Neun Rathauschefs mit Südlink unzufrieden

Ungeliebte Stromtrasse

Neun Bürgermeister aus dem Wolfhager Land haben viele Fragen an die Planer der Südlink-Stromtrasse: Mit der symbolischen Verlängerungsschnur in der Hand V.l. Manfred Schaub von der Energieagentur des Landkreises Kassel, Volkmarsens Bürgermeister Hartmut Linnekugel, sein Amtskollege Reinhard Schaake aus Wolfhagen, Ralf Pfeiffer aus Bad Emstal. Thomas Raue von der Gemeinde Habichtswald, Stefan Hable aus Naumburg und Breunas Erster Beigeordneter Wolfgang Mende. Auf dem Foto fehlen die Vertreter aus

Wolfhagen/Volkmarsen. - Neun Bürgermeister aus dem Wolfhager Land haben gemeinsam mit vielen ihrer Bürger kritische Fragen an die Planer der Gleichstrom-Hochspannungstrasse von der Nordsee bis nach Bayern.

Das Verfahren ist einfach Mist. Diese Leitung wird buchstäblich über die Köpfe der Bürger hinweg geplant. So bringt Bad Emstals Bürgermeister Ralf Pfeiffer seine Kritik an der geplante Südlink-Stromtrasse auf den Punkt. Bei der Informationsveranstaltung in Istha seien viele Fragen nicht beantwortet worden.

Vor allem sei überhaupt nicht nachvollziehbar, warum die Trasse, die weitgehend entlang der Autobahn A7 verläuft, bei Hannover plötzlich nach Westen verschwenkt, um dann später wieder an die Autobahntrasse zurückzukehren.

Aber auch viele andere Details wollen die Bürgermeister eindeutig geklärt haben. So sei völlig unklar, warum nicht die vorhandenen Leitungen verstärkt würden. Es habe den Anschein, als habe sich die Lobby der großen Stromanbieter mit ihren Interessen durchgesetzt. Die vielen Stadtwerke, die auf Anraten der Bundesregierung an lokalen Lösungen arbeiteten, würden mit ihren Investitionen kaltgestellt, klagen die Bürgermeister.

Gleichzeitig betonen sie: „Wir sind für die Energiewende, aber die Maßnahmen müssen nachvollziehbar sein und dem Bürger vermittelt werden.“

Auch viele technische Details seien offen, so die Frage nach Plasma-Wolken, die sich um die Starkstromleitungen in 70 Metern Höhe bilden könnten. Vor allem aber werden die angeblich zu hohen Kosten für die Erdverkabelung in Frage gestellt. Alle Bedenken sollen in Wiesbaden vorgetragen werden.

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