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Verein Freifunk macht den Weg ins Internet für alle frei

Ein Mann hält ein  tellergroßes, weißes Gerät.
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Benjamin Willers vom Verein Freifunk mit einem WLAN-Sender.

Das Internet für jeden zugänglich zu machen ist das Anliegen des Vereins Freifunk Nordhessen, der aus dem Zusammenschluss des Freifunk-Vereins Frankenberg mit einer technikaffinen Freifunk-Gemeinde in Kassel entstanden ist.

Bad Arolsen - Aktuell betreiben die Mitglieder und Nutzer in Nordhessen rund 350 Zugangspunkte (Access Points) in Form von WLAN-Sendern, die einen sicheren, freien und kostenlosen Zugang zum Internet anbieten. Zu den aktiven Mitgliedern in Bad Arolsen gehören Andreas Schad, Martin Riese und Benjamin Willers, die durch ihren beruflichen Hintergrund das nötige technische Verständnis einbringen.

Angefangen hat alles 2016 im Südteil des Landkreises, wo zunächst in Frankenberg, Allendorf, Burgwald und später auch in Korbach immer mehr Mitglieder bereit waren, ihren privaten Internetzugang mit einer selbst gewählten Bandbreite all denjenigen zur Verfügung stellen, die selber keinen Internetzugang haben.

Der Bedarf an freien Internetzugängen ist groß

„Wir erleben gerade beim Distanzunterricht an den Schulen, wie viele Familien nicht über einen eigenen Internetzugang verfügen. Darunter leiden dann im Zweifel die Schüler, die nicht am Online-Unterricht teilnehmen können“, schildert Willers eine Nutzungsmöglichkeit der Freifunk-Zugänge.

Aber auch bei der Freizeitnutzung im Biergarten oder als Service für Kunden im Geschäft oder Patienten im Wartezimmer, oder im privaten Umfeld als einfaches Gastnetzwerk für Besucher sei ein kostenloser WLAN-Zugang essenziell wichtig.

Andreas Schad vom Verein Freifunk mit einem WLAN-Sender.

Der Verein Freifunk bietet seine Dienste ohne finanzielle Absichten an. Wer mitmachen möchte, bekommt für Hardware-Anschaffungskosten von 30 bis 100 Euro und eine Jahresgebühr von 15 Euro einen WLAN-Sender installiert. Damit sind alle Kosten abgegolten.

Technische und rechtliche Probleme sind geklärt

Das WLAN-Gerät verbindet sich über den Internet-Zugangspunkt des Mitglieds über einen sicheren VPN-Tunnel mit den Freifunk-Gateways von Freifunk Nordhessen die dann den Datenverkehr über die Infrastruktur von Freifunk-Rheinland ins Internet weiterleiten. Der gilt juristisch als Betreiber und sorgt dafür, dass alle haftungsrechtlichen Aspekte für die Internetnutzung geregelt sind. „Es gibt also keine Fremdstörer-Haftung für die Mitglieder, die ihren Internetzugang kostenlos zur Verfügung stellen“, betonen Willers und Schad.

Auf diese Weise haben die beiden schon auf Bitten des Bürgermeisters zwei Internet-Zugänge für die Bewohner der Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Mengeringhausen eingerichtet. Willers selber bietet den Gästen seines Nachbar-Biergarten am Wetterburger „Saustall“ einen freien WLAN-Zugang.

In Bad Arolsen gibt es immer mehr Plätze mit freiem WLAN

Am Arolser Kirchplatz macht die Firma Wohnkultur mit, am Alten Zimmerplatz der Bioladen von Hannes Rodewyk, Salvas Pub und demnächst auch der TuS Bad Arolsen am Beekmann-Stadion und das Freibad in Landau.

Nutzer können sich kostenlos und einfach ohne Kennwort in das WLAN mit dem Namen „Freifunk“ einloggen. Wer sich am Freifunk beteiligen möchte, kann sich unter info@freifunk-nordhessen.de melden. (Elmar Schulten)

Mehr Informationen gibt es außerdem auf www.freifunk-nordhessen.de

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