Bastler Andreas Niehoff recycelt alte Elektrogeräte

Wie aus Tonbandspulen in Mengeringhausen Hängeleuchten werden

Der Techniker Andreas Niehoff in seiner Werkstatt in Mengeringhausen. Fotos: Armin Haß

Eingerahmt von Messgeräten und allerlei Werkzeug, ist der Rundfunk- und Fernsehtechniker Andreas Niehoff in seinem Element. Er prüft nicht nur aktuelle Unterhaltungselektronik auf Herz und Nieren, sondern baut aus alten Lautsprecherboxen und Plattentellern Lampen oder Geschirrständer.

Von Kindesbeinen an hat Niehoff an Radios gebastelt und dann folgerichtig den Technikerberuf erlernt. Heute widmet er einen Teil seiner Zeit in der heimischen Werkstatt dem Recycling von alten Verstärkern, Lautsprechern, Tonbandspulen oder Satellitenschüsseln.

Freude am Basteln

Die mit allerhand Radios, Verstärkern oder alten Kassettendecks und zu Alltagsgegenständen umfunktionierten Gerätschaften vollgestopfte Wohnung erinnert an die Werkstatt eines Daniel Düsentrieb, und ältere TV-Zuschauern denken vielleicht an die Rowenta-Bügeleisen, die für die deutsche TV-Serie „Raumpatrouille“ in den 60-er Jahren zu Raumgleitern umfunktioniert wurden.

Aus Tonbandspulen und Lautsprechern hat Andreas Niehoff Hängelampen gebaut.

Niehoff hat Freude am Basteln und will auch beweisen, dass die Bestandteile technischer Geräte, wenn sie schon nicht mehr funktionieren, wenigstens noch einem neuen Zweck zugeführt werden können. Daheim funktioniert er etwa alte Tonbandspulen und Teile von Lautsprechern zu Deckenlampen um, einen Plattenspieler hat er in einen Alukoffer eingebaut, aus Teilen von Sat-Schüsseln hat Niehoff Besteck- und Flaschenhalter hergestellt. In dem Single-Haushalt wimmelt es von skurrilen Umbauten, verkaufen will er sie nicht, weil die technischen Prüfsiegel fehlen.

Nicht gleich wegwerfen

Doch dem Bastler und Tüftler macht das Umbau nicht nur Spaß, er will auch beweisen, dass Elektrogeräte nicht gleich weggeworfen werden müssen, weil sie nicht mehr funktionstüchtig sind und auch nicht mehr repariert werden können.

Viele Geräte landen zur Wiederverwertung im Lager des Technikers. Auch Möbelteile kann er gut gebrauchen, etwa Rückwände von Schränken. Richtig „abgefahren“ sind Uhren, die aus einer Zigarrenkiste oder einem alten Lkw-Fahrtenschreiber gebastelt wurden - oder die Uhr, die gerade aus einem alten Plattenteller entsteht.

Ausgleich zur Alltagsarbeit

Das Ganze sei auch ein Ausgleich zur täglichen Arbeit , der Reparatur von Geräten. Viele Elektronikartikel seien kaum noch wirtschaftlich zu reparieren und eher Wegwerfprodukte. Niehoff stellt sich schon die Frage, ob künftig noch genug handwerklich ausgebildeter Nachwuchs bereitstehe.

Er bedauert, dass für heutige Elektrogeräte Ersatzteile nur schwer zu bekommen sind und Reparaturen oft unwirtschaftlich würden.

Riskanter Schrott

Wichtig sei es, dass die Geräte ordnungsgemäß entsorgt und in Deutschland dem Recycling zugeführt würden und nicht durch dubiose Sammler dann doch als Elektroschrott in Entwicklungsländern lande, der unter gesundheitlichen Risiken aufgearbeitet werde.

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