Gründe für Verschiebung

Freischießen Mengeringhausen lieber unbeschwert ein Jahr später feiern

Historische Sitzung an historischem Ort: Der erweiterte Vorstand der Schützengesellschaft Mengeringhausen hat in der St.-Georg-Kirche die Verschiebung des Freischießens vom Sommer 2021 auf den 15. bis 20. Juni 2022 beschlossen.
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Historische Sitzung an historischem Ort: Der erweiterte Vorstand der Schützengesellschaft Mengeringhausen hat in der St.-Georg-Kirche die Verschiebung des Freischießens vom Sommer 2021 auf den 15. bis 20. Juni 2022 beschlossen.

Die Verschiebung des historischen Freischießens in Mengeringhausen wurde an historischer Stelle beschlosen, die Gründe legt der Vorstand nun dar.

Mengeringhausen – Die Entscheidung war von historischer Bedeutung in der Geschichte der Schützengesellschaft von 1502. Und der Ort, an dem sie getroffen wurde, war es auch: Der Gesamtvorstand der Historischen Schützengesellschaft Mengeringhausen hatte sich in der St. Georg-Kirche versammelt.

In dem Gotteshaus wurde unter Abwägung der aktuellen und künftigen Corona-Gefahren und der eingegangenen vertraglichen Verpflichtungen die Verschiebung des Freischießens vom Sommer 2021 auf die Woche vom 15. bis 20. Juni 2022 beschlossen. Der reguläre Sieben-Jahres-Rhythmus soll aber nicht dauerhaft unterbrochen bleiben, sodass das darauffolgende Freischießen 2028 gefeiert werden kann.

Auch die Termine für die beiden Ausmärsche vor dem Freischießen wurden schon festgelegt. Der erste Ausmarsch ist für den 1. Mai 2022 angesetzt, der zweite für den Himmelfahrtstag, 26. Mai.

In der Begründung des Verschiebungsbeschlusses heißt es unter anderem: „Aufgrund der nicht kalkulierbaren Entwicklung der Corona-Pandemie und der erheblichen Unsicherheiten, ob und welche Einschränkungen weiterhin bestehen bleiben und wie lange diese andauern, können die erforderlichen Freischießensvorbreitungen, insbesondere die Burschenversammlung, Männerversammlung und Mitgliederversammlung in diesem Herbst nicht wie gewohnt stattfinden.“

Die Rückendeckung des Magistrates signalisierte Bürgermeister Jürgen van der Horst dem Vorstand der Schützengesllschaft Mengeirnghausen:. von links Schützenkönig Norbert Wirtz, Bürgermeister Jürgen van der Horst, Vorsitzender Wilhelm Müller und Markus Köhler alias Graf Heinrich der Eiserne.

Von Problemen für die Proben des Festspiels berichtete Regisseur Benno Hess: Wegen der Coronabeschränkungen sei es zunächst schwer gewesen, die Rollen zu besetzen und dann die Proben unter Einhaltung der Abstandsregeln zu planen.

Burschenoberst Thomas Jost berichtete zudem von Zurückhaltung bei vielen Eltern, die nicht sicher waren, ob sie angesichts der Coronagefahren ihre Kinder für die Burschenkompanie anmelden sollten. Dabei ist den Mengeringhäuser Schützen sehr daran gelegen, dass die nächste Generation möglichst früh vom Freischießensgeist erfasst wird und die Idee des großen, historischen Heimatfestes weiterträgt.

All diese Erwägungen hätten letztlich zu der historischen Vorstandsentscheidung geführt, so Vorsitzender Wilhelm Müller.

Dabei seien eigentlich alle wichtigen organisatorischen Vorbereitungen schon abgeschlossen gewesen. Deshalb habe zunächst der Vertrag mit dem Festwirt auf den neuen Termin 2022 umgeschrieben werden müssen, Auch die Verträge mit den elf Festzugkapellen und fünf Unterhaltungsbands hätten angepasst werden müssen.

Fest gebucht sei für 2022 das um 400 Quadratmeter vergrößerte Festzelt mit Ausmaßen von 60 mal 30 Metern. Sogar das Holz für den Bau der Hütten sei schon vorbereitet gewesen. All das seien Beispiele für die gute Vorarbeit der Ausschüsse der Schützengesellschaft.

Andererseits sei aber spürbar gewesen, dass sich unter dem Eindruck der Corona-Pandemie der berühmte Mengeringhäuser Freischießensgeist noch nicht wie sonst üblich habe entfalten können, so Schriftführer Alfred Theune: Die Sanierungsarbeiten an den Fassaden der bunten Fachwerkstadt seien noch nicht im gewohnten Maße angelaufen.

Und auch sonst sei überall Sorge zu spüren gewesen, dass man nicht habe unbeschwert feiern können. Rolf Schade wies als stellvertretender Vorsitzender darauf hin, dass zum Mengeringhäuser Freischießen traditionsgemäß viele Ehemalige aus aller Welt anreisten.

Auch das sei im Zeichen der Corona-Pandemie nicht denkbar. Man hoffe daher, dass bis zum Sommer 2022 ein Impfstoff bereitstehe und die Bevölkerung ausreichend durchgeimpft sei, sodass das große Heimatfest in gewohnter Form stattfinden könne.

„Die Entscheidung tut weh, aber sie ist richtig“, kommentierte Bürgermeister Jürgen van der Horst die Verschiebung des Mengeringhäuser Freischießens um ein Jahr auf den Sommer 2022. „Die Stadt unterstützt den Vorstand in dieser schweren Entscheidung. So lange wir nicht die Sicherheit haben, ohne Gefahr feiern zu können, kann keine rechte Feierlaune aufkommen.

Das gelte im Übrigen auch für die Sicherheit bei den Festzügen. Nach der Amokfahrt beim Rosenmontagszug in Volkmarsen müssten bei allen Festzügen viel umfangreichere Sicherheitskonzepte erarbeite werden.

Die Stadt Bad Arolsen sei nun mit ihren Nachbarn in Nordwaldeck und im angrenzenden Breuna so weit, dass man gemeinsam Fahrzeug-Sperren anschaffen wolle, um künftig alle Festzüge bei Schützenfesten, Kirmesveranstaltungen, Viehmärkten und eben auch beim Freischießen abzusichern.

In Mengeringhausen müsse nun aber auch in den kommenden Monaten über Anzahl der Festzüge und Umzug-Varianten nachgedacht werden. Es könnten künftig nicht mehr alle Straßen mit Festzugwegen bedient werden. (Von Elmar Schulten)

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