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Ungewöhnliche Frauenfiguren im und vor dem Arolser Rauch-Museum

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Weiblicher Akt aus Sandstein räkelt sich auf der Wiese zwischen Marstall und Residenzschloss.
Hundertfach fotografiert: die kurvenreiche Sandsteindame „Beate“ von Walter Sachs zieht die Blicke der Passanten auf sich. © Sandra Simshäuser

Der Funke springt über: die Bildhauerarbeiten von Walter Sachs sprechen zahlreiche Passanten und Besucher des Christian-Daniel-Rauch-Museums an. Noch bis Ende Januar sind die Skulpturen des Thüringer Künstlers im Marstall ausgestellt.

Bad Arolsen - Das trifft auch auf die kurvenreichen Frauenfiguren auf der Wiese vor dem Gebäude zu, die vor gut einem Jahr mit schwerem Gerät aufgestellt wurden. Von ihrem Büro aus hat Dr. Birgit Kümmel den direkten Blick auf die Außenwerke des Weimarer Bildhauers, Malers und Grafikers.

So würden Passanten häufig interessiert stehenbleiben und Selfies mit den Damen „Beate“ und „Adele“ knipsen, hat die Bad Arolser Museumsleiterin beobachtet. „Der feine Humor in den Werken spricht die Menschen an. Die Spaziergänger setzen sich damit auseinander“, freut sich Birgit Kümmel.

Bildhauer spielt mit dem Ausstellungsraum

Auch im Marstall tragen Sachs´ Figuren dazu bei, die Hemmschwelle zu senken, die manch ein Besucher vor den klassizistischen Arbeiten empfinden mag. So ist der Titel der Interventionen „Abstand und Nähe“ nicht zufällig gewählt. Neue Beziehungen tun sich zum einen zwischen den Besuchern und der Kunst auf: statt ehrfürchtigem Staunen darf auch mal gelächelt werden.

Auch die Bildhauerwerke treten in einen mitunter verschmitzten Austausch, wenn dem Bildnis einer Jugendlichen ein Zicklein zugesellt wird, Flusspferd Otto einen Satyr anhimmelt oder der Preußenkönig hoch zu Ross den Eselskopf aus Shakespeares „Sommernachtstraum“ als Nachbarn erhält.

Ausstellung ist noch drei Wochen geöffnet

Religion, Mythologie und der menschliche Körper dienten schon Rauch und seinen Zeitgenossen als Vorlage für ihr Schaffen. So frei in der Form wie bei dem vielseitigen Walter Sachs, der vom Sandstein bis zum Muschelkalk die unterschiedlichsten Natursteine bearbeitet, geht es im Rauch-Museum indes nicht immer zu.

Noch gut drei Wochen können die originellen Arbeiten zu diesen Öffnungszeiten besichtigt werden: Mi. bis Sa. 14 bis 17 Uhr, So. 11 bis 17 Uhr. (Sandra Simshäuser)

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