Digitalministerin Sinemus zu Gast bei den Arolsen Archives

Suchdienst-Akten digital verfügbar machen

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Digitalministerin zu Gast bei den Arolsen Archives. Hier werden Dokumente Seite für seite abfotografiert, um sie digital zugänglich zu machen. Von links der stellvertretende Leiter der Arolsen Archives, Steffen Baumheier, Alexander Lommel Ministerin Kristina Sinemus und Beatrix Kolander. 

Bad Arolsen.  Digitalministerin Kristina Sinemus hat den Viehmarktsbesuch in ihrer Waldecker Heimat mit einer Reihe von dienstlichen Terminen verknüpft.

Am Morgen überreichte sie im Arolser Rathaus Bürgermeister Jürgen van der Horst eine Absichtserklärung zur Kofinanzierungsbereitschaft des Landes Hessen für den Breitbandausbau des Bioenergieparks Nordwaldeck und des Gewerbegebietes Söllinge überreichen.

Bei den Arolsen Archives informierte sich die Ministerin über die Digitalisierungsstrategie der wichtigen internationalen Institution, als Unesco Weltdokumentenerbe anerkannt wurde. Unter anderem besuchte sie das Archiv und das Digitalisierungszentrum. Vor allem aber übernahm Ministerin Sinemus sie die Schirmherrschaft für das „Bürgerwissenschaftsprojekt gegen das Vergessen“.

Ziel des Projektes gegen das Vergessen ist es, die Namen von Häftlingen und Deportierten, etwa auf KZ-Transportlisten, zu erfassen und sie damit online auffindbar zu machen. „Das Projekt gibt Schülerinnen und Schülern und Interessierten die Möglichkeit, sich digital mit der Vergangenheit und dem Nationalsozialismus auseinanderzusetzen. So geht digitale Geschichtsbildung“, betonte Sinemus am Donnerstag in Bad Arolsen.

Das Projekt mache Geschichte greifbar und biete Anlass zur Reflektion. Sinemus: „In einer Zeit in der rassistische Parolen Hochkonjunktur haben und die Zahl der Hassverbrechen steigt, ist es wichtiger denn je, das Wissen über den Holocaust in der heutigen Gesellschaft präsent zu halten. 

Dieses Projekt könne einen wichtigen Beitrag zur geschichtlichen Bildung der Schülerinnen und Schüler leisten, betonte Sinemus. Deshalb fühle sie sich geehrt, die Schirmherrschaft zu übernehmen.

Ziel der Arolsen Archives ist es, bis 2025 sämtliche Dokumente digital verfügbar zu haben. Aktuell seien schon 100 Millionen von 110 Millionen eingescannt. Es habe sich aber gezeigt, dass die ersten Scans aus den 90er Jahren nicht in der heute notwendigen Qualität vorliegen. 

Vor allem müssten die in Handschrift erfassten Namenslisten digital lesbar gemacht werden, erläuterte der beim Suchdienst für Digitalisierungsprozesse zuständige Achim Link. Das im aufbau befindliche „Bürgerwissenschaftsprojekt gegen das Vergessen“ wolle über das so genannte Crowdsourcing den Einsatz von Schülern nutzen, bisher nicht indizierte Listen zu erfassen.

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