Rückblick bei den Freiwilligen Feuerwehren in Bad Arolsen

Starke Truppe für Sicherheit der Bürger

Bad Arolsen - Zu 190 Einsätzen sind die Feuerwehren aus der Großgemeinde Bad Arolsen 2012 ausgerückt. Mit 359 Männern und Frauen in den Einsatzabteilungen sei die Feuerwehr eine starke Gruppe, sagte Stadtbrandinspektor Karl-Heinz Meyer bei der Generalversammlung in Wetterburg.

Bad Arolsen-Wetterburg (-ah-). Die Feuerwehren rückten zur Bekämpfung von 36 Bränden aus, fünf Menschen konnten dabei gerettet werden. 91 technische Hilfeleistungen erbrachten die Feuerwehren, davon neun bei Verkehrsunfällen. 30 Menschen wurden bei diesen Einsatz gerettet oder betreut. Für drei Menschen sei jedoch jede Hilfe zu spät gekommen, Brandsicherheitsdienste und Brandschutzerziehung gehörten mit zu den insgesamt 8840 Einsatzstunden. Hinzu kommen über 13 700 Stunden Aus- und Weiterbildung. Neben Gefahrguteinsätzen und einer Vermisstensuche war die Unterstützung der Polizei im Zuge einer abgesagten, aber nach wie vor für Besorgnis über mögliche Krawalle sorgenden Facebook-Party mit die spektakulärsten Einsätze. Viel Geld gespart Die Kohlgrunder Wehr baute ihr neues Domizil an der Schützenhalle aus, und in Massenhausen konnte durch den Einsatz der Kameraden der Kostenansatz für den Hallenanbau auf 14 500 von ursprünglich 35 000 Euro gedrückt werden. In diesem und dem komemnden Jahr soll endlich Digitalfunk eingeführt werden. Gemeinsam mit den Städten Wolfhagen und Hofgeismar werden die Arolser neue Drehleiterfahrzeuge anschaffen. Die Kosten können durch diese Kooperation deutlich gesenkt werden, wie Meyer berichtete. Intensive Jugendarbeit spiegelte der Jahresbericht der Stadtjugendwartin Heike Jakob wider. Drei Jungen und drei Mädchen wurden in die Einsatzabteilungen übernommen. Insgesamt gehören 85 Jungen und 45 Mädchen den Jugendwehren an. In drei Ortsteilen bestehen allerdings Nachwuchssorgen, und in Neu-Berich und Kohlgrund ruht der Betrieb. Aus- und Fortbildungen, ein Umwelttag, Wettkämpfe und ein Ausflug in einen Freizeitpark gehörten mit zum Programm. Intensive Prüfung Großes Lob erntete der hauptamtliche Gerätewart Harald Butterweck, der dafür sorgt, das die Feuerwehren stets einsatzbereit sind. Fahrzeuge und Hilfsgeräte müssen in Schuss gehalten werden. Helme und Bekleidung wurden beschafft. Zu dem umfangreichen Pensum gehören regelmäßige umfassende Revisionen durch den Technischen Prüfdienst des Landes Hessen. Erfreulich zugenommen hat die Anzahl der Atemschutzgeräteträger: Jeder Dritte ist nun entsprechend gerüstet, wie Sachgebietsleiter Sven Eichweber erklärte. In den zwölf Einsatzabteilungen stehen nun 108 Atemschutzgeräteträger bereit. Doch um eine Ausfallreserve zu schaffen, müssen weitere 16 Kameraden ausgebildet werden. Hinzu kommen 40 Aktive, die mit speziellen Chemikalienschutzanzügen zu Gefahrguteinsätzen ausrücken können, das entspricht einem Zuwachs um 20 Prozent. Eine Gruppe von Einsatzkräften hält sich im „Arofit“ des Freizeitbades Arobella in Form. Zudem nehmen die Kameraden an Fortbildungen und Trainings auf der Übungsstrecke in Korbach oder in Brandsimulationsanlagen teil. Höhepunkte Ausbildung wird weiterhin großgeschrieben: 139 Feuerwehrleute nahmen an Lehrgängen teil, sieben mehr als im Vorjahr, wie Michael Seebold mitteilte. Höhepunkte waren die Ausbildung für Chemikalienschutzanzugträger, das Einstiegstraining Flashover für Atemschutzgeräteträger, das Notfalltraining für Atemschutzgeräteträger sowie das Absturzsicherungsseminar. Zudem fand eine gemeinsame Ausbildung mit den Arolser Notärzten statt. Während die Wetterburger mit Meldeempfängern ausgerüstet wurden, um den Ausfall der Sirene auszugleichen, bereiten sich die Wehren in der Großgemeinde auf die Einführung des Digitalfunks vor. Bis zum ersten Quartal 2014 sollte die Hälfte der Nutzer geschult werden, 150 ehemalige Mitglieder der Einsatzabteilungen halten den Wehren in der Alters-und Ehrenabteilung unter Leitung von Gerhard Nies die Treue. Höhepunkt des