Volksbildungsring kooperiert mit Marburger Universität

Trump und die Populisten Thema bei der Arolser Hochschulwoche

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Aktuelles Thema zur Eröffnung der 35. Bad Arolser Hochschultage: Politikwissenschaftler Prof. Hubert Zimmermann von der Uni Marburg skizzierte Gründe für den Wahlsieg Donald Trumps und den globalen Populismus.   

Bad Arolsen. Wer hätte das gedacht: ausgerechnet mit dem US-Präsidenten Donald Trump wurden die 35. Bad Arolser Hochschultage eröffnet. Zumindest stand der viel zitierte mächtigste Mann der Welt im Mittelpunkt des Eröffnungsvortrags, den Politikwissenschaftler Prof. Hubert Zimmermann von der Uni Marburg gestaltete.

Das Ziel der Reihe ist nach wie vor, Bildung und Wissen ins Land zu tragen, wie es vor 500 Jahren schon Landgraf Philipp als Gründer der Marburger Universität hielt.

Kooperationspartner sind der dortige Universitätsbund und die Stadt Bad Arolsen, denen Volksbildungsring-Vorsitzender Horst Schwarze für ihre Unterstützung dankte.

Wie unberechenbar indes gerade politische Themen sein können, zeigte sich am Beispiel des Vortrags „Amerikanische Wahlen und globaler Populismus – Weshalb Trump die Wahl gewann“.

„Als wir das Thema vor einem Dreivierteljahr besprochen haben, hätte ich nicht geglaubt, dass es heute noch aktuell sein würde“, gestand Schwarze.

Bürgermeister Jürgen van der Horst hob das mit Trump verbundene Phänomen einer gesamtgesellschaftlichen Debatte hervor.

Und der Referent selbst räumte verhalten schmunzelnd ein, er habe am Wahltag schon Hillary Clintons Sieg feiern wollen: „Soviel zu den wahrsagerischen Qualitäten eines Hochschulprofessors.“

Teils überraschend anzuhören waren die Gründe, die Zimmermann im Folgenden für Trumps Wahlerfolg verantwortlich nannte.

Zum einen hätten sowohl Trump als auch Clinton einen neuen Rekord für die Unbeliebtheit bei Präsidentschaftskandidaten aufgestellt. Ein Problem der demokratischen Kandidatin sei zudem gewesen, dass sie für Kontinuität statt für Wechsel stand.

In den USA werde aber darauf geschaut, wir lange eine Regierung bereits dran sei. Eine weitere große Rolle bei Trumps Wahl hätten wirtschaftliche Trends gespielt. Mit Globalisierungsängsten der ländlichen, eher einfachen und konservativen Bevölkerung und deren Angst vor ökonomischem Abstieg führte Zimmermann weitere Gründe an. Das spezielle Wahlmännersystem in den USA habe Trump dann trotz Stimmenmehrheit Clintons den Sieg beschert.

Eine Antwort auf die Frage, ob Deutschland auf dem Weg in eine ähnlich polarisierte Gesellschaft sei, ließ Zimmermann vor der sich anschließenden Diskussion offen.

Populistische Strömungen wie die Pegida-Demos oder das Erstarken der AfD würden aber darauf hinweisen.

(Von Sandra Simshäuser)

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