Starke Betriebe in der Milchviehwirtschaft

Züchterkollegen staunen über den Hof Behr in Landau

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Den Milchviehbetrieb Behr in Landau besuchten Qnetics-Mitglieder aus dem Waldecker und Kasseler land. Von links Bernd Meier, Qnetics-Bezirksgruppe Waldeck, Junglandwirt Alexander Behr mit den Eltern Erhard und Margret Behr, Uwe Pohlmann (Qnetics) sowie den Nichten von Alexander Behr, Merkle und Marie.

Ein gutes Beispiel für einen gelungen Betriebsübergang sah die Bezirksgruppe Waldeck und Kassel des Hessischen Verbandes für Qualitätsprüfungen in einem Milchviehstall bei Landau. 

Gemeint ist der Hof der Familie Behr. 2005 wurde aus der Altstadt ausgesiedelt. Inzwischen ist Sohn Alexander Behr nach umfassender Ausbildung in die Gesellschaft eingestiegen. 

Vor drei Jahren war der Junglandwirt nach der dreijährigen Ausbildung zum Landwirt und nach zwei Jahren Technikerschule mit den Fächern Buchführung und Betriebswirtschaftslehre in den elterlichen Betrieb eingestiegen. 

So entwickelte sich der Betrieb der Familie Behr

Der firmiert unter den Namen des Vaters Erhard und des Onkels Werner als Gesellschaft bürgerlichen Rechts. Freilich ist Alexander schon seit Kindesbeinen mit der Arbeit auf einem Milchviehbetrieb vertraut. 1985 war der Kuhstall mit 20 Plätzen in der Altstadt umgebaut worden. 2005 siedelte die Familie den Betrieb an die Bühler Straße aus.

Schrittweise wurde der Stall erweitert, entstanden ein Güllebehälter und eine Fahrsiloanlage und schafften sich die Behrs ein Hühnermobil mit 250 Plätzen an. Die Entwicklung folgte dem allgemeinen Trend in der Landwirtschaft mit immer weniger Betrieben und mehr Vieheinheiten. Inzwischen werden in dem Stall am Ortsrand 185 Tiere gehalten.

Zucht mit ausgewählten Bullen

Über das Unternehmen Qnetics erfolgt die Zucht mit ausgewählten Bullen, die Schwälbchen-Molkerei nimmt die Milch ab. Darüber hinaus werden 85 Hektar eigene und gepachtete Fläche Grün- und Ackerland zur Erzeugung des größten Teils des Viehfutters bearbeitet. 

Dafür wurden mehrere Schlepper und die einschlägigen Gerätschaften angeschafft. Neben dem Betriebsleiter und rechnerisch eineinhalb Arbeitskräften der Familie ist ein Aushilfsfahrer in der Saison tätig.

Sieben Vollerwerbslandwirte in Landau

Lose Milch kann direkt am Stall eingekauft werden, im Ursprungsbetrieb gegenüber der Kirche bietet die Familie Eier und Kartoffeln an. Die Behr GbR zählt zu den sieben verbliebenen Vollerwerbs-Milchviehbetrieben, in denen in den vergangenen zehn Jahren die Übergabe auf die jüngere Generation stattfand. Die meisten liefern an die Schwälbchen- und an die Hochwald-Molkerei, nur zwei erzeugen Biomilch.

„Hier wird's noch in den nächsten 100 Jahren Milchviehbetriebe geben“, sagt Alexander Behr angesichts der Altersstruktur bei den Hofinhabern in Landau. Mit einem Auszahlungspreis von 32 Cent für die Milch kommt er momentan ganz gut über die Runden. „Weniger darf's nicht werden, sonst wird die Landwirtschaft zur Liebhaberei und man zahlt Eintritt für seinen Stall“, flapst er. 

Das sind die Einschränkungen

Von den verschärften Düngeregelungen ist auch der Betrieb Behr betroffen, der auf so genannten roten Gebieten steht, in denen das Grundwasser besonders durch Nitrate belastet ist. Er muss dann mal sehen, wie viel Futter bei 20 Prozent weniger Düngung auf den Acker- und Wiesenflächen selbst erzeugt werden kann.

Mit allgemeinen Trends befassten sich die Züchter bei ihrer Versammlung in Wolfhagen. Besonders im Kasseler Land gehe die Zahl der Betriebe zurück, berichtete Bernd Meier (Wetterburg) von der HLV/Qnetics-Bezirksgruppe. Zudem gehe die Anzahl der Zuchtviehtransporte ins Ausland aufgrund der Transportregeleungen und verschiedener Krankheiten zurück. 

Nachfrage nach Jungtieren

Stark nachgefragt werden vor allem in Italien Jungtiere. Vor allem in Ländern, in denen aus klimatischen Gründen (Trockenheit) die Aufzucht von Kälbern schwierig ist, wie auch in der Türkei, sind Kälber begehrt. 

Der Bezirksgruppe gehören aus traditionell starken Landkreis Waldeck-Frankenberg 250 Betriebe in Milchleistungsprüfung mit 21 646 Kühen aus dem Kreis Kassel 64 Betriebe mit 4500 Kühen.

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