Corona: Kreisgesundheitsamt reagiert auf Kritik

Verzögerte Testergebnisse verärgern Kindergarten-Eltern in Bad Arolsen

Thomas Hetche (links), Leiter des Gesundheitsamtes, und Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese als Leiter des Dezernats Jugend/Gesundheit vor dem Kreishaus in Korbach..
+
Sie verfolgen die Entwicklung mit großer Sorge: Thomas Hetche (links), Leiter des Gesundheitsamtes, und Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese als Leiter des Dezernats Jugend/Gesundheit.

Nach der corona-bedingten Schließung des Kindergartens in der Bad Arolser Rauchstraße hatten sich die – zum Glück negativen – Testergebnisse um Tage verzögert. Das führte zu Kritik an der Arbeitsweise des Gesundheitsamtes.

Korbach/Bad Arolsen - Die WLZ fragte im Kreishaus nach und erfuhr von unterschiedlichen Zuständigkeiten, einer defekten Maschine in einem privaten Labor und einer Telefonanlage, die nur Freizeichen kennt.

Tatsächlich sind auch der Leiter des Gesundheitsamtes, Thomas Hetche, und der zuständige Dezernent im Kreishaus, Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese, sehr unzufrieden mit den zeitlichen Abläufen: Die Abstriche im Kindergarten wurden am Montag, 10. August, gemacht. Der letzten Ergebnisse lagen aber erst am Sonnabend, 15. August, vor.

Laborgerät war defekt

Eine Überprüfung der Abläufe ergab, dass die Tests, die von Beauftragten der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) gemacht wurden, zur Untersuchung an ein privates Labor gegeben wurden.

Nach einem technischen Defekt an einer Maschine mussten die Tests an andere Labore weitergereicht werden, was zu einer ersten Verzögerung führte. Dass die Testergebnisse dann manuell in das Computersystem eingegeben werden mussten, kostet weitere wertvolle Zeit.

Freizeichen beim Gesundheitsamt Waldeck-Frankenberg trotz besetzt

Ärgerlich auch das: Wer in der Hoffnung auf eine verbindliche Auskunft zu Testabläufen die offizielle Telefonhotline 05631/954555 beim Gesundheitsamt anruft, bekommt immer ein Freizeichen, auch wenn auf den fünf angeschlossenen Leitungen gerade telefoniert wird. „Das hört sich für den Anrufer so an, als wären die Leitungen frei, es werde aber gerade nicht gearbeitet“, so Thomas Hetche.

Das Problem sei aber die veraltete Telefonanlage im Dienstgebäude Am Kniep in Korbach. Das dabei entstehende Bild des Gesundheitsamtes sei aber ganz falsch: Seit Beginn der Corona-Krise arbeite das Team des Gesundheitsamtes am Limit. Bei der Telefon-Hotline gingen täglich 500 Anrufe ein.

Hetche: „Hier wird Detektivarbeit geleistet“

Es gebe einen Dauerdienst rund um die Uhr und zusätzlich fünf studentische Mitarbeiter, die an der Nachverfolgung der Kontaktpersonen von positiv auf das neuartige Coronavirus getesteten Personen arbeiten. Hier werde echte Detektivarbeit geleistet. In der Corona-Krise wird das Team stundenweise durch zwei Ärzte im Ruhestand verstärkt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare