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Viehhandel am Standort Mengeringhausen neu geordnet

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Von: Armin Haß

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Landwirtschaftliche Vieh- und Fleischvermarktung Nordhessen eG in Mengeringhausen. Der Viehhandel wird eingestellt, eine Kooperation mit größeren Münsterland eG Lüdinghausen / Nordwalde wurde vereinbart.
Landwirtschaftliche Vieh- und Fleischvermarktung Nordhessen eG in Mengeringhausen. Der Viehhandel wird eingestellt, eine Kooperation mit größeren Münsterland eG Lüdinghausen / Nordwalde wurde vereinbart. © Armin Haß

Die Landwirtschaftliche Vieh- und Fleischvermarktung Nordhessen e. G. hat mit der VVG Münsterland e.G. Lüdinghausen / Nordwalde eine Kooperation vereinbart: Der Viehhandel wird komplett von dem größeren Partner im Münsterland besorgt.

Arolsen-Mengeringhausen – Als Grund für den Ausstieg aus dem Viehhandel, der über Jahrzehnte das Kerngeschäft der LVF ausmachte, bezeichnete Geschäftsführer Dirk Blettenberg den starken Rückgang beim Umsatz allein mit Schweinen.

Von den derzeit 2070 Genossenschaftsmitgliedern sind gerade ein bis zwei Prozent in der Viehhaltung aktiv.

Vermögenswerte

Aufgrund der Vermögenswerte und der vorsichtigen Unternehmenspolitik ist die Genossenschaft schuldenfrei und eigenfinanziert, wie Blettenberg betont. Doch habe die Genossenschaft bereits durch ihr Kerngeschäftt , den Viehhandel, seit Jahren Verluste verkraften müssen. „In den letzten beiden Jahren haben wir von der Substanz gelebt“, sagt Blettenberg.

Die VVG Münsterland betreibt ausschließlich Viehhandel. Nun gilt es, den Kooperationsvertrag mit der LVF mit Leben zu erfüllen und den Handel für deren Kunden und Mitglieder sicherzustellen, so VVG-Geschäftsführer Marcus Engbert.

Möglichkeiten erkunden

Im Viehhandel komme es besonders auf Vertrauen an, daher sei es der VVG Münsterland wichtig, Mitarbeiter im Handel und Transport zu beschäftigen, die den Kunden und Mitgliedern der LVF Nordhessen bekannt seien

Zunächst würden noch die Möglichkeiten der Kooperation und die Nutzung der Infrastruktur erkundet. Angesichts der Veränderungen in der Landwirtschaft lasse sich ein fester Fahrplan für die künftige Zusammenarbeit schwer schon jetzt umreißen.

Infrastruktur nutzen

Die Gremien der LVF hatten zuvor die Möglichkeiten einer Kooperation auf hessischer Ebene ausgelotet. Als Partner blieb nur noch die LVF Hünfeld übrig, was ebenfalls den Abwärtstrend bei der Viehhaltung in allen Sparten deutlich macht. Schließlich führten die Nordhessen noch Gespräche mit zwei Akteuren in Nordrhein-Westfalen.

Die VVG Münsterland bekommt die örtliche Infrastruktur in Mengeringhausen durch Pacht zur Verfügung gestellt. Speziell im Außendienst und als Fahrer tätige Mitarbeiter bekommen neue Arbeitsverträge angeboten. Vor Ort bleibt ein Mitarbeiter.

Machbarkeitsstudie für Schlachthof

Bisher waren es in der Verwaltung vier, beim Fahr- und Außendienst sechs Beschäftigte.

Unabhängig davon hat der Landkreis eine Machbarkeitsstudie für ein Schlachthaus auf dem LVF-Gelände in Mengeringhausen in Auftrag gegeben. Das Ergebnis soll Anfang November vorgestellt werden.

Teure Sanierung

Das Ergebnis einer vom Landkreis in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie über einen weiteren Betrieb des 2021 geschlossenen Schlachtbetriebs Mengeringhausen liegt vor und soll nach Auskunft von Erstem Kreisbeigeordneten Karl-Friedrich Frese vorgestellt werden..

Die Landwirtschaftliche Vieh- und Fleischvermarktung Nordhessen e.G. hatte sich im August 2021 gegen eine mit 3,8 Millionen Euro veranschlagte Sanierung der letzten verbliebene Schlachtstätte einstimmig entschieden. Die Genossenschaft hätte diese Investition wirtschaftlich nicht verkraftet.

Offen für Gespräche

Für Gespräche über eine Wiederinbetriebnahme des Schlachthauses Mengeringhausen zeigt sich die Genossenschaft nach wie vor offen, jedoch nicht als Investor, sondern als Eigentümerin der Immobilie, die einem neuen Betreiber verpachtet werden könnte.

„Vorsichtig optimistisch“ äußert sich Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese gegenüber der WLZ zu den Aussichten über eine Wiederaufnahme des Schlachtbetriebs in Mengeringhausen, der war von der Landwirtschaftlichen Vieh- und Fleischvermarktung Nordhessen im November 2021 aufgrund der geforderten hohen Investitionen eingestellt worden. 

Akteure aus der Region

Nach Auskunft von Frese liegt das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie vor. Das soll am 3. November „einem Dutzend Akteuren, Metzgern und Fleischern aus der Region, vorgestellt werden, die sich beteiligen würden.“  (Armin Haß)

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