Vorbereitungen auf neue Saison der Freilichtbühne in Twiste auf vollen Touren

Stunts für neue Saison üben

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Twistetal-Twiste - Auf der Freilichtbühne wird generationenübergreifend gespielt. In der Rolle, die der achtjährige Ben Backhaus übernommen hat, stand 1990 bereits seine Mutter Steffi auf der Bühne.

„Was für’n Zirkus“ war vor 22 Jahren das erste Stück auf der Waldbühne, das nahezu ausschließlich mit Kindern besetzt wurde. Zehn Jahre zuvor wurde mit „Aschenputtel“ erstmals ein Kinderstück gespielt. Meist waren es in den Achtzigerjahren Grimm’sche Märchen, bei denen Erwachsene und Jugendliche gemeinsam auf der Bühne standen. Um auch den Nachwuchs mit einzubeziehen, „wagte“ es der damalige Regisseur Eduard Thielemann schließlich, die Hauptrollen an Kinder zu vergeben.

Junge Schauspieler

Viele Tiere spielen in dem Stück des Autors Renier Baaken um einen kleinen, bunten Wanderzirkus mit. Eines von ihnen, den Affen Pantolio Fix, hatte die damals elfjährige Steffi Backhaus dargestellt. Bei der Wiederaufnahme von „Was für’n Zirkus“ ist die freche Rolle an ihren Sohn Ben gegangen. Im zarten Alter von acht Jahren ist Ben bereits ein kleiner Bühnenprofi. Wie viele andere Kinder, die über ihre Eltern mit der Bühne aufgewachsen sind, lässt er sich vom Probentrubel nicht aus der Ruhe bringen. „Er geht zuversichtlich an die große Rolle heran“, weiß Regisseur Karl-Heinz Röhle zu berichten, der von den schauspielerischen Qualitäten des jungen Darstellers überzeugt ist. Mama Steffi Backhaus wirkt in dieser Saison übrigens beim „Herrn der Diebe“ mit, während Papa Stefan gar für beide Stücke auf der Bühne stehen wird.

Für Theaternachwuchs ist in Twiste immer gesorgt. Das zeige sich besonders in diesem Jahr, wo viele Kinder erstmals auf der Bühne stehen, wie Regisseur Röhle erklärt: „Da müssen wir ganz anders proben.“ Ideal ist das Zirkusstück mit seinen vielen Tierrollen auch deshalb, weil schon die Kleinsten mitmachen können. „Wir werden immer mutiger und besetzen die Rollen immer jünger“, stellt dazu der stellvertretende Bühnenvorsitzende Ralf Israel lachend fest. Die gestandenen Mimen wissen eben ganz genau, was sie an ihrem theaterbegeisterten Nachwuchs haben.

Das gilt auch für die Twister Jugend, die in diesem Sommer den „Herrn der Diebe“ auf die Waldbühne bringt. Für das spannende Familienstück hat der Autor Wolfgang Adenberg den gleichnamigen Roman von Cornelia Funke für die Bühne bearbeitet. Regisseur Jörg Dreismann, der mit dem Venedig-Abenteuer seinen Regie-Einstand im Bachteringhäuser Tal gibt, hatte bereits im November zu ersten Proben geladen. Mit Übungen und Schauspieltraining sollten die jungen Darsteller frühzeitig zu ihren Rollen finden. „Das ist eine ganz andere Herangehensweise“, hat Ralf Israel beobachtet. Bei ersten Textproben sei man wesentlich schneller „im Stück drin“ gewesen.

Begeisterung

Neu ist auch die Intensität, mit der die Jugendlichen in den Requisitenbau einbezogen werden. In der Geschichte saust Scipio, der „Herr der Diebe“, durch Venedigs Gassen. Masken dürfen dabei nicht fehlen, zumal selbst Scipios Kinderbande die Identität ihres Anführers nicht kennt. Für die mehrfach besetzte Hauptrolle, deren Darsteller sich in hohem Tempo über die Bühne bewegen müssen, scheiden vorgefertigte Masken allerdings aus. Für die Jungschauspieler war daher aufwendiger Maskenbau angesagt. Vier Schritte sind nötig, um vom Gipsabdruck zur fertigen Halb- oder Ganzmaske zu kommen, die noch unter Anleitung des Regisseurs geformt werden. Über Maskenbau und Textproben hinaus sind die Scipio-Darsteller anderweitig gefordert. Für Ende April hat Regisseur Dreismann sogar ein Stunt-Training angesetzt, in dem eine spektakuläre Art der Fortbewegung vermittelt werden soll.

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