Neue Ausstellung greift schlimme Ereignisse auf:

"Un segno per Monte Sole" Unsagbares gezeichnet - Ausstellung im Residenzschloss

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„Un segno per Monte Sole“ im Residenzschloss: abstrakte Bilder, Grafiken und Fotografien des Künstlers Johann Rosenboom werden in der Ausstellung im Schloss gezeigt. 

Bad Arolsen. Einem dunklen Kapitel der Geschichte hat sich der Künstler Johann Rosenboom mit gestalterischen Mitteln angenähert. „Un segno per Monte Sole“ zeigen Museum und Museumsverein Bad Arolsen bis zum 18. November in der Ausstellung im Schloss.

Zunächst geben sie Rätsel auf: die Bilder und Grafiken, die in einem Zeitraum von mehr als zwanzig Jahren entstanden sind. Johann Rosenboom lebt in Kassel und in Grizzana-Morandi in der Emilia Romagna.

1982 erfuhr er durch einen italienischen Freund vom Massaker, das sich im Jahr 1944 im Gebiet des Monte Sole, des Sonnenbergs, ereignete. Mehr als 1000 deutsche Soldaten umzingelten das gesamte Gebiet, in dem sich die Partisanenbrigade „Stella Rossa“ gebildet hatte.

Gegen das Vergessen

Um jegliche Hindernisse für ihren Rückzug nach dem Vorstoß der Alliierten zu sichern, legten die Nationalsozialisten Feuer, töteten Menschen und Tiere. 770 Frauen, Kindern und ältere Menschen fielen dem faschistischen Gemetzel zum Opfer.

Johann Rosenboom begab sich an den Ort und sammelte Spuren, die er zu abstrakten Bildern und Zeichnungen verarbeitet hat. Zeichen und Symbole, darunter immer wieder die Bergsilhouette, prägen seine Arbeiten. „Mit der Radiernadel gegen das Vergessen arbeiten“, hat die Kunsthistorikerin Dr. Andrea El Danasouri Rosenbooms Bilder und Grafiken überschrieben.

Es seien beeindruckende Zeugnisse dessen entstanden, von dem unvorstellbar ist, dass Menschen dies anderen Menschen antun konnten, erklärte Stadtrat Udo Jost bei der Eröffnung.

100 Gemälde, Graphiken und Fotografien von Überlebenden und deren Angehörigen werden gezeigt. Johann Rosenboom wird sich auch weiterhin künstlerisch mit dem Massaker am Monte Sole auseinandersetzen. „So etwas passiert überall auf der Welt. Meine Arbeiten sind auch dafür ein Symbol“, betont er.

Die Ausstellung in Kooperation mit dem Internationalen Suchdienst ITS und dem Museum „Historicum 20“ wird vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und der art regio Sparkassen-Versicherung gefördert. Musikalisch begleitete Saxophonist Matthias Schubert die Vernissage. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. (Von Sandra Simshäuser)

Öffnungszeiten der Ausstellung „Johann Rosenboom: Un segno per Monte Sole“: Mittwoch bis Samstag jeweils 14.30 bis 17 Uhr, Sonntag 11 bis 17 Uhr. Sonntagsführungen beginnen um 11.15 Uhr. Weitere Informationen unter Telefon 05691/625734.

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