Bad Arolsen

Unternehmer sind gefordert

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- Bad Arolsen (es). Von „Best Agern“ und „Lohas“, regionaltypischem Leistungsportfolio und ganzheitlicher Positionierung war bei der Vorstellung des neuen Tourismuskonzeptes für Nordwal­deck im Stadtparlament Bad Arolsen die Rede.

Hinter den Fachbegriffen aus dem Bereich des Tourismus-Marketings aber verbargen sich viele Weisheiten, die schon bei einem städtischen Workshop 2006 zur Sprache gekommen sind. So verwunderte es nicht, dass der CDU-Stadtverordnete Gerd Frese auf die vielen früheren Tourismuskonzepte verwies, die die Stadt Bad Arolsen schon vor Jahren finanziert hat und die seitdem alle in den Schubladen verschwunden sind.

Schlagworte, nichts Neues „So ein Gutachten hätte der Leiter des städtischen Gästezentrums, Wilhelm Müller, auch hingekriegt“, kommentierte Müller und fügte hinzu: „Die 45 000 Euro, die das gekostet hat, sind schwer zu verdauen.“ Dies umso mehr, als die Stadt in den vergangenen Jahren die Ausrichtung des Twistesee-Triathlons und des Adventsmarathons aus Kostengründen aufgegeben habe.

Versöhnlich stimmte Frese an: „Diese vielen Berater und Gutachten sollten jetzt langsam mal gut sein. Wir sollten endlich anfangen, etwas davon umzusetzen.“
 Ausdrücklich nahm er dabei den Architektenentwurf aus, der bei dem knapp 80 000 Euro teuren Architektenwettbewerb den zweiten Platz gemacht hatte. Frese: „Dieser Entwurf hat den Charme eines unserer Feldlager in Afghanistan.“

Aus Sicht der Grünen stellte Dietmar Danapel fest, dass „Best Ager“ (Menschen im besten Alter) und „Lohas“ (Touristen, die auf Stil und Gesundheit achten) nicht die originäre Besuchergruppe des Strandbades im Sommer darstellten: „Das sind doch mehr die Jugendlichen und Familien mit Kindern. – Ähnlich kritisch äußerte sich auch Matthias Decker von der Offenen Liste. Bad Arolsen habe eine traurige Erfahrung auf dem Gebiet der Tourismuskonzepte gesammelt. Zuerst habe man Hotels mitfinanziert, dann „Arolser Modelle“ und jede Menge teure Papiere erzeugt. Decker riet daher dazu, den blick nach Willingen zu werfen: Dort gebe es engagierte Unternehmer, die mit ihren Ideen von der Gemeinde unterstützt würden. In Bad Arolsen aber wolle die Stadt etwas unternehmen und die Unternehmen sagten nur: „Stadt, mach du mal.“

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Samstag, 5. Februar.

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