Bürgerversammlung am 25. Juni geplant

Vertrag über Umgehungsstraße neu unterzeichnet

Bad Arolsen/Volkmarsen - Neue Regierung, neuer Vertrag: Eine Vereinbarung zwischen Kreis und Land über den Bau der Umgehung Wetterburg ist unter der schwarz-grünen Regierung unterzeichnet worden.

Die große Lösung als Kompensation für die vom Land als unrealisierbar bezeichnete Volkmarser Nordwest-Umgehung bringt die Städte Bad Arolsen und Volkmarsen, das Land und den Kreis zusammen, der ursprünglich die Idee für eine Umgehung von Volkmarsen zur Entlastung der Bürger vom Verkehr zu und vom Logistikzentrum verfolgt hat. „Im Dezember fühlte es sich noch so an, als ob alles in trockenen Tüchern gewesen sei“, sagte MdL Daniel May (Bündnis 90/Die Grünen) am Mittwoch im Arolser Rathaus. Doch die zusammen mit dem damaligen Staatssekretär im ehedem FDP-geführten Verkehrsministerium ausgehandelte Vereinbarung sei „versehentlich nicht unterzeichnet“ worden. Bei dem vom neuen Minister der Grünen, Tarek Al-Wazir, ausgerufenen Sparkurs findet der Kontrakt ebenfalls Zustimmung: „Für diese Trassenführung gibt es gute Argumente, auch wenn die Grünen sich nicht unbedingt als Befürworter des Straßenbaus profilieren“, sagte May. Daher sei es zu einem Neustart des Projektes gekommen.Unter dem Stichwort „Kommunales Interessen-Modell II“ (KIM II) übernimmt der Kreis zunächst die Kosten für die Verlegung der Landesstraße 3080, um es später vom Land zurückzahlen zu lassen. Dabei soll die Kreisstraße 7 aus der Ortslage von Wetterburg herausgenommen und durchs Arolser Holz an die B 450 angebunden werden. Diese Trasse sei effizienter als eine Nordwest-Umgehung, sagte Erster Kreisbeigeordneter Jens Deutschendorf. Schließlich sei sie so leistungsfähig, dass der Verkehr zwischen dem Logistikzenrum und dem VW-Werk Baunatal schneller abgewickelt werden könne als über die Trasse westlich von Volkmarsen mit Anschluss an die A 44 bei Warburg. Die Kosten seien mit 6,6 Millionen Euro niedriger. „Hier gibt es viele Gewinner“, ergänzt Deutschendorf.

Zum Thema Ortsumgehung Wetterburg wird am Mittwoch, 24. Juni, um 19 Uhr eine Bürgerversammlung in der Twisteseehalle veranstaltet. Dann sollen die Ergebnisse der in diesem Frühjahr ergänzten Verkehrsanalysen vorgestellt und die Präferenz für eine Trassenführung im Zuge der L 3080 und der K 7 vorgestellt werden. Es ständen präzise moderne Verfahren zur Verfügung, mit denen die Auswirkungen verschiedener Trassen genau dargestellt werden könnten, verweist Bürgermeister Jürgen van der Horst auf den Part von Hessen Mobil bei dem Verfahren. „Wichtige Weichen werden gestellt“, sagt er. Bekanntlich will der Kreis in Vorleistung bei dem Millionenprojekt treten und sich das Geld später vom Land zurückzahlen lassen. „Erfreulich, dass es mit dem Kreis vorangeht“, sagt Erster Stadtrat und MdB Thomas Viesehon aus Volkmarsen - das Projekt soll schließlich auch eine Entlastung von den Lkw zu und vom Logistikzentrum in Volkmarsen bieten. „Es gibt nicht nur Gewinner. Wenn es konkret wird, formieren sich verschiedene Interessengruppen“ räumt Bürgermeister van der Horst im Hinblick auf die bisherigen Proteste der Landwirte ein. Sie, die Bewohner des Remmeker Felds, die die Verlagerung der K 7 ins Arolser Holz fürchten, aber auch die Befürworter der Umgehung in Wetterburg sollen gehört werden. Nach der Sommerpause wird die Stadtverordnetenversammlung einen Beschluss zur Trasse fassen. Der Rathauschef weist darauf hin, dass vor 35 Jahren bereits ein erstes konkretes Konzept vorgestellt wurde: „Das ist ein historisches und kein neues Thema mehr.“ Mit dem kürzlich nochmals unterzeichneten Vertrag zwischen Land und Kreis über den Bau der Ungehung sei ein Meilenstein für die Region gesetzt worden, sagt van der Horst, verweist aber auch auf die langen Zeiträume für Planung und Genehmigung.. „Wir stehen am Beginn der Planung“, stellt Erster Kreisbeigeordneter Jens Deutschendorf fest.Allerdings müssten auch die Sorgen Betroffener ernst genommen werden, räumt er ein. Der Landverbrauch sei ein wichtiges Thema, gibt Bürgermeister Hartmut Linnekugel zu bedenken, aber auch dies: „Wir sparen mit der Umgehung Wetterburg eine Trasse.“ (ah)

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