Hampe nutzte die Gelegenheit, sich als „Gesundheitslotsin“ vorzustellen. Nach einem Fortbildungslehrgang sei sie mit einem Team dafür verantwortlich, dass Gesundheitsvorsorge im Rathaus praktiziert werde.

Nach einer gesetzlichen Vorgabe für größere Betriebe seien alle Mitarbeiter auch schon mit einer anonymen Fragebogenaktion zur Ermittlung ihrer psychischen Belastung untersucht worden.

Dabei hätten externe Experten für jede Abteilung eine psychische Gefährdungsbeurteilung erarbeitet.

Darin eingeflossen seien Arbeitsklima, Arbeitsbelastung, Verhalten von Vorgesetzten, Verhalten von Kollegen und vieles mehr. Der Gesundheitstag in Kooperation mit der SchönKlinik, der AOK, der Barmer, Augenoptik Vogel und Hörakustik Stracke bot unter anderem Gesundheitschecks, Gespräche mit dem Betriebsarzt, einen Kommunikationsworkshop und vieles mehr an.

Simple Tricks konsequent bachten

Stress kann auf Dauer krank machen, aber richtig dosiert wirkt das rechte Maß an Anspannung motivierend. So lässt sich der Einführungsvortrag von Dr. Thomas Gärtner, Chefarzt der SchönKlinik zusammenfassen. 

Entwicklungsgeschichtlich habe Stress durchaus viele positive Aspekte. Der Körper werde bei Gefahr besonders leistungsfähig. Wenn dieser Zustand aber dauerhaft anhalte, dann würden wichtige Regelkreisläufe und Organe im Körper geschädigt, so Dr. Gärtner. 

Was wird als stressig empfunden?

Deshalb sei es wichtig, dass auf Stressphasen auch Phasen der Erholung folgten. Von Diabetes bis Depression reiche die lange Liste der stressbedingten Erkrankungen. 

Als stressig empfunden würden dabei zunehmender Leistungsdruck, wachsende Arbeitsvolumina, größere Komplexität der Anforderungen, Multitasking an Computerarbeitsplätzen, das rasante Tempo der Veränderungen und die empfundene oder tatsächliche Verpflichtung zur ständigen Erreichbarkeit.

 Dagegen helfe die Reduzierung der Arbeit auf ein zu bewältigendes Maß, Wahl- und Gestaltungsmöglichkeiten, Anerkennung und Belohnung durch Vorgesetzte, ein unterstützendes Team, Fairness und Respekt im kollegialen Umgang und nicht zuletzt eine sinnstiftende Arbeit. 

Viele der Erkenntnisse beim Stressmanagement seien trivial und logisch, so Dr. Gärtner. Alles stehe und falle mit der Umsetzung: „Es reicht nicht, wenn das hier hören uns abnicken, Sie müssen es auch bei Ihrem täglichen Tun anwenden.“

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