Triathlon beim VfL Bad Arolsen

Lust an Leistung, Spaß an Natur

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Packender Moment: Der Start zum Twistesee-Triathlon beim Wettkampf im vergangenen Jahr.  

Triathlon ist mehr als Ausdauersport. Ein spannender Mehrkampf in der Reihenfolge Schwimmen, Radfahren und Laufen. Eine Herausforderung an Kraft und Technik. Eine Grenzerfahrung, die auch die Trianhas im VfL Bad Arolsen motiviert.

Die Organisatoren freuen sich schon riesig auf ihr Traditions-Event, den 36. Bad Arolser Twistesee-Triathlon, der am 8. September startet. „Sicherlich werden einige Zuschauer Lust bekommen, auch mal mitzumachen und ins Training einzusteigen, denn Spannung und Action ist bei unseren Wettkämpfen garantiert. Außerdem wirkt sich unser Sport positiv auf Stressbewältigung, Selbstwertfühl aus – so hat die ganze Persönlichkeit etwas davon“, sagt Abteilungsleiter und Trainer Oliver Klausen. 

Sportliche Zugpferde des Vereins: Die Ligastarter in diesem Jahr.

Zum Triathlon sei viel Training erforderlich, um Kondition, Kraft und Schnelligkeit aufzubauen. Doch an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit zu gehen, stärke auch das Selbstwertgefühl. Die Faszination, die schönen Momente und andere motivierenden Vorteile ihres Sports beschreiben die Aktiven so:

„Ich kann das Training gut in meinen Tagesablauf integrieren. Dies ist insbesondere für Schichtarbeiter gut“, so Stefan Möller.

„Besonders ist die Vielfältigkeit und das Potenzial für Verbesserungen, die man eigentlich in einem Leben gar nicht ausschöpfen kann. Zudem hat man viele Möglichkeiten durch die verschiedenen Distanzen. Man kann sich immer wieder verbessern und viele unterschiedliche Ziele erreichen“, so Nils Huckschlag. „Toll ist die Abwechslung von drei eigentlich unterschiedlichen Sportarten und zu sehen, zu was der menschliche Körper in der Lage ist“, so Kevin Meyer.

„Mich motiviert, dass man auch nach vielen Jahren sich immer noch verbessern und viele unterschiedliche Ziele im Laufe der Zeit erreichen kann. Am Schönsten ist es, wenn im Ziel der Schmerz nachlässt und man ans Buffet kann“, so Relin Mehrhoff.

Ein Sport für Naturliebhaber. Man muss bei jedem Wetter trainieren können, das stählt Körper und Widerstandskraft“, so Stefan Möller.

Berthold Winke war Initiator

Natürlich macht auch dieser Individual-Sport in der Gemeinschaft besonders viel Spaß. So ist Oliver Klausen froh, dass sich die Abteilung in den Jahren so gut entwickelt hat und erinnert an die Entstehung:

Alles begann im Sommer 1984. Bei mehreren Treffen von Sportbegeisterten Triathleten entschied man sich, eine Sparte des VfL Bad Arolsen zu gründen. Initiiert wurde dies durch den dann auch später agierenden Triathlon-Abteilungsleiter Berthold Winke.

Pause beim Radtraining. Die Hobbysportler trainieren drei bis vier Mal wöchentlich.

Vor 1994 traf man sich unregelmäßig und teils nur vereinzelt. Ziel sei es damals gewesen, dem Sport und insbesondere dem Training eine Struktur zu geben und so auch andere für dieses „tolle“ Hobby zu begeistern.

Seit den Anfangsjahren hat sich viel getan. Mit dem Einzug des Ligabetriebs Ende der 90er-Jahre kam verstärkt der Leistungsgedanke auf und man organisierte sich im Training noch besser. So trainieren die Arolser Trianhas beim Schwimmtraining auch meistens mit zwei verschiedenen Leistungsgruppen.

Nachdem der Triathlonsport olympisch wurde und die Medien verstärkt berichteten, wuchs die Sportbegeisterung in der Bevölkerung. Auch die Mitgliederzahl in Bad Arolsen wuchs, und mehrere wöchentliche Trainingstermine wurden festgelegt.

Aktuell treffen sich die Aktiven zweimal in der Woche zum Schwimmtraining und einmal zum Hallen- sowie Lauftraining. Die Radeinheiten werden individuell abgesprochen.

Twistesee-Triathlon ist Highlight

Zur Stärkung der Gemeinschaft und zur Terminabsprache treffen sich die Triathleten einmal im Monat zum Stammtisch in der Pizzeria Vecchia Roma in Bad Arolsen. Außerdem gibt es ein Trainingslager, eine Saisonabschluss- und eine Weihnachtsfeier. Doch besonders wichtig ist die Ausrichtung des Twistesee-Triathlons.

Annika Hartmann beim Zieleinlauf.

Heute hat die Trianhas des VfL 55 Mitglieder, davon etwa 30 beim Wettkampfsport Aktive. Die Gleichberechtigung der Geschlechter stecke allerdings noch in den Anfängen. „Wir sind rund 40 Männer, und die eine oder andere sportbegeisterte Frau könnten wir als Verstärkung noch gebrauchen“, so Klausen. Die Altersstruktur sei dagegen vielfältig und bewege sich aktuell von 18 bis 64 Jahren.

Auch im Jugendbereich gebe es noch Nachholbedarf. „Die reine Triathlon-Jugendarbeit gestaltet sich im ländlichen Bereich seit Jahren sehr schwierig. Primär findet diese zunächst im Schwimmbereich statt. Insbesondere in unserer VfL-Schwimmabteilung wird hier gute Arbeit geleistet. Viele junge Athleten finden dann am Ende der Jugendzeit die Begeisterung zum Triathlonsport und steigen dann bei uns ein“, berichtet Klausen.

Nils Huckschlag im Wettkampf.

Natürlich hänge die Motivation der Jugend auch an den sportlichen Vorbildern unter den Älteren. Seit dem Jahr 2000 sind die Bad Arolser dauerhaft in der höchsten hessischen Triathlonliga vertreten (aktuell gibt es fünf Ligen in Hessen). In den Jahren 2010 bis 2016 konnten die Trianhas sogar in die Regionalliga aufsteigen und die Klasse halten. Und die Wettkämpfe?

Mittlerweile gibt es hessenweit deutlich mehr als 100 kleinere und größere Veranstaltungen. Der hiesige Landkreis sei mit einigen Events am Edersee, Twistesee und im Burgwald gut aufgestellt.

Oliver Klausen: „Also, wer Lust hat, mitzumachen, sollte die Grundregeln der Fairness und des Respekts erfüllen. Interessierte sollten realistische Ziele haben und auch trainieren wollen. Für einen schnellen Einstieg in das Gruppentraining wäre eine Grundfitness im Ausdauerbereich von Vorteil.“ Und die Kosten? Die VfL-Mitgliedschaft beträgt für Jugendliche 50 Euro und für Erwachsene 60 Euro im Jahr. Die Startgebühren für Wettkämpfe: 30 bis 50 Euro.

Und der Zeitaufwand? Viele Athleten des VfL betreiben den Sport rein zum Hobby und trainieren wöchentlich nur drei bis vier Stunden. Ambitioniertere Ligaathleten oder Athleten, die eine Langdistanz (Ironman) planen, trainieren teils 15 oder mehr Stunden in der Woche. /Achim Rosdorff

Info: www.trianhas.de und www.twistesee-triathlon.com

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