Unternehmergespräch in Mengeirnghausen

Strom künftig rationieren? - EWF-Geschäftsführer Stefan Schaller zum Sinn von digitalen Stromzählern

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Unternehmergespräch bei der Firma Elektro Engelhard. Vorne von links: EWF-Geschäftsführer Stefan Schaller, Jörg Engelhard und Bürgermeister Jürgen van der Horst.

Bad Arolsen. Auf tief greifende Umwälzungen bei der Stromversorgung hat EWF-Geschäftsführer Stefan Schaller die Teilnehmer am Unternehmergespräch des Bürgermeisters eingestimmt.

Wenn die Energiepolitik in diesen Tagen von Digitalisierung, Smart Home und Smart Grids (Kluge Netze) schwärme und wenn gleichzeitig mit dem Einbau von digitalen Stromzählern begonnen werde, dann sei das nichts anderes als der Einstieg die Rationierung der Stromlieferung. Der Verbrauch könne damit an die Verfügbarkeit angepasst werden. 

Derzeit sei noch genügend elektrische Energie zu jeder Zeit überall in Deutschland verfügbar. Die Abrechnung erfolge daher nach Verbrauchsmengen. Künftig aber, wenn der Anteil an regenerativer Energie aus Wind und Sonne dreimal so hoch liege wie bisher, werde zwangsläufig auch die zuverlässige Verfügbarkeit von elektrischer Energie abnehmen. 

Wind und Sonne seien nun mal nicht ganzjährig überall gleichmäßig vorhanden. Um die Netze zu entlasten, müssten daher digitale Steuermechanismen eingeführt werden, so Schaller. 

Der Einbau von sogenannten Smart Meter (Kluge Zähler) und Smart Home (Kluge Elektrogeräte im Haushalt) ermögliche es dem Stromlieferanten bei Stromknappheit, bestimmte Großverbraucher wie Föhn, Waschmaschine oder Backofen abzuschalten und noch die Heizungspumpe und das Radio mit Strom zu versorgen. 

Das klinge zwar heute noch wie eine düstere Utopie, sei aber nicht zu vermeiden, wenn die Ziele der Energiewende konsequent umgesetzt würden, so EWF-Geschäftsführer Stefan Schaller vor Unternehmern aus Bad Arolsen. 

Das Unternehmergespräch fand statt in den Schulungs- und Lagerräumen der Firma Elektro Engelhard im Gebäude der ehemaligen Standortverwaltung auf dem Hagen. Firmeninhaber Jörg Engelhard nutzte die Gelegenheit, um sein Familienunternehmen mit aktuelle 39 Mitarbeitern vorzustellen.

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