Internationales Bildungs- und Sozialwerk errichtet in Volkmarsen Heim für Autisten

Therapiezentrum auf Bauhofgelände

+
Die Stadt verkauft das Bauhofgrundstück. Dort will das Internationale Bildungs- und Sozialwerk ein Wohn- und Therapiezentrum für autistische Menschen errichten. Foto: pr

Volkmarsen - Das Internationale Bildungs- und Sozialwerk in Iserlohn will für 3,5 Millionen Euro auf dem Gelände des Bauhofes ein Wohnheim für Autisten errichten.Die Stadtverordnetenversammlung befasste sich am Dienstag mit der Angelegenheit.

CDU, FWG und FDP gaben eine gemeinsame Erklärung zu dem Thema heraus. Der Magistrat und der Investor sahen sich dadurch bemüßigt, ihrerseits in einer Erklärung präzise Angaben zu dem Projekt zu geben.

Das Internationale Bildungs- und Sozialwerk (unter anderem Träger des Seniorenwohn- und Pflegezentrums Haus Kugelsburg) will in Volkmarsen ein Wohn- und Therapiezentrum für Menschen mit Autismus ansiedeln, wie der Vorsitzende Siegfried Renneke berichtet. Unter Autismus wird eine Verhaltens- und Wahrnehmungsstörung in Verbindung von diversen Behinderungen verstanden.

Bundesweit besteht ein hoher Bedarf für die spezielle Betreuung von Erwachsenen sowie teilweise schulpflichtigen Kindern und Jugendlichen mit autistischen Störungen. Volkmarsen eignete sich nach Auffassung von Renneke aufgrund seiner zentralen Lage gut für eine solche Einrichtung. Seit Ende 2009 werden Gespräche geführt, um einen geeigneten Standort zu finden. Aus Sicht des Internationalen Bildungs- und Sozialwerkes (Int-BSW) kommt nur Volkmarsen in Frage. In die engere Wahl gezogen wurde das Bauhofgelände, wobei das Gebäude abgebrochen werden soll.

In vier Wohngruppen werden insgesamt 28 Bewohner, die aus dem gesamten Bundesgebiet kommen können, leben, darunter maximal bis zu vier bis sechs Kinder oder Jugendliche, die in unterschiedlichen Altersklassen und Schultypen unterrichtet würden. 47 Vollzeitarbeitsplätze werden nach Auskunft von Renneke in dem Wohn- und Therapiezentrum für qualifizierte junge Menschen geschaffen. Dies sei in Anbetracht des demografischen Wandels für die Region ebenfalls von Bedeutung, wie Bürgermeister Hartmut Linnekugel dazu feststellt. Die Pläne sind bereits ausführlich im Magistrat und im Ältestenrat vorgestellt worden. Außerdem fand zu dem Thema ein Besuch in einer entsprechenden Einrichtung statt. Das Int-BSW und die Stadt haben die Nachbarn und Anlieger des jetzigen Bauhofs zu einer Informationsveranstaltung eingeladen.

Die Stadt hat den Betriebshof an der Lütersheimer Straße 1980 vom Land erworben. Für die Kommune bietet sich nun die Gelegenheit, die als störend empfundene Bauhof-Immobilie mitten in einem Wohngebiet zu veräußern und anderweitig zu nutzen.

Darüber hinaus wird die Ansiedlung des Wohn- und Therapiezenrums als positiv für die Stadtentwicklung gesehen. So werden Investitionen getätigt, wird die Kaufkraft gestärkt und bietet sich für das Bildungs- und Sozialwerk die Möglichkeit, eine gemeinsame Küche für das Seniorenheim Haus Kugelsburg und die neue Einrichtung anzusiedeln, die Kosten werden mit 700000 Euro beziffert. Die laufenden Betriebsausgaben dürften sich ebenfalls positiv auf die Region auswirken. Schließlich könnte Volkmarsen einen Ruf als Standort für die Integration und Inklusion von Menschen mit Behinderungen stärken.

Offen ist indessen die Frage, wo demnächst die Mitarbeiter des Bauhofes angesiedelt sein werden. In einem sogenannten Vorhaltebeschluss wurde das Grundstück im Bereich des Feuerwehrstützpunktes Volkmarsen für einen eventuellen Neubau diskutiert. Aufgrund der schwierigen finanziellen Lage Volkmarsens werden verschiedene Varianten diskutiert, unter anderem eine Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden, die einen gemeinsamen Betriebshof nutzen.

Der Magistrat favorisiert als Interimslösung eine vorübergehende Anmietung. Unterdessen sollen alle Möglichkeiten wie Anmietung, Kauf, Mietkauf, Kooperation mit Nachbarkommunen erörtert werden und in ein Konzept einfließen. Bürgermeister Linnekugel: „Der Magistrat legt absoluten Wert darauf, dass die in vorbildlicher Weise arbeitenden Mitarbeiter des städtischen Bauhofes auch zukünftig eine adäquate, aufgabenorientierte Liegenschaft zur Verfügung gestellt bekommen, um die bestehende gute Motivation zu erhalten.“(r)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare