Stadtparlament beschließt die Stiftungssatzung:

Stiftung zahlt die Spendengelder an die Wetterburger Waisen aus

Ein Holzkreuz an der Bundesstraße B 252 erinnert zwischen Mengeringhausen und Twiste an den tödlichen Unfall, bei dem am 17. Januar die Wetterburger Eltern von acht Kindern ums Leben kamen. Der Prozess gegen den Unfallverursacher beginnt am 21. August vor dem Korbacher Amtsgericht. Foto: Elmar Schulten
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Ein Holzkreuz an der Bundesstraße B 252 erinnert zwischen Mengeringhausen und Twiste an den tödlichen Unfall, bei dem am 17. Januar die Wetterburger Eltern von acht Kindern ums Leben kamen.

Bad Arolsen. 20 Monate nach dem tödlichen Unfall zwischen Mengeringhausen und Twiste, durch den acht Kinder zu Waisen wurden, hat das Stadtparlament formell eine Stiftung ins Leben gerufen, die die Spendengelder im Sinne der Kinder verwalten und bis zum jeweiligen Erreichen des 21. Lebensjahres auszahlen soll.

Im Fall des einen volljährigen Waisen ist das Geld bereits ausgezahlt worden, wie Bürgermeister Jürgen van der Horst im Stadtparlament berichtete.

Der tragische Verkehrsunfall hatte eine Welle der Hilfsbereitschaft in der Region ausgelöst. Seitdem stehen nun rund 550 000 Euro zur Verfügung, die den Kindern auf ihrem schweren Lebensweg ohne Eltern helfen sollen.

Die Kinder sind in den Familien ihrer Verwandten aufgenommen und erhalten eine Waisenrente. Außerdem muss die Versicherung des unfallverursachenden Fahrzeugs alle nötigen Kosten des Lebensunterhalts und der psychologischen Betreuung für die Kinder übernehmen.

Die Spendengelder sind also vor allem eine zusätzliche Hilfe für zusätzliche Wünsche und eine Ausbildungsbeihilfe. Die Details regelt die Stiftungssatzung, die das Stadtparlament bei seiner jüngsten Sitzung in Landau beschlossen hat.

Die Stiftung gilt als rechtlich unselbstständig, wird also nicht nur von der Stiftungsaufsicht, sondern auch vom Magistrat kontrolliert. Die Stiftung ist als Verbrauchsstiftung angelegt, zahlt also das Vermögen zeitversetzt an die überlebenden Kinder aus.

Sie bedient sich bei ihren Aufgaben einer Verwaltungsagentur, die marktüblich aus dem Stiftungsvermögen finanziert wird. Angesichts der aktuellen Null-Zins-Politik ist nicht mit Zuwächsen des Vermögens zu rechnen.

Der tödliche Unfall ereignete sich an einem Januarabend des Jahres 2017 auf der Bundesstraße B252 zwischen Twiste und Mengeringhausen. Ein 58-jähriger Handwerker geriet nach Feierabend auf dem Heimweg zu seiner Firma aus ungeklärten Gründen auf die Gegenfahrbahn und prallte dort frontal gegen den entgegenkommenden Pkw mit den Eltern der acht Kinder.

Ein Unfallgutachter sprach im folgenden Gerichtsverfahren von unerklärlichem Augenblicksversagen.

Alkoholkonsum oder Ablenkung durch ein Handy konnten jedenfalls definitiv ausgeschlossen werden.

Jedenfalls war der Aufprall so heftig, dass die Eltern ihren schweren Verletzungen erlagen. Die Kinder auf der Rückbank überlebten, weil sie in ihren Kindersitzen gut gesichert waren – und weil sie bei all dem Unglück doch noch ein wenig Glück hatten.

Bald stellte sich heraus: Die beiden Kinder auf der Rückbank waren nicht die einzigen Hinterbliebenen. Vater (37), Mutter (34) und die Kinder bildeten eine Patchwork-Familie mit Kindern aus früheren Ehen.

So standen nach dem tödlichen Unfall von Mengeringhausen plötzlich acht Kinder ohne Eltern da.

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