Erneuter Schlagabtausch zwischen Mehrheitsfraktionen und Bürgerliste

Strom für die Steckdose

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Bad Arolsen - Zunächst sah es so aus, als würde das Thema schnell über die Bühne gehen: Kenntnisnahme des vom Regierungspräsidium vorgelegten Entwurfes über die Windenergieflächen im Regionalplan für Nordhessen. Übernahme dieser Pläne für die Windflächen in Landau.

Eigentlich ging es nur um Kenntnisnahme, mit oder ohne Zustimmung war dahingestellt, wie schon im Haupt- und Finanzausschuss ausführlich diskutiert und belächelt.

Doch dann meldete sich der CDU-Stadtverordnete Markus Luckey noch einmal zu Wort und richtete sich ausdrücklich an die fünf anwesenden Stadtverordneten der Bürgerliste: „So einfach lassen wir sie nicht aus der Sache raus. Jetzt müssen Sie Farbe bekennen. Was haben Sie eigentlich gegen die Windvorrangflächen in Landau?“

Dazu stellte Armin Engelhard (BL) fest: „Ich habe schon im Umweltausschuss gesagt, dass wir nichts gegen die Windvorrangflächen auf den Ackerflächen in Landau haben, wenn die Bürger das wollen. Wir bleiben aber bei unserer Ablehnung von Windkraftanlagen auf Waldflächen, egal ob im Stadtwald von Mengeringhausen oder von Landau.“

Eberhard Eckhardt (SPD) hakte nach und fügte hinzu: „Irgendwie muss der Strom ja auch in die Steckdose kommen. Die Mehrheit in Deutschland ist für den Atomausstieg, auch wenn Dr. Reder am liebsten weiter auf die Atomkraft setzen würde.“

Konzept nicht ausgereift

Dazu stellte der Angesprochene Dr. Andreas Reder klar, es würden große Mengen an Windkraftanlagen benötigt, um die Atomkraftwerke zu erset-zen, 3000 alleine für das Kraftwerk in Biblis. Und wenn diese 3000 bei gutem Wind tatsäch-lich Strom lieferten, dann sei es so viel, dass das Angebot die Nachfrage übertreffe. Es fehle offenbar an den notwendigen Speicherkapazitäten. Und so lange dies so sei, bleibe er ein Kritiker der Windkraft, so Reder.

Dem hielt der Grünen-Stadtverordnete Sebastian Wackes entgegen, dass derzeit mit Hochdruck auf allen Feldern geforscht werde, auch zum Thema Stromspeicher. Es sei jedoch töricht, mit dem Ausbau der Windenergie zu warten, bis die Speicherproblematik geklärt sei. So lange dürfe man nicht warten. Alle Ebenen des Staates müssten in ihrem Zuständigkeitsbereich das Notwendige tun. Für die Städte seien dies die Windvorrangflächen und das Baurecht für Windkraftanlagen.

Schließlich bekräftigten Dr. Reder und Jörg Vogel von der Bürgerliste noch einmal ihre alte Forderung nach größeren Abstandsflächen zwischen Windkraftanlagen und Wohnbebauung. Das Zehnfache der Anlagenhöhe sei das Minimum.

Außerdem sprächen Ortsbeirat und Stadtparlament nicht für die ganze Bevölkerung. Es gebe zahlreiche Kritiker der Windkraftanlagen.

Dazu stellte Bürgermeister Jürgen van der Horst fest: „Die Umsetzung dieser Forderung (zwei Kilometer bei 200 Meter hohen Anlagen) würde bedeuten, dass in Bad Arolsen keine einzige Anlage gebaut werden dürfte, in Hessen nur einzelne wenige. Die gesetzlich vorgeschriebenen Abstände von einem Kilometer Abstand zu geschlossenen Ortschaften und 600 Meter zu Einzelgehöften werden bei allen in Bad Arolsen geplanten Anlagen deutlich überschritten.

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