Altes Foto erinnert an Kindheit in Schmillinghausen

Streiche in Reihe drei: Erinnerungen an Schriftstellerin Christine Brückner

+
Typisches Bild einer Volksschulklasse in den 20er Jahren. Dieses Foto entstand in Schmillinghausen und zeigt Christine Brückner (3. Reihe, die Zweite von links) mit ihrer Volksschulklasse 1925/26: Emmi Hoppe(in der zweiten Reihe die Erste von Rechts), Helene Hoppe (3. Reihe die Erste von Links),Friedrich Hoppe(auf der linken Sitzreihe der Linke am zweiten Tisch),Hildegard Mogk(zweite Reihe die Erste von Links),Adele Vogel(2. Reihe die Zweite von Links),Erna Heinemann (2. Reihe die Zweite von Rechts),Helene Luttrup (zweite Reihe die Erste von Rechts), Lehrer Vöpel. Weitere Namen sind nicht bekannt.

Bad Arolsen-Schmillinghausen. Ein wenig bekanntes Bild von der weltbekannten Schriftstellerin Christine Brückner (1921 - 1996) zeigt sie als junges Schulmädchen in der Volksschule ihres Heimatdorfes Schmillinghausen.

Mithilfe ihrer Großmutter Brigitte Bracht hat WLZ-Praktikantin Elinour Bracht Eindrücke aus jener Zeit zusammengetragen. Das Schreiben und Lesen lernte die berühmte Schriftstellerin Christine Brückner schon vor der Einschulung. Im Pfarrhaus von Schmillinghausen, nahm sich Vater Pfarrer Carl Emde die Zeit, seiner aufgeweckten Tochter schon früh das Lesen beizubringen. 

Brigitte Bracht (75) geborene Hoppe, kann sich noch gut an die Geschichten über Christine Brückner und Helene Hoppe, ihrer Mutter erinnern. Helene und Christine waren Freundinnin seit Sandkastenzeiten und wuchsen gemeinsam in Schmillinghausen auf. Brückner sei ein lebendiges und fröhliches Mädchen gewesen. Bevor die Schule anfing, ging sie in das Dorf um zu schauen ob schon wer wach war. Wenn in den Scheunen schon fleißig gearbeitet wurde, half Brückner gerne mit.

Sie war aber nicht nur fleißig, sondern alberte gerne mal rum, wie es von ehemaligen Schulfreunden heißt. Wenn der Lehrer mal nicht hinguckte, band sie die Jungs in der Reihe vor ihr mit dem Gürtel an der Sitzbank fest. Und wenn die Jungen aufstehen sollten blieben sie hängen. Das fanden die Schüler immer lustig, der Lehrer aber nicht.

Christine Brückner blieb bis zu ihrem zwölften Lebensjahr in Schmillinghausen. Dann zog die Familie aufgrund des Drucks durch die Nationalsozialisten im Dorf nach Kassel. Ihr Vater, Pfarrer Carl Emde, zählte sich zur Bekennenden Kirche und nicht zu den regimenahen Deutschen Christen. Christine wechselte dann vom Arolser Gymnasium zu einer Oberschule nach Kassel. In ihrem weiteren Leben entwickelte sich Christine Brückner zu einer der erfolgreichsten deutschen Schriftstellerinnen.

Zahlreiche ihrer Bücher erzielten Millionenauflagen und wurden in viele Sprachen übersetzt. Mit ihrem ersten Roman ,,Ehe die Spuren verwehen“ 1954 gelang der Autorin den Durchbruch indem sie in einem Roman-Wettbewerb den ersten Platz belegte.Besonders bekannt ist der Roman ,,Jauche und Levkojen“, welcher auch verfilmt wurde.

Ihr Nachlass wird von der Stiftung ,,Brückner-Kühne“ in Kassel verwaltet. Zu Ehren Christine Brückners wurde die Stadtbücherei in Arolsen nach ihr benannt. Auch wenn sie nicht nur gute Erinnerunge an ihren Heimatort hat, war es ihr Wunsch in Schmillinghausen nach ihrem Tod (1996) auf dem alten Friedhof beigesetzt zu werden.

(Von Charlotte Neuse und Elinour Bracht)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare