Heimatmuseum  öffnet seine Räume

 Verbindungen eines weltberühmten Dirigenten mit Mengeringhausen

Sammelstücke aus Afrika aus dem Besitz von Richard Niedenthal im Museum Mengeringhausen, wegen der Corona-Pandemie müssen vorerst Masken getragen werden. Von links: Wolfgang Rest, Gerhard Jordan, Brigitte Rest und Ursula Jütte vom Museumsverein. Foto: Armin Haß

Arolsen-Mengeringhausen – „Die weite Welt und Mengeringhausen“, lautet der Titel der am Internationalen Museumstag eröffneten neuen Ausstellung im Heimatmuseum Mengeringhausen. In der Corona-Pandemie gehört das alte Fachwerkhaus an der Hinteren Straße zu den wenigen momentan geöffneten Museen.

Dementsprechend müssen die Besucher auch mit Mund-Nase-Schutz durch die Räume gehen, ihre Anschrift und Telefonnummer hinterlassen und Desinfektionsmittel benutzen. Das beliebte Kaffeetrinken entfällt freilich.

In aller Welt unterwegs

Zeugnisse des weltbekannte Dirigenten Fritz Busch und seiner aus Mengeringhausen stammenden Frau Margarete „Grete“ Busch, geb. Böttcher, werden neben einer Afrika-Sammlung des aus Mengeringhausen stammenden Richard Niedenthal für die nächsten Monate in dem schmucken Fachwerkhaus in den Blickpunkt gerückt.

Der 1890 in Siegen geborene und 1951 in London gestorbene und in Mengeringhausen beigesetzte Dirigent Fritz Busch ist mit seiner Frau Grete in der ganzen Welt als Kapellmeister und Dirigent unterwegs gewesen. Sein 1922 begonnenes Engagement als junger Generalmusikdirektor in Dresden endete mit der Machtergreifung Hitlers, weil er bei den Nazis in Ungnade gefallen war.

Deutschland verlassen

Die Eheleute verließen Deutschland und lebten mehrere Jahre in Argentinien. Beide waren jedoch zwischen Buenos Aires, London, New York oder Stockholm unterwegs.

Erst kurz vor seinem Tod 1951 nahm Busch in Deutschland wieder ein Dirigat an, und zwar beim Sinfonieorchester in Köln.

Afrikanische Kulturen

Weit gereist ist auch der Leihgeber einer temporären Ausstellung in Mengeringhausen: Der heute 83-jährige Richard Niedenthal stammt aus Mengeringhausen, sein Vater war Polizist in der Fachwerkstadt. Niedenthal war beruflich in Afrika unterwegs und lebt nun in Bad Salzufflen. 

Aus seiner Sammlung werden Felle, Elfenbeinschnitzereien, Masken, Wurfwaffen, Kauri-Muscheln als Zahlungsmittel, Bilder und Aufzeichnungen über die Kulturen in Regionen zwischen Tansania und Nambia gezeigt. 

Vom Stamm der Makonde

Ein Teil der in einem sonst für Militaria genutzten Raum gezeigten Stücke ist dem Stamm der Makonde in Tansania gewidmet. Möglicherweise wird auch ein Angehöriger des Volkes parallel zu der Ausstellung bei Niedenthal zu Besuch sein und vielleicht auch die Ausstellung besuchen, wie Ursula Jütte vom Vorstand des Museumsvereins, berichtet. 

Das Museum wird  zu den gewohnten Öffnungszeiten geöffnet bleiben, die Daten werden regelmäßig in der WLZ bekannt gegeben. Die üblichen Veranstaltungen, etwa das Kaffeetrinken, wird es vorerst nicht geben. Derzeit sind die Mitglieder mit der Restaurierung der Spinnbahn in dem Gebäude am Sportplatz befasst. Ausbesserungen auf des Daches und einer neuer Anstrich sind vorgesehen. Ziel ist eine Öffnung der Seilerei in diesem Jahr.

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