Stefan Dittmann sit seit 100 Tagen Bürgermesiter von Twistetal

Viele Baustellen für den Neuen

Twistetal - „Die Aufgabe als Bürgermeister von Twistetal ist so, wie ich es mir vorgestellt habe. Es macht richtig Spaß, hier etwas zu bewegen.“ Diese Bilanz zieht Stefan Dittmann nach 100 Tagen im Amt.

Sein Vorsprung bei der Stichwahl am 25. November war mit 26 Stimmen denkbar knapp. Das spricht für die hohe Qualität beider Kandidaten. Doch nur einer kann es werden. Und das war der 32-jährige Stefan Dittmann.

Als Beigeordneter und Gemeindevertreter hatte er zuvor schon Erfahrung in der Kommunalpolitik sammeln können. Doch nach den ersten 100 Tagen im Amt stellt er fest: „Der Blick hinter die Kulissen ist manchmal sehr erhellend. Dinge, die ich bis dahin nur als Parlamentarier kannte, stellen sich jetzt oft ganz anders dar.“

Bürger im Mittelpunkt

Zu seinen großen Wahlversprechen gehörte, die Verwaltung auf mehr Bürgernähe einzuschwören. Gleich nach der Amtsübernahme am 1. April hatte Dittmann zu einer Perso-nalversammlung geladen, „um allen zu sagen, wo die Reise hingehen soll“.

Dittmann: „Wir wollen bürgerfreundlicher werden. Dazu gehört eine bessere Erreichbarkeit, mehr Transparenz. Es wird demnächst ein Bürgerbüro mit Glastür geben. Da soll jemand sitzen, der sich in den meisten Feldern auskennt und als erster Ansprechpartner für die Bürger fungieren kann.“

Bürgervorschlag umsetzen

Zugleich präsentiert sich der neue Rathauschef als guter Chef: „Ich verlange nicht nur, ich kümmere mich auch um die Belange der Mitarbeiter.“ Zu hohe Überstundenstände etwa sollen kontinuierlich abgebaut werden. Dittmann: „Ich bin eigentlich sehr zufrieden. Es ziehen alle mit. Wir haben gute Leute im Haus. Denen muss man nur sagen, wie‘s laufen soll.“Kontinuierlich soll auch die Technikausstattung verbessert werden. Ziel ist eine moderne Verwaltung. Dazu gehört auch ein moderner Internetauftritt. Der ist derzeit in der Mache. Bei der Gestaltung eines neuen Logos für die Gemeinde wurden die Bürger aufgerufen, ihre Ideen einzubringen. Ein solcher Bürgervorschlag soll nun auch umgesetzt werden.

Wohngemeinde mit Komfort

Inhaltlich hat sich der neue Bürgermeister vorgenommen, die Gemeinde Twistetal selbstbewusst als starke Wohnge-meinde zwischen Korbach und Bad Arolsen zu vermarkten. Günstiges Bauland in Berndorf bietet sich dazu an, Neubürger zu gewinnen. Denen müsse aber mit einer zeitgemäßen Kinderbetreuung auch etwas geboten werden. Deshalb laufe derzeit der Ausbau des Kindergartens in Berndorf. Ähnliches müsse als nächstes in Twiste in Gang kommen.

Im Interesse des Wohnkomforts der Bürger sei auch der Bau der geplanten Umgehungsstraßen. Nach über 40 Jahren Planungszeit stehe nun die Ortsumgehung Twiste kurz vor der Planfeststellung. Eventuelle Einwendungen würden nun professionell abgewogen und bearbeitet.

Schäden durch Schwerverkehr

Von den neuesten Kritiken an den Plänen habe er eigentlich auch nur aus der Zeitung erfahren. Er habe weder eines der anonymen Flugblätter erhalten noch einen kritischen Bürger in einer der vielen Sitzungen zu diesem Thema gesehen. Tatsache sei, dass es bei jedem Straßenbau Gewinner und Verlierer gebe. Unterm Strich aber profitiere die ganze Gemeinde von der Entlastung der Ortsdurchfahrten.

Jüngstes Beispiel für die Notwendigkeit des Straßenbaus sei der Sanierungsbedarf des Kanals in der Twister Hauptstraße. Dittmann: „Das kostet uns eine Million Euro, wenn der Schwerverkehr unsere Kanäle kaputt fährt. Dazu gibt es keinen Cent von Hessen-Mobil.“

Dorferneuerung

Gut angelaufen sei die Dorferneuerung in den Grunddörfern. Das private Interesse an Sanierungsmaßnahmen sei groß. Die Gemeinde werde demnächst mit der energetischen Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses in Elle-ringhausen beginnen.

Umgestaltet werden müsse die Satzung zur Bekämpfung des Leerstands. Aufgrund der darin festgeschriebenen hohen Hürden habe der Gemeinde-vorstand in den vergangenen Jahren nicht einen Antrag positiv bescheiden können. Das müsse sich ändern, denn Leerstands-Management werde immer wichtiger, wenn ein Ausbluten der Dörfer verhindert werden solle. Im Zweifel müssten auch nicht mehr benötigte Gebäude abgerissen werden, um Platz für die Nachbar-grundstücke zu schaffen.

Pläne für Berndorf

Ebenso wichtig sei die Verbesserung der Internetversorgung im gesamten Gemeindegebiet. Twistetal schließe sich daher dem Konzept des Landkreises an, suche aber parallel nach weiteren Lösungen, um schnell zu einem Ergebnis zu kommen.

In den kommenden Wochen wird der Gemeindevorstand das vom Kreis geforderte Haushaltssicherungskonzept vorle-gen. Auch das Finanzierungskonzept für den Umbau der Halle Mühlhausen werde derzeit erarbeitet.

In Berndorf werde versucht, die Umgestaltung der Nachbargrundstücke am Elli-Markt im Rahmen des Stadtumbaus Nordwaldeck zu stemmen.

Beim Kirchpfad in Berndorf sei man aufgrund der archäo-logischen Funde um drei Wochen im Rückstand.

Die von der Denkmalpflege verursachten Mehrkosten in Höhe von rund 20000 Euro müssen wohl von der Gemeinde übernommen werden. Viele Baustellen also für den Bürgermeister in den nächsten 1000 Tagen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare