CRS-Absolvent Immanuel Brand Rivas hält Vortrag an seiner alten Schule

Zum Studium nach Mexiko

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CRS-Absolvent Immanuel Brand Rivas (Abi-Jahrgang 2009) zusammen mit seinem mexikanischen Studienkollegen Jose Luis Perez Mora (r.) von der Universität Puebla bei einem Vortrag an der CRS.

Bad Arolsen - Vier Jahre nach seiner Abiturprüfung ist Immanuel Brand Rivas an seine Christian-Rauch-Schule zurückgekehrt, um den angehenden Abiturienten des nächsten Jahres einen Einblick in sein Studium an der Universität Puebla in Mexiko zu geben.

Als Sohn eines deutschen Vaters und einer mexikanischen Mutter ist Immanuel Brand zweisprachig aufgewachsen. Er besitzt beide Staatsangehörigkeiten. Und so stand für ihn schon früh die Entscheidung fest, in Mexiko zu studieren.

In Puebla dreht sich nicht nur alles um das große Volkswagenwerk. An der dortigen Universität kann man auch hervorragend Internationale Beziehungen und Diplomatie studieren.

Mit seinem jetzigen Abschluss kann er sich um die Aufnahme an der Diplomaten-Akademie des mexikanischen Außenministeriums bewerben. Damit stehen ihm Karrieren in der Landesverwaltung, in der Politik oder gar auf diplomatischem Parkett offen.

Als sechstgrößter Beitragszahler der Vereinten Nationen kann Mexiko auch über die Besetzung interessanter Stellen bei diversen UN-Organisationen mitreden.

Wie im Kriegszustand

Doch fürs Erste ist Immanuel zusammen mit seinem Kommilitonen Jose Luis Perez Mora auf Einladung des Lateinamerika-Instituts der Freien Universität Berlin in Deutschland. In der kommenden Woche werden sie bei einem politikwissenschaftlichen Kolloquium einen Vortrag über regionale Sicherheitspolitik in Mittelamerika und den aktuellen Krieg gegen die Drogenkartelle in Mexiko halten.

Eine vereinfachte, leichter verständliche Version ihres Vortrags hatten die beiden Studenten aus Mexiko am Mittwochvormittag für die angehenden Abiturienten des kommenden Jahres (Q2-Phase) mit in die Christian-Rauch-Schule gebracht. Die politikwissenschaftliche Vorlesung in englischer Sprache hatte CRS-Lehrer Tim Sauerwein als Fachsprecher für Politik und Wirtschaft im Filmsaal der Schule ermöglicht.

So erhielten die Schüler einen sehr tief gehenden Einblick in das gesellschaftliche Leben Mexikos. Der Drogenkrieg fordert dort täglich mehr Tote als der Bürgerkrieg in Syrien. Nachdem es die Vereinigten Staaten mit massivem Militäreinsatz geschafft haben, Kolumbien als Hauptlieferanten für Rauschgift in den USA auszutrocknen, scheint Mexiko diese unrühmliche Position eingenommen zu haben.

Waffen gegen Drogen

Während also harte Drogen von Süd nach Nord geschmuggelt werden, decken sich die mexikanischen Drogenbarone in den Vereinigten Staaten ohne große Probleme mit modernsten Waffen ein. So kommt es, dass bei immer mehr Schießereien die mexikanischen Sicherheitsbehörden schlechter ausgestattet sind als die Drogenkrieger.

Der zwischen Mexiko und den USA ausgehandelte Merida-Plan sieht vor, dass die USA künftig technische und logistische Hilfe im Krieg gegen die Drogenbarone liefern.

Urlaubsparadiese

Doch diese Aufrüstung allein kann auf Dauer keine Lösung für die tief greifenden sozialen Probleme bringen, die eigentlich erst die Drogenbosse groß gemacht haben. Die beiden Studenten zeigten in ihrem Vortrag auf, dass der mexikanische Staat gefordert ist, soziale Projekte in Armenvierteln zu organisieren, um der Drogenmafia langfristig den Boden zu entziehen.

Das habe das Land verdient, das sich eigentlich viel lieber über Urlaubsparadiese wie Acapulco und Cancun definiere als über den Drogenkrieg, so die beiden Studenten von der Universität Puebla.

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