Engelstelen in der ökumenischen Kirchennacht gesegnet und offiziell „übergeben“

Stählerne Symbole des Glaubens

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Die Repräsentanten der Institutionen, die Plätze für Engelstelen bereitstellen, nahmen die Skulpturen nach der Segnung zunächst symbolisch entgegen.

Bad Arolsen - Zehn Engelstelen aus Stahl sollen die Menschen durch die Stadt Bad Arolsen „begleiten“. Bei der ökumenischen Kirchennacht wurden sie gesegnet.

„Wir stehen auf biblischem Grund“, machte der katholische Pfarrer Bernd Conze deutlich. Mit den Engeln werde symbolisiert, dass die Wirklichkeit Gottes existiere und es mehr gebe, „als wir sehen und anfassen können“. Die Kinder auf dem Weg zur Grundschule Neuer Garten bekommen einen der fest installierten Begleiter täglich zu sehen: An der Jahnstraße wird Familie Jedicke auf ihrem Grundstück die zehnte Stele mit dem Titel „Zuversicht“ aufstellen. Für diesen Engel sind wechselnde Standorte vorgesehen, um die sich Interessierte bewerben können. Der erste Platz wurde aus den Bewerbungen durch Los ermittelt.

Die Aufstellung der Stelen war vor allem im Pfarrgemeinderat lange ersehnt, wie Leonie Jedicke, Vorsitzende des Gremiums, deutlich machte. Die Projektkirche zu der Frage „Wo wohnt Gott?“ habe den Anstoß gegeben. Unterstützung bei dem langwierigen Prozess gab der aus Arolsen stammende Stephan Lange, der beim Generalvikariat die Abteilung Gemeinde- und Erwachsenenpastoral leitet. Erst die „Mitchristen“ hätten die Aufstellung ermöglicht, wies sie auf die Bereitschaft etwa der evangelischen Gemeinde oder der Freien evangelischen Gemeinde hin, bei sich einen Standort zu finden.

„Wir sind eine offene Gemeinde und wissen, dass es auch außerhalb Menschen gibt, die an Gott glauben“, erklärte Leonie Jedicke.

Nach der Segnung durch Pfarrer Conze konnten die Vertreter der Institutionen die Stahlskulpturen vor zahlreichen Gemeindeangehörigen und Besuchern der ökumenischen Kirchennacht „in Empfang nehmen“. Umrahmt wurde die Zeremonie von einer Singgruppe um Heike Leisegang.

Zuvor gab es die Gelegenheit, bei Kaffee und Kuchen oder Grillspeisen miteinander ins Gespräch zu kommen. Eröffnet wurde das Fest in der katholischen Kirche mit Darbietungen junger Posaunenbläser und Chorgruppen. (ah)

Hintergrund

Die Standorte der Engel­stelen, die in diesen Tagen aufgestellt werden:

Liebe: Große Allee, katholische Kirche,

Barmherzigkeit: Große Allee, Helenenheim (Waldecksches Diakonissenhaus Sophienheim),

Freundschaft: Rauchstraße, evangelische Kindertagesstätte,

Freude: Bathildisstraße, Karl-Preising-Schule (Bathildisheim),

Freiheit: Watterweg, Freie evangelische Gemeinde,

Frieden: am Kirchplatz, evangelisches Pfarrhaus,

Achtsamkeit: Schlossteich Fürstliche Stiftung/Waldeckische Domanialverwaltung),

Vertrauen: Große Allee, Schön-Klinik,

Hoffnung: Königsbergallee, Friedhof (Stadt)

Zuversicht: wechselnder Standort, jetzt Jahnstraße (Familie Jedicke).

Die Skulpturen sind 100 Kilogramm schwer, bestehen aus Cortenstahl, der durch die beabsichtigte Korrosion eine Schutzschicht bildet und im Laufe der Jahre auch verschiedene Färbungen bekommt – ähnlich wie bei der für das Strandbad am Twistesee beabsichtigten Fassade. Die Stelen dienen freilich keinem profanen Zweck, sondern werden als Symbole der Spiritualität aufgestellt. Gebaut haben sie die Metallgestalter Christoph Falke und Niklas Baust aus der Schmiede der Abtei Königsmünster in Meschede. Meister Christoph Falke hat mit Pater Abraham Fischer OSB an der Gestaltung mitgewirkt. Finanziert werden die Metallobjekte durch das Erzbistum Paderborn mit Unterstützung der katholischen Kirchengemeinde. (ah)

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