Brandruine an der Hauptstraße wird abgerissen

Twister Brandstifter kommt vor Gericht

Das durch Brandstiftung zerstörte Haus in Twiste wurde gestern abgerissen. Foto: Elmar Schulten

Twistetal-Twiste - Fünf Monate nach der Brandserie, die die Twister zwei Wochen lang im März in Atem hielt, hat die Staatsanwaltschaft Kassel Anklage wegen schwerer Brandstiftung gegen den 19-jährigen erhoben, der beim dritten Brandanschlag auf frischer Tat ertappt wurde.

Vom 11. bis 25. März dauerte die Brandserie, die die Twister Bevölkerung aufwühlte wie kaum ein anderes Ereignis. Viele bekamen kein Auge zu vor Angst, Landwirte schliefen in ihren Ställen, Verdächtigungen wurden getuschelt.

Fünf Monate nach diesen Ereignissen wurde mit dem Abriss des am meisten beschädigten Wohnhauses an der Ecke Hauptstraße / Im Bangern begonnen. Die Brandversicherung hatte sich durch Gutachter versichern lassen, dass eine Sanierung des von Rauch und Löschwasser durchtränkten Hauses wirtschaftlich nicht umzusetzen wäre.

So wurde schließlich ein Neubau genehmigt, der wahrscheinlich etwas kleiner ausfallen wird und das Gebäude mehr zur Straße rückt. Die völlig zerstörten Stallungen waren schon vor Wochen abgerissen worden.

Im Dorf machte inzwischen das Gerücht die Runde, der 19-jährige Brandstifter sei inzwischen wieder auf freiem Fuß und wohne in Bad Arolsen. Die Waldeckische Landeszeitung erfuhr hingegen gestern auf Nachfrage bei der Staatsanwaltschaft in Kassel, dass sich der junge Mann in Untersuchungshaft befindet. Es sei Anklage beim Landgericht in Kassel wegen schwerer Brandstiftung erhoben worden.

Dort erfuhr die Redaktion, dass die Anklage zugelassen und zwei Verhandlungstermine Ende September/Anfang Oktober angesetzt seien. Die Ladungen befänden sich im Postausgang.Verhandelt wird vor der Jugendkammer. Der Prozess gegen den Heranwachsenden ist öffentlich.

Der junge Mann wurde am 25. März festgenommen, nachdem er bei dem Versuch, am helllichten Tag ein drittes Feuer zu legen, gestellt worden war. Zum Brandherd war er mit einem Kinderwagen gekommen, in dem seine kleine Schwester lag. - Am Tag nach dem ersten Großbrand in seiner Nachbarschaft meldete er stolz im Internet auf seiner Facebook-Seite mit diesem Text in radebrechendem Deutsch: „hatten ein einsatz inklusiv mir um 0.45 hat es bei meinem nachbar auf dem bauernhof angefangen mit brennen.“

Beim Haftrichter im Korbacher Amtsgericht legte er ein umfassendes Geständnis ab. Der Junge Mann wurde in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen, wo Gutachter klären mussten, ob der 19-Jährige, der erst vor zwei Jahren mit seiner Familie nach Twiste gezogen war und sich kurz vor den Brandstiftungen um die Aufnahme bei der Feuerwehr beworben hatte, die Taten im Zustand der Schuldunfähigkeit oder der stark verminderten Schuldfähigkeit begangen hat. Diese Fragen dürften auch bei dem Prozess in Kassel im Mittelpunkt stehen.

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