Haus Cramer Gruppe schaltet Investmentberater Rothschild ein

Verkauf der Welcome Hotels erwogen

Bad Arolsen/Warstein - Die Haus-Cramer-Gruppe lässt vom Investmentberater von Rothschild in Frankfurt Möglichkeiten für die weitere Entwicklung der eigenen Welcome-Hotel-Gruppe prüfen. Auch ein Verkauf der Häuser, darunter das in Bad Arolsen, wird untersucht.

Es gehe um verschiedene strategische Optionen, teilt die Unternehmensgruppe mit 17 Häusern mit, darunter das Hotel in Bad Arolsen mit 115 Mitarbeitern. Die Welcome Hotels verzeichneten für 2014 das umsatzstärkste Jahr seit Gründung 1998. Beim Umsatz wurde ein Anstieg um 1,7 auf 62,3 Millionen Euro verzeichnet. Die gute Entwicklung macht die Hotelkette für Investoren interessant, erklärte Klaus Küpper, Leiter der Unternehmenskommunikation, auf Anfrage der Waldeckischen Landeszeitung. Daher würden auch Exposés in ausgewählte nationale und internationale Investorenkreise lanciert und somit neben anderen Optionen auch der Verkauf der Hotelgruppe als Möglichkeit für die künftige Entwicklung geprüft. Es gebe bereits Anfragen interessierter Investoren, ergänzte Küpper. Bis Ende des Jahres solle die Expertise bei Rothschild vorliegen. Wenn es denn einen Verkauf gäbe, Küpper wählt bewusst den Konjunktiv, dann solle die Kette als Ganzes mit allen Standorten und den Belegschaften (insgesamt 700 fest Beschäftigte) erhalten werden. Ausgenommen seien die aus dem 18. Jahrhundert stammenden beiden Traditionshäuser am Firmensitz in Warstein und in Hirschberg. Einen Einzelverkauf würde es nicht geben. „Wir sind eine gesunde mittelgroße Hotelgruppe“, bekräftigt Küpper. Zugleich widersprach er Spekulationen, ein Verkauf solle frisches Geld in die Kassen der Brauer-Gruppe des Hauses Cramer spülen. Es gehe darum zu prüfen, wie die Welcome-Hotel-Gruppe bewertet und entwickelt werden könne. Neben einem Verkauf werde auch geprüft, wie die Hotels unter dem Dach der Haus-Cramer-Gruppe weiter erhalten und ausgebaut werden könnten. Denn bei einer derart guten Entwicklung wie im Vorjahr wären auch stärkere Investitionen denkbar, sagt Küpper. Zu Bad Arolsen erklärte der Unternehmenssprecher, es werde sich am Standort auch nach einem eventuellen Verkauf nichts ändern. Das Hotel besteht seit 25 Jahren, und seit dem Besitzerwechsel 2005 wurden sieben Millionen Euro investiert, schwerpunktmäßig im Wellness- und Saunabereich. Zwei Millionen sind seit dem vergangenen Jahr von der Waldeckischen Domanialverwaltung als Eigentümerin der historischen Gebäude bereitgestellt worden. 400 000 Euro flossen von Welcome in den Einbau einer neuen Küche. (ah)

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