Gebürtiger Mengeringhäuser reist mit seinem Freund seit zwei Jahren um die Welt

Nächte in der Wüste und am Strand - und eine Zwangspause wegen Corona

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Mit einem alten Bulli sind Arthur Ferrari (links) und Kolja von Meltzer in Südamerika unterwegs gewese n. Für wenig Geld haben sie das Gefährt gekauft – mussten allerdings auch manches Mal schieben. 

Sie reisen gemeinsam um die Welt und lassen übers Internet Zehntausende daran teilhaben: Der gebürtige Mengeringhäuser Kolja von Meltzer und sein Freund Arthur Ferrari sind auf Weltreise.

Mengeringhausen – Nach einem durch Corona erzwungenen Stopp sind sie jetzt wieder unterwegs.

Geplant war eigentlich alles ganz anders, sagt Kolja von Meltzer. Von Odessa in der Ukraine sollte es eigentlich weitergehen über Georgien nach Asien. Doch am 23. März mussten sie das Land über die deutsche Botschaft verlassen. 

Doch wohin? Eine Wohnung haben sie in Deutschland aktuell nicht, schließlich waren sie auf Weltreise. Kurzerhand kamen sie schließlich bei einer Schwester von Kolja von Meltzer in Mengeringhausen unter. Vier Monate waren sie jetzt dort und für Arthur Ferrari war das Städtchen, aus dem sein Freund stammt, „idyllisch, wie im Märchen“. Sie können sich vorstellen, später einmal in Mengeringhausen zu leben.

Als Corona kam, war das Paar gerade in Odessa in der Ukraine. Das Foto zeigt das Opernhaus.

Doch vorerst steht für sie das Reisen im Fokus. Asien haben sie erst einmal von der Liste gestrichen, stattdessen sind sie jetzt in Portugal, bald geht es nach Ungarn und für einige Zeit nach Sizilien.

Gut zwei Jahre ist es her, dass das Paar zur großen Tour aufbrach. Allein ein Jahr lang haben sie Südamerika erkundet. Für kleines Geld hatten sie dort einen alten Bulli gekauft – Trudi genannt –, selbst umgebaut und sich auf die Reise gemacht. „Wir sind praktisch überall mal liegen geblieben“, erzählen sie über den VW-Bus. Regelmäßig musste einer schieben, während der andere im ersten Gang einen Berg hinauf zuckelte. „Das war ein ganz schönes Abenteuer.“ 

Prost: In Bahia in Brasilien genossen die Reisenden Cocktails am Strand bei Sonnenuntergang.

Unter anderem sind sie getourt durch Brasilien, Chile, Argentinien und Paraguay. Jahrelang hatten sie vor dem Trip gespart, trotzdem haben sie auch während der Zeit in Südamerika gearbeitet. Gegen Kost und Logis zum Beispiel in einem Weingut in Chile. Für beide eine tolle Erfahrung, „denn wir waren nicht Touristen, sondern mittendrin und gut integriert“, sagt der 33-jährige Kolja von Meltzer. Um Geld zu sparen, haben sie zudem oft einfach im Bus geschlafen. „Das war eine besondere Freiheit“, sagen sie. Unter anderem haben sie einmal mitten in der Atacama-Wüste und auch Mal direkt am Strand übernachtet.

Während der gesamten Weltreise sind die beiden stets auf der Suche nach dem Besonderen. Entsprechend enttäuscht waren sie manches Mal von bekannten Sehenswürdigkeiten und Ausflugszielen, so auch von Machu Picchu, der Inka-Stadt in Peru. „Man erwartet Magie, wird aber einfach nur durchgeschoben.“

Kennengelernt hat der Mengeringhäuser in Südamerika auch die Familie seines Freundes: Arthur Ferrari kommt aus Brasilien, seine gesamte Familie lebt nahe Rio. Wie schön seine neue Heimat Deutschland ist, zeigt der 29-jährige Ferrari regelmäßig in Videos auf seinem YouTube-Kanal. Auf Portugiesisch berichtet er dort aber nicht nur von der Weltreise, sondern stellt auch Bad Arolsen vor. 

Und auch Kolja von Meltzer hat einen Kanal auf der Plattform, regelmäßig finden sich dort neue Filme über die gemeinsame Reise. Viele Fotos zeigen sie ihren Zehntausenden Abonnenten bei Instagram: Kolja ist dort und bei YouTube unter „Urbaner Nomade“ zu finden, Arthur unter „Novo Nomade“.

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