50 Jahre nach der Eröffnung erste umfassende Sanierung der Nicolai-Schule

Ein Traum wird verwirklicht

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Sportliche Höhepunkte präsentierten die Schüler der Nicolai-Schule in der Stadthalle.

Bad Arolsen-Mengeringhausen - Vor 20 Jahren war die für zwei Millionen Euro sanierte Nicolai-Schule für die damalige Referendarin Katrin Schad ein Traumzustand. Als Schulleiterin stellt sie nunmehr fest, dass sich das Ergebnis, mithin die 50 Jahre alte Schule, sehen lassen kann.

Auch mancher ehemalige Schüler, manche Ehemalige freute sich über das Ergebnis der Sanierung, das im Rahmen der 50-Jahr-Feier am Samstag bei einem Tag der offenen Tür präsentiert wurde. Die heutige Grundschule zeige sich in neuem Glanz, dabei seien alte Elemente geblieben, stellte Schad bei der Feierstunde in der Stadthalle fest. Dabei wurde auch der Abschluss der Sanierungsarbeiten in der Turnhalle gewürdigt, die vor 49 Jahren in Betrieb genommen wurde (wir berichteten über die Sanierung ausführlich in der Samstagausgabe).

Die frühere Grund- und Hauptschule war für die damals auch schon beachtliche Summe von 850 000 Mark (ohne Berücksichtigung von Kostensteigerungen heute 430000 Euro) gebaut worden, die damals selbstständige Stadt Mengeringhausen war mit 400000 Mark beteiligt, der Rest wurde unter anderem vom damaligen Kreis Waldeck mitfinanziert.

„Energiekosten spielten damals keine Rolle“, stellte Landrat Dr. Reinhard Kubat bei der Feierstunde fest. Das Bestreben, die Wärmeverluste durch mangelhafte Isolierung einzudämmen, sei ein Hauptgrund für die vor vier Jahren begonnene Sanierung gewesen. Im gleichen Zuge wurden auch die Funktionalität und das Aussehen der heute zweizügigen Grundschule mit 156 Schülern verbessert.

„Es ist nichts so geblieben, wie es einmal war“, fasste Kubat das Ergebnis der Sanierung zusammen. „Hier wurde trefflich investiert“, fügte der Landrat und Schuldezernent fest. Dabei sei der Kreis Träger von insgesamt 66 Schulen, und dauch dort seien Arbeiten erforderlich. Dies sei auch wichtig, um ein gedeihliches Lernumfeld zu bieten, in dem Kinder zu selbstständigen, mündigen Bürgern erzogen würden.

Kubat erinnerte an den Namensgeber, an den früheren Mengeringhäuser Pfarrer und Kirchenlieddichter Philipp Nicolai (1556 – 1608). Dessen im Gesangbuch zu den Klassikern zählendes Lied „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ könne auch ein gutes Motto der Schule sein. Schön sei auch, dass Graf Heinrich der Eiserne als Mengeringhäuser Symbolfigur an der Fassade habe erhalten werden können.

Die Sanierung der alten Schule war in den Kreisgremien nicht zuletzt wegen der demografischen Entwicklung diskutiert worden. Doch nach den aktuellen Prognosen bleibt die Zahl der Schüler mindestens bis 2017 konstant.

Er sei „irritiert“ gewesen über den 50 Jahre alten Befund der Schule, erinnerte sich Architekt Henning Schütt an den ersten Ortstermin mit Vertretern des Gebäudemanagements des Kreises 2008. Zunächst sei es nur um eine Verbesserung von Technik, Brandschutz und Betriebssicherheit gegangen. Doch die umfassende Sanierung verdanke die Schulgemeinde der Finanzkrise, in der Konjunkturprogramme des Bundes und des Landes aufgelegt worden seien. Mithilfe dieser Fördermittel und Geldern des Kreises sei schließlich die Sanierung erfolgt: „Das war ein ziemlicher Kraftakt, weil die Arbeiten während des Schulbetriebs erfolgen mussten.“ Das Ergebnis sollte Bestand haben für die nächsten 50 Jahre. 80 Prozent der Arbeiten seien von Betrieben aus dem Kreisgebiet abgewickelt worden.

Erfreut über die Sanierung äußerte sich Bürgermeister Jürgen van der Horst. Schließlich sei Bildung gerade im ländlichen Raum sehr wichtig. Und der Lernerfolg hänge auch von einem guten Umfeld und einer guten Ausstattung der Schule ab. „Wir brauchen junge Leute, die nicht nur beruflich in unserer Region Fuß fassen, sondern sich auch auf gesellschaftlicher Ebene hier engagieren.“

Katrin Schad hatte sich 1999, als sie das Referendariat an der Nicolai-Schule begann, nicht von dem eher abweisenden Aussehen der Unterrichtsstätte abschrecken lassen, sondern sich von Anfang an in der Fachwerkstadt wohlgefühlt, wie sie in der Feierstunde erklärte. Doch die Sanierung sei gelungen. „Dem Gebäude wurde Stil verliehen“, stellt sie fest. Dafür hatten Schüler und Lehrer, die Baulärm ertragen und zum Teil in Containern zum Unterricht gehen mussten, einiges mitgemacht während der Sanierung. Und im Kollegium gab es auch heftige Diskussionen über das Projekt, wie die Rektorin berichtet.

Einige Wünsche sind noch offen geblieben: So liege der Schulgemeinde noch die Gestaltung des Schulhofes und der Wiese am Herzen, von der die Spielgeräte entfernt wurden.

Die Schulleiterin würdigte die Unterstützung durch den Hausmeister Bernd Harmel, die Schulgemeinde, den Förderverein und dankte dem Hausmeister der Stadthalle, Helmut Patzer, für den die Feier die letzte Veranstaltung für die Nicolai-Schule vor dem Weg in den Ruhestand sei. Vom Ergebnis der Sanierung konnten sich unter anderem auch MdL Armin Schwarz, Kreisausschussmitglied Hubert Thorwirth, der frühere Rektor Manfred Müller, Vertreter anderer Schulen und der am Vorabend verabschiedete Kreissportvorsitzende Dieter Feurich ein Bild machen.

Für den unterhaltsamen Rahmen sorgten Schülergruppen mit sportlichen und musikalischen Darbietungen.

(von Armin Haß)

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