Bad Arolser Feuerwehrleute begeben sich selbst oft in Gefahr um andere zu retten

Verkehrsunfälle, Großbrände, Explosionen

Ehrungen, Ernennungen und Beförderungen bei der Feuerwehr Bad Arolsen: In der Mitte Gerd-Udo Wunderatsch, der für 50 Jahre Mitgliedschaft die Plakette des Feuerwehrverbands Kurhessen-Waldeck in Gold erhielt. Für 25 Jahre wurde Sven Cordes mit der Plakette in Bronze ausgezeichnet. Foto: Elmar Schulten

Bad Arolsen - Bei 140 Einsätzen haben die 63 Mitglieder der Einsatzabteilung der Feuerwehr Bad Arolsen 17 Menschen gerettet, Brände gelöscht und Keller ausgepumpt. In vier Fällen kam jede Hilfe zu spät. - Besonders traumatisch für die Retter in vorderster Front.

Mit einer pfiffigen Leinwandpräsentation erinnerte Wehrführer Gordon Kahlhöfer bei der Jahreshautpversammlung am Freitagabend im Feuerwehrstützpunkt an die herausragenden Ereignisse des vergangenen Jahres.

Die Bad Arolser Brandschützer wurden in Twiste zur Hilfe gerufen, als ein Brandstifter zwei Gehöfte an der Hauptstraße angezündet hatte. Bei der von einem Selbstmörder herbeigeführten Heizöl-Katastrophe am Diemelsee gingen auch die Arolser aufs Wasser und verlegten Ölsperren.

Bei folgenschweren Unfällen auf den Bundesstraßen B252 und B450 waren die bestens ausgestatteten Retter aus Bad Arolsen ebenso gefragt wie bei dem ausgedehnten Schornsteinbrand in einem Fachwerkhaus in Schmillinghausen.

Die größte Alarmierung seit Jahren mit Auswirkungen bis ins benachbarte Westfalen löste die Explosion im Chemiesaal der Christian-Rauch-Schule aus. Zum Glück erwiesen sich der Fall sehr schnell als vergleichsweise harmlos. Die von der Leitstelle vorsorglich herbeorderten drei Rettungshubschrauber konnten gleich wieder abbestellt werden, als klar war, dass niemand verletzt wurde.

Mindestens ebenso brenzlig war das Schwelfeuer, das zur Erntezeit im Trockensilo des Mengeringhäuser Kornhauses ausgebrochen ist. Sogar die Brandexperten der Feuerversicherung bescheinigten der Arolser Feuerwehr ein äußerst besonnenes Vorgehen unter Berücksichtigung aller brandphysikalischen Erkenntnisse. In vergleichbaren Fällen sei es schon zu Staubexplosionen und Großbränden gekommen. Das konnte verhindert werden.

Drei Neuzugänge

Unvergessen auch der Löscheinsatz beim zweiten großen Saunabrand im Garten des Welcome-Hotels. Hier deutet inzwischen alles auf einen technischen Defekt als Auslöser für das Großfeuer hin.

Ihren letzten großen Einsatz hatte die 25 Jahre alte Drehleiter beim Großbrand eines Elektrolagers in Sachsenhausen, wo insgesamt drei Drehleiterfahrzeuge zum Löschen eingesetzt waren.

Dass die Bad Arolser Feuerwehr für jeden denkbaren Einsatz bestens ausgerüstet und ausgebildet ist, bewies nicht zuletzt auch die bis ins kleinste Detail durchgeplante Evakuierungsübung im Krankenhaus an der Großen Allee. Dazu passt die Nachricht aus Wiesbaden, dass die Arolser Feuerwehren mit ihrem dreiköpfigen Brandinspektorenteam zur Feuerwehr des Monats gewählt wurde.

Bei den gemeinsamen Stadtpokalwettkämpfen mit der Feuerwehr Volkmarsen in Herbsen erreichte die Arolser Wettkampfmannschaft den ersten Platz auf Stadtebene und den Gesamtsieg.

Für gut ausgebildeten und hoch motivierten Nachwuchs in der Einsatzabteilung sorgt seit Jahren schon die Jugendfeuerwehr, in der zurzeit zwölf Mädchen und 17 Jungen unter Leitung von Jan Schulze sinnvolle Freizeitgestaltung erleben.

Neben dem feuerwehrtechnischen Unterricht wurden Vogelhäuschen für den Mengeringhäuser Stadtwald gebaut und Fahrräder verkehrssicher gemacht. Bei einer 24-Stunden-Übung bekamen die Jugendlichen ein Gefühl für die Herausforderungen, die eine Berufsfeuerwehr jeden Tag bewältigen muss.

Die Jugendlichen verteilten die gelben Säcke, sammelten Weihnachtsbäume ein und beteiligten sich am WLZ-Wettbewerb „Superverein“ mit einem eigenen Video. Auch für die Cold-Water-Challenge drehten die Mitglieder der Jugendwehr einen Film. Höhepunkt des Jahres war das Kreiszeltlager in Birkenbringhausen, wo das Arolser Team unter 50 Mannschaften den achten Platz belegte.

Drehleiter, Gerätewagen

Kein Wunder also, dass Erster Stadtrat Helmut Hausmann den engagierten Brandschützern seinen Respekt zollte: „Ihr Idealismus und Ihr Einsatzwille sind es, die die Bürger ruhig schlafen lassen.“ Beeindruckt haben den Magistrat die Vorführung der neuen Drehleiter. Dabei sei deutlich geworden, dass das Team schon intensiv mit der neuen Technik trainiert habe: „Die Stadt ist stolz auf Sie.“

Ähnlich äußerte sich auch Stadtbrandinspektor Karl-Heinz Meyer: Die neue Drehleiter, der neue Gerätewagen Hochwasser und die Einführung der Digitalfunktechnik hätten allen Beteiligten viele zusätzliche Übungsstunden abverlangt.

Meyer, Hausmann und Kalhöfer nutzten schließlich die Gelegenheit, eine Reihe von Feuerwehrleuten nach bestandenen Lehrgängen zu befördern. Für 50 Jahre aktive Mitgliedschaft wurde der frühere Wehrführer Gerd-Udo Wunderatsch mit der Goldplakette des Kurhessisch-Waldeckischen Feuerwehrverbands geht. Die gleiche Auszeichnung in Bronze ging an Sven Cordes für 25 Dienstjahre.

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