Volkmarsen

Standesämter von Breuna und Volkmarsen schließen Vernunftehe

- Volkmarsen (-es-). Brautpaare aus der Großgemeinde Breuna müssen ab sofort nach Volkmarsen, um ihren Bund fürs Leben beurkunden zu lassen. Seit Jahresbeginn gilt ein einheitlicher Standesamtsbezirk mit Sitz in Volkmarsen.

Rund 9000 Euro sparen jeweils beide Kommunen durch die Zusammenarbeit jedes Jahr ein. Außerdem hoffen die beiden Bürgermeister auf einen einmaligen Zuschuss des Innenministeriums, das die interkommunale Zusammenarbeit auf allen Ebenen fördern will. Für die Bürger soll die Kooperation auf Verwaltungsebene möglichst unkompliziert sein. Die meisten Breunaer Babys werden ohnehin im Volkmarser Krankenhaus geboren. Deshalb entsteht kein Mehraufwand für die Eltern bei der Anmeldung der Geburt. Todesfälle werde in der Regel durch die Bestatter gemeldet, so dass die Hinterbliebenen aus der Großgemeinde Breuna ebenfalls keine zusätzlichen Wege auf sich zu nehmen haben. So bleiben nur die durchschnittlich sechs Brautpaare pro Jahr, die ihre Trauung künftig persönlich in Volkmarsen anmelden müssen. Auf Wunsch kann für die Trauung das Trauzimmer im Breunaer Rathaus gebucht werden. Aus Sicht der Bürgermeister bringt die Vernunftehe zwischen Breuna und Volkmarsen daher nur Vorteile: So müssen die neuen amtlich vorgeschriebenen Computerprogramme für die Standesämter und die elektronischen Personenstandsbücher nur einmal gekauft werden. Vor allem aber kann die Gemeinde Breuna die Stelle der Standesbeamtin einsparen. Ganze 60 Personenstandsfälle hatte sie im Jahr 2008 zu beurkunden. Dennoch musste sie sämtliche zeitaufwändigen Lehrgänge besuchen. Vor Jahresfrist hatte Volkmarsen schon einmal eine Kooperation auf Standesamtsebene mit Bad Arolsen im Auge. Damals regte sich jedoch Widerstand im Stadtparlament, weil man befürchtete, die Stadt am Fuße der Kugelsburg könne als kleinerer Partner den Kürzeren ziehen. Als mit 7000 Einwohnern größerer Partner gegenüber 4000 Breunaern fühlen sich die Volkmarser aber sehr wohl in der Kooperation.

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