70 Jahre nach Ende der Schlacht um Wolga-Metropole Gedenkveranstaltung in Bad Arolsen

Tote bei Stalingrad mahnen zum Frieden

Bad Arolsen - Für einen Gedenktag lang war Wolgograd offiziell wieder Stalingrad, und im fernen Bad Arolsen wurde an eben diesem Tag der Opfer der berüchtigten Kesselschlacht im Zweiten Weltkrieg gedacht, die vor 70 Jahren mit dem Sieg der Roten Armee über die Deutschen endete.

Bad Arolsen (ah). „Wir müssen darauf hinwirken, dass sich so etwas nie wieder ereignet“, sagte Dieter Fischer, Oberfeldwebel a. D. und Vorsitzender des Kyffhäuser-Verbands Waldeck, am Samstagvormittag bei der Gedenkfeier am Mahnmal am Alten Friedhof. Fischer hatte zu der Gedenkveranstaltung unter anderem die Kyffhäuser-Kameradschaften aus dem Waldecker Land, Vertreter des Bundes der Vertriebenen, des Sozialverbands VdK und Oberstleutnant a. D. Leopold von Carlowitz begrüßt, der für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge Jahrzehnte nach der Schlacht mit für eine würdige Bestattung der in der Region um Wolgograd liegenden Gebeine der gefallenen deutschen Soldaten sorgte. Im Zusammenwirken mit russischen Verbänden und Regierungsstellen gelang es, eine deutsche Kriegsgräbergedenkstätte im fernen Russland anzulegen. „Die Toten mahnen die Lebenden“, sagte Fischer. Mit einem Wort des früheren Bundespräsidenten Theodor Heuss betonte er die Verpflichtung der Überlebenden, für den Erhalt des Friedens zwischen den Menschen und den Völkern zu sorgen. Namentlich erinnerte Fischer an Albert Neumann, Günter Lange, Karl Rauch und Ernst Marschke aus Nordwaldeck, die Stalingrad überlebt hatten, sowie an den Kirchenrat Christoph Probst, der als einziger bekannter Stalingrad-Kämpfer aus dem Waldecker Land noch lebt. In das Gedenken schloss Fischer ausdrücklich auch die 500 000 Opfer auf russischer Seite ein. Der sowjetische Diktator Josef Stalin hatte, wie Fischer sagte, „verboten, die Heldenstadt zu verlassen“.„Leider gibt es auf der Welt wieder Hassprediger und Fanatiker, die nicht von der Gewalt ablassen können“, sagte Fischer: „Das Einzige, was wir tun können, ist gedenken.“

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