Cafe Prinzess Emma hat Ideen für die kalte Jahreszeit

Viele Gäste wollen wegen Corona lieber draußen sitzen

Mit Wärmflasche und Decke lässt es sich gut aushalten:  Für den Corona-Winter hat das Cafe Prinzess Emma ein Zelt auf dem Bürgersteig aufgebaut, für alle, die lieber draußen sitzen.
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Mit Wärmflasche und Decke lässt es sich gut aushalten: Tanja Nikoleit führt seit acht Jahren das Cafe Prinzess Emma in der Schlossstraße. Für den Corona-Winter hat sie ein Zelt auf dem Bürgersteig aufgebaut, für alle, die lieber draußen sitzen.

Außengastronomie ist das Zauberwort, das im Coronajahr 2020 vielen Gaststätten über die Durststrecke hilft. Damit das „Kännchen auf der Terrasse“ auch im Herbst und Winter eine Option bleibt, müsse viele Gastwirte nun aufrüsten.

Bad Arolsen - Zu den ersten, die für sich und ihr Geschäft eine Lösung gefunden haben, gehört in der Bad Arolser Schlossstraße das Café Prinzess Emma.

„Viele unserer Stammgäste haben mir gesagt, dass sie Angst haben, sich in der kalten Jahreszeit zu mir ins Café zu setzen. Deshalb haben wir nach Absprache mit der Stadtverwaltung eine Überdachung vor unserem Eingang aufgestellt“, erzählt Tanja Nikoleit, die das kleine gemütliche Café seit 2008 führt.

Wärme, Sicherheit und ein gutes Gefühl sind gefragt

Für sie beginnt jetzt im Herbst die Hochsaison: „Im Sommer hatten die Leute genügend andere Möglichkeiten, sich zu treffen. Wenn es kalt wird, kommen die Gäste am liebsten zu uns ins Warme. Da ist es gemütlich. Aber in diesem Jahr ist vieles anders.“

Ein Zelt auf dem Gehweg der Schlossstraße in Bad Arolsen soll Café-Gästen Sitzgelegenheiten an der frischen Luft bieten, wenn der Aufenthalt in geschlossenen Räumen wegen der Corona-Gefahr von den Gästen nicht mehr gewünscht wird.

Um die vorgeschriebenen Abstände einzuhalten, musste Tanja Nikoleit viele Tische und Stühle aus dem Gastraum entfernen. Dafür hat sie jetzt fünf zusätzliche Tische auf dem breiten Bürgersteig vor ihrem Café aufgebaut.

Alles lässt sich abbauen ohne Spuren zu hinterlassen

Geschützt vor Wind und Regen können die Gäste hier Platz nehmen und es bleibt immer noch ein breiter Gehweg, der natürlich als öffentliche Fläche für jedermann begehbar bleibt.

Damit das Zelt auch bei Sturm nicht abhebt, ist es mit schweren Betonplatten und Seilen bestens gesichert. „Es wurden aber keine Schrauben in die denkmalgeschätzte Hauswand oder in die Bodenplatten des Gehweges eingelassen“, betont Peter Blaszczyk, der die Konstruktion aufgebaut hat. Im Frühjahr kommt alles wieder weg und es bleiben keine Spuren vom Zelt.

Ratschläge vom Dehoga-Verband und vom Ordnungsamt umgesetzt

Damit sich die Gäste auch bei kalten Temperaturen wohlfühlen, hat Tanja Nikoleit Decken angeschafft und auf den Stühlen bereitgelegt. Außerdem gehören auf Wunsch heiße Wärmflaschen zum Service. Die Anschaffung von Infrarot-Strahlern ist geplant.

„Wir tun alles, damit sich unsere Gäste bei uns wohlfühlen und nicht anstecken können“, bekräftigt die Café-Betreiberin und verweist auf die Ratschläge des Hotel- und Gaststättenverbands. Tische und Stühle würden nach den Regeln des Ordnungsamtes desinfiziert. Die Hüllen der Wärmflaschen werden nach Gebrauch gewaschen.

Auf lange Koexistenz mit dem Virus eingestellt

Sie wolle alles tun, um einen weiteren Lockdown wie im Frühjahr zu verhindern. Das sei eine schlimme Zeit gewesen, erinnert sie sich und betont, dass sie das Beste daraus gemacht habe: „Wir haben den Lockdown dazu genutzt, unsere Küche zu renovieren.“

Dann habe sie überlegt, wie sie für den Herbst und Winter vorsorgen könne. Jetzt ist sie froh, frühzeitig gehandelt zu haben, denn die nötigen Ausstattungsgegenstände wie Zelt und Heizstrahler seien nun viel teurer als noch vor wenigen Wochen.

Sie sei dennoch hoffnungsvoll, dass sich die Investitionen amortisieren werden: „Wir werden noch lange mit dem Virus und den Hygieneregeln zu leben haben. Dann ist es besser, rechtzeitig die richtigen Weichen zu stellen.“ (Von Elmar Schulten)

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