Global Player auf dem Gebiet der Kupferdraht-Herstellung mit Produktion in Bad Arolsen

Essex-Furukawa in Bad Arolsen: Vereintes Know-How für E-Mobilität

Untrnehmensvorstände von Furukawa Electric und Superior Essex zerschneiden gemeinsam  ein Band und geben damit smbolisch  den Start frei für eine  neue Produktionslinie im Lackdraht-Werk in Bad Arolsen-
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Symbolischer Start für das Joint Venture von Essex Furukawa im November 2017: Gemeinsam wollen die beiden Unternehmen in Bad Arolsen Spezialdrähte für die Automobilindustrie produzieren.

Lackisolierte Wickeldrähte aus Kupfer werden in Bad Arolsen schon seit den 40er Jahren hergestellt. Die Kupferdrähte, die in Elektromotoren, Stromgeneratoren und Transformatoren verbaut wurden und werden, gelten heute als essenziell für den Erfolg der deutschen Automobilindustrie beim Umstiegs von Verbrennungsmotoren auf E-Mobilität.

Bad Arolsen - Dabei müssen die Wickeldrähte in den Elektromotoren moderner Elektroautos höchsten Anforderungen standhalten: Hohe Spannungen, hohe Ströme, hohe Temperaturen und das im Dauerbetrieb.

Um auf dem neuen, wachsenden Markt Zeichen zu setzen, hat der Wickeldraht-Hersteller Essex schon 2017 ein Joint-Venture-Projekt mit dem japanischen Elektrokonzern Furukawa begonnen und eine Produktionslinie in Bad Arolsen aufgebaut.

Ziel ist globale Marktführerschaft

Das Gemeinschaftsprojekt scheint sich bewährt zu haben, denn vor wenigen Tagen haben der Wickeldraht-Hersteller Superior Essex Inc. (Superior Essex), die Muttergesellschaft von Essex Wickeldrähte in Bad Arolsen, und Furukawa Electric Co., Ltd. (Furukawa), beide führend bei der Entwicklung von Wickeldrähten, in Atlanta, Georgia, den Abschluss eines globalen Joint Ventures bekannt gegeben.

Logistische Herausforderung: Spulen mit Kupferdraht im Lager der Firma Essex in Bad Arolsen.

Das Joint Venture erweitert eine frühere Wickeldraht-Partnerschaft mit dem Ziel, einen globalen Marktführer zu schaffen. Das kombinierte Unternehmen firmiert als Essex Furukawa Magnet Wire LLC unter der Marke Essex Furukawa.

Elektromotoren der Zukunft: Leichter, kleiner, leistungsfähiger

Das Joint Venture wurde bereits 2017 in Bad Arolsen vorbereitet mit einer gemeinsamen Produktionslinie für besonders leistungsfähiger Wickeldrähte für die neuartigen Elektromotoren in modernen Elektroautos. Dabei ging es zunächst darum, eine ausreichend große Menge dieser Drähte für die Erprobung bei deutschen Autoherstellern zu produzieren.

Elektromotor für ein Elektrofahrzeug. Darin verbaut sind Kupferdrähte mit einer besonderen Lack- und Polymer-Isolierung, die höchsten Ansprüchen im Dauerbetrieb genügt. Die Kupferdrähte werden von Essex-Furukawa in Bad Arolsen produziert

Die neuartig isolierten Kupferdrähte sollen Elektromotoren leichter, kleiner und zugleich leistungsfähiger machen. Das sei möglich, weil die mit Isolierlack und einer weiteren Polymer-Schicht ummantelten Drähte enger gewickelt werden können, erklärte der Chef-Technologe Toshinobu Harada im November 2017 den zum Produktionsstart nach Arolsen eingeladenen Experten von verschiedenen Automobilherstellern und Zulieferern.

Erfahrungen mit Hybridantrieben

Die Hochleistungsdrähte aus Bad Arolsen sind auch bei höheren Betriebsspannungen zwischen 600 und 800 Volt und auch bei Dauerbelastung bei Motor-Temperaturen jenseits der 200 Grad über ein ganzes Autoleben lang funktionstüchtig. Der Elektronik-Riese Furukawa hat mit dieser Technologie schon seit der Jahrtausendwende Erfahrung sammeln können. Mehrere japanische Automarken verwenden den neuartigen Draht schon seit Jahren in ihren Hybridantrieben.

Anwendungsbeispiele für die lackisolierten Kupferdrähte aus dem Essex-Furukawa-Werk in Bad Arolsen: Magnetspulen aus Wickeldrähten und ein mit Stoff umwickelter Drilleiter.

2017 schrieb die WLZ: „Nun also soll auch der europäische Markt von dieser Entwicklung überzeugt werden. Dazu haben der japanische Konzern Furukawa Electric und die amerikanische Superior Essex ein Joint-Venture-Unternehmen gegründet, das in Bad Arolsen produzieren und schon bald den europäischen Markt beliefern soll.“

Arbeitsplätze in Bad Arolsen gesichert

Auf der Homepage von Essex-Furukawa findet sich die aktuelle Pressemitteilung aus Atlanta vom 1. Oktober 2020 in englischer, deutscher und japanischer Sprache. Darin wird ausführlich über das Joint Venture berichtet.

Ergänzend bestätigt der Arolser Werksleiter Frank Olbertz im Gespräch mit der WLZ: „Wir stellen uns zukunftsorientiert auf und expandieren im Bereich E-Mobilität. Die Arbeitsplätze sind gesichert.“ (Von Elmar Schulten)

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