Jubiläum 75 Jahre Tuspo Mengeringhausen kann nicht gefeiert werden

Tuspo ist eine Säule des Sports in Nordwaldeck

Radsportlerinnen bilden einen Kreis bei einer Galaveranstaltung vor vielen Zuschauern.
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Bei Gala-Veranstaltungen wie der Sportschau 2012 präsentierte sich die Vereinsjugend in Mengeringhausen.

Der Turn- und Sportverein TuSpo Mengeringhausen, einer der mitgliederstärksten Sportvereine im Landkreis blickt auf eine lange erfolgreiche Vereinsgeschichte zurück und kann in diesem Jahr ein besonderes Ereignis feiern.

Genau vor 75 Jahren, am 18. Januar 1946, wurde der TuSpo nach dem Zweiten Weltkrieg neu ins Leben gerufen. Das Ganze geschah in einem geschichtsträchtigen, markanten Gebäude der traditionsbewussten Fachwerkstadt, nämlich der Burg.

Der langen Erfolgsgeschichte des TuSpo angemessen wäre eine große, würdige Jubiläumsveranstaltung gewesen. Aber leider hat ein kleines, tückisches Virus große Feiern mit vielen Menschen in diesen Tagen unmöglich gemacht.

Anfänge des Sportvereins reichen bis ins 19. Jahrhundert

Deshalb haben die TuSpo-Verantwortlichen beschlossen, das 80-jährige Bestehen in fünf Jahren umso größer zu feiern, und zwar fröhlich und unbeschwert in sportlich und gesellschaftlich angemessener Form.

Die Anfänge des Turnvereins reichen weit ins 19. Jahrhundert zurück. Und die Radsportler als Teil der TuSpo-Familie können auf fast 120 Jahre Sportgeschichte zurückblicken. Die Notwendigkeit einer Neugründung des Sportvereins nach dem 2. Weltkrieg ist der Tatsache geschuldet, dass das Militärgesetz der Besatzungsmächte die Auflösung aller Vereine in Deutschland verfügte.

Stolz ist der 75 Jahre Jahre alte Tuspo Mengeringhausen auf seinen Nachwuchs in der Fußballabteilung.

Für die Neugründung eines Vereins war die Genehmigung der zuständigen Militärregierung Voraussetzung. Wie aus dem Gründungsprotokoll hervorgeht,nahmen 80 Sportbegeisterte an der ersten Versammlung am 18. Januar 1946 teil, 70 davon männlich, zehn weiblich.

Sportplatz und sporthalle neu gebaut

Nach kontroverser Diskussion wurde beschlossen, einen Turn- und Sportverein ins Leben zu rufen, um allen Mengeringhäuser Sportlern ein breit gefächertes Angebot unter dem Dach eines Vereins zu ermöglichen. Zu den verschiedenen Sportarten gehörte zu Beginn neben einer Fußball-, Radfahr-, Turn- und Tischtennisabteilung sogar eine Gesangsabteilung.

Einen enormen Schub für das Sportgeschehen erhielt der neugegründete Verein durch den Bau des Sportplatzes an der Stadthalle in den Jahren 1947/48, eines in den späteren Jahren vor allem von den gegnerischen Mannschaften gefürchteten Hartplatzes, der erst 1993 von dem Rasenplatz an der Hagenstraße abgelöst wurde.

Voltigierkinder bei einer Sportshow des TuSpo Mengeringhausen 2012 in der Stadthalle Mengeringhausen.

Aktuell besteht der TuSpo aus folgenden Abteilungen: Turnen, Radsport, Fußball und Tennis (seit 1975). Der TuSpo ist mit seinen zur Zeit über 1000 Mitgliedern einer der zahlenmäßig stärksten und aktivsten Sportvereine im Landkreis.

Engagierte Jugendarbeit im Sportverein

Besonders stolz ist der Verein auf die große Zahl an Kindern und Jugendlichen (weit über 400), denen in den vier Sparten vielfältige sportliche Aktivitäten von vielen sehr engagierten Übungsleitern und Betreuern ermöglicht werden.

Diese vorbildliche Jugendarbeit spiegelt sich nicht zuletzt in der Millioneninvestition für die geplante großzügige Sportanlage als Nachwuchsleistungszentrum an der Hagenstraße, was der Förderung der jungen Sportgeneration weiteren Auftrieb geben sollte.

Sportler leiden unter Corona-Beschränkungen

Die augenblickliche Coronasituation schränkt die sportlichen Aktivitäten der Abteilungen ganz erheblich ein oder macht sie gänzlich unmöglich, denn Hallen und Sportstätten sind allgemein gesperrt.

Sport nur auf Sparflamme ist jedoch auf längere Sicht nicht denkbar und hinterlässt wahrscheinlich irreparable, nicht nur gesundheitliche Schäden. Gerade Kinder und Jugendliche sind in ihrer körperlichen und geistig-sozialen Entwicklung auf sportliche Aktivitäten in der Gemeinschaft mit Gleichaltrigen angewiesen.

Nach der Pandemie wird durchgestartet

So setzt der TuSpo Mengeringhausen gerade im Jubiläumsjahr große Hoffnung auf die langsam anlaufenden Impfungen, um in absehbarer Zeit seinen Mitgliedern einen normalen, geregelten Sportbetrieb wieder anbieten zu können, verbunden mit Gemeinschaftsgefühl und sozialem Miteinander in der großen Sportfamilie.

Der Vorstand des TuSpo bittet alle Mitglieder, die über Fotos oder Dokumente aus der Vereinsgeschichte verfügen, diese dem Vorstand zur Verfügung zu stellen, damit in den kommenden Monaten weitere Berichte aus den einzelnen Abteilungen mit Informationen zum jeweiligen Sportspektrum in der WLZ erscheinen können. (Von Hans-Joachim Orawetz)

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