Umfassend sanierte Stadtkirche am Ostermontag feierlich eingeweiht

Typisch Landau: Planen, anpacken, fertigstellen

Einweihung der Landauer Kirche: Mit Probst Helmut Wöllenstein und Pfarrer Christian Rehkate zieht der Kirchenvorstand in die Kirche ein. Fotos: Elmar Schulten

Bad Arolsen-Landau - Eine Generationenaufgabe haben die Landauer mit der Sanierung ihrer alt-ehrwürdigen Kirche gestemmt. Das hat Norbert Rennert im Namen des von ihm geleiteten Förderkreises bei der Wiedereinweihung des Gotteshauses noch einmal deutlich gemacht.

Die aus dem 13. Jahrhundert stammende gotische Kirche musste im Laufe der Jahrhunderte immer wieder renoviert und erneuert werden, zuletzt vor 50 Jahren. Nun war es wieder einmal an der Zeit. Und wie vor Generationen haben die Landauer wieder viel Geld, Zeit und Herzblut investiert, um ihr Gotteshaus für die kommenden Generationen von Landauern zu erhalten.

Insgesamt hat die Renovierung rund 700000 Euro gekostet. 146000 Euro haben die Landauer mit vielfältigen Spendenaktionen, Benefizveranstaltungen und Kreativität zusammengetragen. Darüber hinaus aber investierten 60 Landauer rund 1200 Arbeitsstunden und unterstrichen damit, was die Kirche ihnen Wert ist, wie Pfarrer Christian Rehkate anerkennend feststellte.

Probst Helmut Wöllenstein, der die feierliche Widmung vor rund 400 Gästen im bis auf den letzten Platz besetzten Gotteshaus vornahm, bekräftigte, dass zwar die Gemeinde die Kirche gebaut habe. Genauso wahr sei es aber, dass die Kirche die Gemeinde erneuert und erfrischt habe. Dieser Effekt sei eigentlich noch höher einzuschätzen als die Kirchensanierung selbst.

Ortsvorsteher Jürgen Mewes brachte die Zusammenhänge auf seine ganz spezielle Weise auf den Punkt: Die Landauer haben es schon wieder geschafft. Darum können uns andere beneiden: Bei uns wird geplant, angepackt und fertiggestellt.“

K-Frage diskutiert

Mewes verschwieg auch nicht, dass in der Bergstadt lange und heftig über die K-Frage gestritten wurde: Wohin kommt das große, alte Kreuz aus dem Jahre 1492? - Die Diskussion sei teilweise sehr emotional geführt worden. Das sei aber auch wichtig und richtig gewesen.

Ausdrücklich lobt Mewes den Einsatz von Norbert Rennert an der Spitze des Förderkreises, Gunthart Ohm bei der Leitung der ehrenamtlichen Bauteams, Karl Näser, des Kirchenvorstands und aller Handwerker, die gemeinsam ein herrliches Werk abgeliefert hätten.

„Das war typisch Landau“, bestätigte auch Bürgermeister Jürgen van der Horst: Die Bürger der Bergstadt hätten allen gezeigt, wie Zukunft gestaltet und nachhaltig gearbeitet werde. Die Landauer könnten stolz sein auf ihr Werk, schließlich sei eine Kirche mehr als ein Gebäude. Hier gehe es um Religion, aber auch um Heimat und Identität.

Im Namen der Kirchenvorstands stellte auch Vorsitzende Irmhild Viering fest: „Unsere Kirche ist weithin sichtbares Wahrzeichen unserer mittelalterlichen Stadt. Sie bildet seit Alters her den geistigen Mittelpunkt der Region.“

„Hand in Hand zum großen Ziel“ sei das Erfolgsrezept des Förderkreises gewesen. Viele Entscheidungen seien diskutiert worden. Manches aber habe sich nicht mit einem Kompromiss lösen lassen: Da gab es kein sowohl als auch, sondern manchmal nur ein entweder - oder. Die kritiker müssten das Ergebnis im Ganzen sehen: Das Zusammenspiel von Beschallung, Beleuchtung, Heizung, Blick in den Chorraum, Kanzel auf der gegenüberliegenden Seite. Alles in allem sei ein wahres Schmuckstück geschaffen worden.

Im Namen des Kirchenkreisvorstands gratulierte der Mengeringhäuser Pfarrer Uwe Jahnke den Landauern zum gelungenen Werk und ermunterte sie, die beiden namensgebenden heiligen, Maria und St. Georg, wieder mehr ins Bewusstsein zu rücken. Auch wenn sich die evangelische Kirche oft schwer tue mit Heiligen, so seien sie doch Vorbilder im Glauben.

Gabäude zum Lobe Gottes

Probst Wöllenstein ging in seiner Predigt unter anderem auch die Frage ein, ob es denn überhaupt nötig sei, so viel Geld und Mühe in ein Kirchengebäude zu stecken. Dabei zitierte er Luther, der bei einer Kircheneinweihung die gleiche Frage beleuchtet habe. Natürlich könne der Christ an jedem Gott beten. Dennoch habe die Atmosphäre im Kirchenraum ihre eigene Qualität. Sie verhelfe zur inneren Einkehr und ermögliche erst das gemeinsame Gebet und den Gesang zum Lobe Gottes.

Architektin Eva Müntinga griff den Hinweis auf und bekräftigte ihren Anspruch und den der Handwerker, dass auch ein Gebäude zum Lobe Gottes beitragen könne. Das gelte in besonderem Maße für den herrlichen gotischen Kirchenraum mit seiner durch die Sanierung neu gewonnenen Frische.

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