Wasserverband Diemel

Twistesee ständig im Blick

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Der Staudamm ist dicht: Vom Ballon aus bietet sich ein herrlicher Blick auf den Twistesee-Staudamm mit Cafe im See. Links die Ortslage von Wetterburg, rechts der gut belegte Reisemobilhafen. 

Bad Arolsen. Die Renaturierung der Warme im Caldener Ortsteil Obermeiser und Arbeiten in der Schieberkammer im Staudamm des Twistesees sind die größten Projekte, die der Wasserverband Diemel in diesem Jahr umsetzen will.

„Der Verband hat 2018 insgesamt 1,5 Millionen Euro für Hochwasserschutz und Gewässerunterhaltung eingeplant“, berichtet Geschäftsführerin Nicole Lipphardt im Gespräch.

Der Wasserverband arbeitet eher unauffällig im Hintergrund. Seine Hauptaufgabe ist der Hochwasserschutz an den Verbandsgewässern. Er ist zuständig für 404 Kilometer Gewässer. Die größten sind die namensgebende Diemel und die Twiste in Nordwaldeck. An weiteren 300 Bach-Kilometern in den Mitgliedsgemeinden sorgt der Verband ebenfalls für Hochwasserschutz.

Schäden durch Hochwasser

Der um 1980 fertig gestellte Twistesee-Staudamm ist das größte Bauwerk, das vom Wasserverband betreut wird. Etwa alle 20 bis 30 Jahre stehen Dichtigkeitsprüfungen an, die letzte Prüfung im vergangenen Jahr. „Der Damm ist super in Ordnung“, kommentiert die Verbandsgeschäftsführerin.

Nun stünden die turnusgemäßen Dichtigkeitsprüfungen der Seeseite in Richtung Wetterburg an. Das Gebirge sei ziemlich zerklüftet. Hier müsse vermieden werden, dass größere Mengen Seewasser einsickern. Deshalb seien in den vergangenen Wochen zusätzlich Messpunkte am Rundweg eingebaut worden, so die Geschäftsführerin. Bisher sei auch hier alles in Ordnung, aber man müsse die Situation weiter beobachten.

Neue Pegelmessstellen am Randweg des Twistesees sollen sicherstellen, dass kein Wasser in das zerklüftete Gebirge sickert.

Neben den geplanten Projekten beschäftigt den Verband derzeit vor allem eins: Die Beseitigung der Schäden, die zunächst das jüngste Hochwasser und dann Sturm Friederike angerichtet haben.

Auch an den Gewässern sind etliche Bäume gefallen, die die zwei Mitarbeiter des Unterhaltungstrupps beseitigen müssen. Das ist wegen des aufgeweichten Bodens noch nicht möglich. „Entweder kommen wir gar nicht hin oder wir kommen nicht wieder weg“, beschreibt Geschäftsführerin Lipphardt die Lage.

Förderung durch Land

Im Volkmarser Stadtteil Ehringen wird im August 2018 der zehnte Geburtstag des Hochwasserrückhaltebeckens gefeiert. Das Bauwerk trägt wesentlich dazu bei, Hochwasserwellen in der Diemel zu vermeiden.

Für die Bauprojekte erhält der Verband oft Zuschüsse. So wird Renaturierung an FFH-Gewässern – das sind zum Beispiel die Warme in Calde sowie die Twiste und Watter in Nordwaldeck – vom Land mit bis zu 100 Prozent aus Naturschutzmitteln gefördert. Bei anderen Projekten fließen bis zu 80 Prozent Zuschüsse.

Die anderen Kosten übernehmen die Kreise und Mitgliedsgemeinden. Waldeck-Frankenberg und Kassel bezahlen die Verwaltung und Geschäftsführung des Verbandes. Die Mitgliedsgemeinden finanzieren die Gewässerunterhaltung und die Kosten für die Mitarbeiter.

(Unter Mitwirkung von Bernd Schünemann/HNA Hofgeismar)

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