Jahres ist das jährliche Treffen im Sommer mit 57 Kameraden gewesen. Der Spielmanns-und Fanfarenzug unter der Leitung von Cristian Engelbracht besteht zurzeit aus 22 Musikern, überwiegend Frauen. Vom Schützenfest in Willingen bis zum Viehmarkt in Arolsen reichen die Einsatzbereiche der Spielleute. Daneben sorgen Frauenstammtisch oder 70er-Jahr-Party in der BBW-Diskothek für Abwechslung. Nachwuchsmangel Erster Kreisbeigeordneter Jens Deutschendorf dankte für die Einsatzbereitschaft, mit der die Feuerwehren die flächendeckende Notfallversorgung ehrenamtlich sicherstellten. Deutschendorf hat selbst den Grundlehrgang bei der Stützpunktwehr in Bad Arolsen absolviert, berichtete Stadtbrandinspektor Meyer. Die Wehren sei gut aufgestellt, sagte Bürgermeister Jürgen van der Horst. Trotz des Zwangs zur Haushaltsdisziplin, würden die kommenden Aufgaben erfüllt. Politik und Gesellschaft seien gefordert, um auch künftig den Brandschutz in allen Orten sicherzustellen. In den kleinen Stadtteilen werde das immer schwieriger, weil die Zahl der Einwohner abnehme oder die berufliche Tätigkeit mit einer Einsatzbereitschaft bei der Wehr nicht zusammenpasse. Wenn aber die Einsatzbereitschaft nicht wie bisher sichergestellt werden könnte, dürften auch die Beiträge für die Brandschutzversicherung steigen. Alle Wehren hätten mit Nachwuchsmangel zu kämpfen, sagte der stellvertretende Kreisbrandinspektor Horst-Werner Hensel. Umso wichtiger sei die Jugendarbeit in den Orten. „Auf euch ist Verlass“, lobte der Leiter der Polizeistation Bad Arolsen, Richard Bracht, die Arbeit der Wehren. Ohne die Feuerwehren gehe „fast nichts“, verwies er auf die Unterstützung der Polizei und vieler Veranstaltungen durch die ehrenamtlichen Kräfte Mit dem Brandschutzenehrenabzeichen des hessischen Innenministeriums am Bande in Gold wurden für 40 Jahre aktiven Dienst Udo Bergmann, Horst Jakob und Volkhard Scharkowski geehrt. Die Auszeichnung in Silber bekamen Thorsten Diederich, Claudia Sinnhöfer, Carolin Fingerhut, Karl-Friedrich Schwenke, Kurt Manteufel, Sven Ammenhäuser, Wolfgang Jatzko und Heide Jatzko. Für 25 Jahre aktiven Dienst wurde ferner Thomas Wagner geehrt. Leistungsabzeichen Das hessische Feuerwehrleistungsabzeichen in Gold (fünfmal) errangen Sven Blume, Harald Butterweck, Andreas Janka und Michael Seebold. Gold: Sven Cordes und Jan Schulze; Silber: Fabian Jaensch, Pierre Schiffner; Bronze: Sven Ammenhäuser und Stefan Krug; Eisen: Frederic Hahn, Maik Krause, Mathias Kloß, Michelle Sinnhöfer, André Schwenke, Marco Bornemann, Kevin Hasprich, Jennifer Jakob, Martin Strottner, Tim Kunold, Fred Zarges, Mario Sek, Stephan Steinbrecht und Norbert Hofmann. Landesprämien Das Land Hesen stellt für langjährig Aktive in den Feuerwehren Geldprämien zur Verfügung. Bei der Generalversammlung in Wetterburg bekamen folgende Kameraden entsprechende Urkunden: 40 Jahre: Karl-Heinrich Isenberg, Karl-Ludwig Pötter, Friedhelm Dietzel, Heinrich Simshäuser, Albert Neumann, Ottokar Gröticke und Wilhelm Oehl. 30 Jahre: Rainer Rose, Wilfried Rennert, Rainer Rennert, Jürgen Friedrich, Wilfried Näser, Erich Schäfer, Dirk Stracke, Gerhard Friedt, Michael Weiß, Karl-Friedrich Köhler, Rainer Tönges und Hermann Schürmann. 20 Jahre: Sven Lemke, Sven Ammenhäuser, Michael Seebold, Claudia Sinnhöfer und Frank Rennert. Zehn Jahre. Timo Höhle, Stefan Richter, Elke Sänger, Torsten Schäfer, Katja Prinz, Martin Dietzel,Sarah Hampel, Jennifer Blume und Thomas Langenbeck. Der stellvertretende Kreisbrandinspektor Hensel ehrte den Kreisstabführer Christian Engelbracht für 30 Jahre Tätigkeit als Dirigent und Stabführer. Für 40jährige Förderung der Musik zeichnete er Engelbracht mit einer Ehrennadel mit Diamant der Bundesvereinigung der Deutschen Musikverbände aus. Das Ehrenzeichen des Landesfeuerwehrverbandes bekam Thorsten Höhr für seinen 25-jährigen Einsatz als Feuerwehrmusiker. Zudem bekam er dafür die Ehrennadel der Bundesvereinigung der Musikverbände.

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