Kassel/Bad Arolsen:

Vier Jahre Haft nach Messerattacke

- Kassel/Bad Arolsen (es). Schneller als ursprünglich vom Gericht geplant ist am Donnerstag das Urteil im Prozess gegen den Messerstecher aus der Bahnhofstraße gefällt worden.

Der 25-jährige Afghane, der am Abend des 25. November in der Spielhalle in der unteren Bahnhofstraße auf einen am Spielautomaten stehenden jungen Kosovaren eingestochen hat, ist von der sechsten Strafkammer des Landgerichts Kassel wegen versuchten Totschlags zu einer Haftstrafe von vier Jahren verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte drei Jahre und vier Monate beantragt. Der Verteidiger des Afghanen sah lediglich den Tatbestand der gefährlichen Körperverletzung erfüllt und hatte eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren für seinen Mandanten beantragt.

Der reine Tathergang war im Grund unstrittig. Schließlich hatte der Angeklagte gleich zu Beginn des Verfahrens ein umfassendes Geständnis abgelegt. Danach hatte er kurz vor der Messerattacke vor der Spielhalle eine junge Frau auf sexuell anzügliche Art angesprochen. Die fühlte sich beleidigt und telefonierte Freunde herbei, die bald darauf dem Afghanen eine gehörige Abreibung verpassten. Frustriert und gekränkt zog der sich in seine Gemeinschaftsunterkunft zurück, trank noch einen Wodka und kehrte mit einem Küchenmesser in die Spielhalle zurück.

Auf der Suche nach der Schlägertruppe sprach er den Kosovaren an: „Wo deine Freunde?“ - Ohne jedoch die Antwort abzuwarten stach er zu und es entwickelte sich eine wilde Rauferei, in deren Verlauf der Kosovar lebensgefährlich verletzt wurde. Dennoch konnte er sich befreien und eine andere Gaststätte flüchten. Der Afghane hatte angegeben, an jenem Tag eine große Menge Alkohol getrunken zu haben. Doch seine Angaben deckten sich nicht mit den Untersuchungsergebnissen der Gerichtsmedizin.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare