Stadtverordnetenversammlung beschließt bisher beratene Detailplanung für Strandbad Twiste

„Stahlhart bleiben, nicht rumklinkern“

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Bad Arolsen-Wetterburg - Die Devise gab Eberhard Eckhardt (SPD) aus: „Stahlhart bleiben, nicht herumklinkern!“ Mit großer Mehrheit stimmte das Stadtparlament für die Verwendung von Corten-Stahl für die Fassade des geplanten Gebäudes.

Zuvor stellten Arno Puy und Jürgen Schimmelpfeng vom Architekturbüro Müntinga und Puy in Bad Arolsen die derzeitige Planung und die aktuelle Kostenschätzung vor, die mit 2,073 Millionen Euro zu Buche steht. Dabei wurde deutlich, dass Details der Gestaltung im Strandbereich erst noch im Zuge der Bauarbeiten abgestimmt und beschlossen werden sollen. Die Kostenschätzung gilt nach den Worten von Puy als verlässlich, erst im späteren Verlauf werde es eine konkrete Kostenberechnung geben.

Möglichen Sparzwängen bei der weiteren Planung soll jedenfalls nicht die attraktive Gestaltung des Strandbades zum Opfer fallen. Das beschloss die Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung, die in der erneuerten Schützenhalle Kohlgrund tagte. Weiten Raum nahm die Diskussion über die Fassadengestaltung ein. Stahl, Holz oder Klinker? Der Umwelt-, Planungs- und Stadtentwicklungsausschuss (UPSA), an den das Parlament die Abstimmung der Details mit dem Architekturbüro delegiert hatte, hatte bekanntlich für Corten-Stahl votiert, der rosten und dabei eine stabile, wetterbeständige und pflegeleichte Oberfläche bilden soll. Doch der Ortsbeirat Wetterburg kritisierte diese Entscheidung für „eine Rostlaube am Strandbad“ und gab damit den öffentlichen Anstoß für die neue Diskussion: „Wir wollten eine helle, freundliche Fassade und den Touristen keine Rostfassade zumuten“, brachte es der Ortsvorsteher und CDU-Stadtverordnete Gerd Frese (CDU) auf den Punkt. Mit dem Tor am Kurpark sei bereits ein „Mahnmal“ gesetzt worden. Dieses dürfe sich bitte nicht wiederholen.

Die Sitzungen des UPSA seien überflüssig gewesen, wenn jetzt die Empfehlung rückgängig gemacht werden sollte, gab Jörg Engelhard (Bürgerliste) zu bedenken, der dem Gremium auch angehört. Es sei auch eine politische Frage, meinte Eckhardt (SPD): „Lassen wir den Ausschuss jetzt im Regen stehen?“ Auch er sei kein Corten-Stahl-Fan, doch Klinker gehöre auch nicht dorthin, sondern nach Norddeutschland: „Wir wollen nicht die Ostfriesen des Waldecker Landes werden.“

Die vorgeschlagene Lösung finde er gut, sagte Elmar Kottenstede (Offene Liste). „Entsetzt“ äußerte er sich über den Mahnmal-Vergleich des Bad Arolser Künstlers Ulysses Belz in einem Leserbrief an die WLZ. „Entsetzt“ sei er auch über persönliche Anfeindungen gewesen, nachdem er im Ausschuss ironisch erklärt hatte, neben dem Wetterburger Ortsbeirat müsse man dann auch die Kollegen aus den Ortsteilen hören. Auch wenn die OL gegen den Neubau gewesen sei, so habe sie sich einer konstruktiven Zusammenarbeit bei der Planung nicht verschlossen, bekräftigte er.

Schließlich wurde in einigen Fraktionen unterschiedlich abgestimmt, die Fassadengestaltung ist halt auch eine Geschmacksfrage, wie Reiner Freudenstein (SPD) erklärte. So erklärte etwa Dr. Andreas Reder (Bürgerliste), dass ihm frische Farben angemessen erschienen und nicht Stahl.

Markus Luckey (CDU) machte schließlich deutlich, dass noch eine wichtige Frage offen geblieben sei: „Wie wir ins Strandbad 365 Tage Spaß bekommen wollen, ist mir noch nicht genug angesprochen worden.“

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