1. WLZ
  2. Waldeck
  3. Bad Arolsen

Vier Millionen Euro für Sanierung der Stadtkirche Bad Arolsen veranschlagt

Erstellt:

Von: Armin Haß

Kommentare

Die seit vorvergangenem Jahr wegen Bauschäden gesperrte Stadtkirche wird voraussichtlich Pfingsten nach Einzug eines Schutznetzes und der Einzäunung der Orgel wird für Gottesdienste geöffnet. In Höhe der Figuren links wird an der Decke ein Bereich geöffnet, um die geplante Sanierungsmethode zu erproben. Auf die Wiedereröffnung freuen sich Pfarrer Gerhard Lueg, links, und Bezirkskantor Jan Knobbe.
Die seit vorvergangenem Jahr wegen Bauschäden gesperrte Stadtkirche wird voraussichtlich Pfingsten nach Einzug eines Schutznetzes und der Einzäunung der Orgel wird für Gottesdienste geöffnet. In Höhe der Figuren links wird an der Decke ein Bereich geöffnet, um die geplante Sanierungsmethode zu erproben. Auf die Wiedereröffnung freuen sich Pfarrer Gerhard Lueg, links, und Bezirkskantor Jan Knobbe. © Armin Haß

Die evangelische Stadtkirche Bad Arolsen soll an Pfingsten wieder für Gottesdienste geöffnet werden. Dazu werden eine Schutzplane und ein Netz unter die bröckelig gewordene Decke gehängt.

Bad Arolsen – Die Stadtkirche ist seit Oktober 2020 Jahren wegen Bauschäden geschlossen, dort war ein zentnerschwerer Brocken aus der Stuckdecke gebrochen und zu Boden gestürzt. Glücklicherweise kam niemand zu Schaden.

Hohe Kosten

Seither prüfen Experten, wie es zu dem Schaden kommen konnte und wie die Kirche saniert werden kann. Inzwischen zeichnete sich ein mehrjähriges Sanierungsprogramm für Dachkonstruktion, Decke und den Turm ab. Die Gesamtkosten sind vom Arolser Architekturbüro Müntinga und Puy im Februar 2022 mit 4,1 Millionen Euro beziffert worden.

Die Ausführung der Arbeiten und deren Finanzierung wird nun geklärt. Ein Förderkreis hat sich gebildet, der sich um Spenden bemüht.

Gemeinde kauft Schutznetz

Die Gemeinde wird für rund 44 000 Euro die Schutzplane für die Decke kaufen: „Das ist günstiger als eine Miete“, sagt Pfarrer Gerhard Lueg. Die Plane müsse mindestens ein Jahr dort bleiben.

Knapp 5000 Euro kostet der Vorhang vor der Orgel. Finanziert wird der über den Förderkreis für Kirchenmusik. Staub dürfte auch dann noch die Orgel erreichen, doch nach der letzten umfassenden Säuberung 1999 ist ohnehin eine neue Reinigung fällig, wie Bezirkskantor Jan Knobbe berichtet.

Die Kirche vermisst

Er freute sich, endlich wieder an der Noeske-Orgel spielen zu können. Das Instrument in der dankenswerterweise für Konzerte zur Verfügung gestellten katholischen Kirche sei zwar ein guter Ersatz, doch sei es für Gemeinde und Musiker gut, wieder in der Stadtkirche sein zu können: „Die fehlt uns doch!“

Als erstes soll das Turmdach instandgesetzt werden. Dafür werden gut 200 000 Euro veranschlagt wird. Die Sanierung empfiehlt sich nach Aussage der Architekten vor der eigentlichen Deckensanierung. Spätestens in fünf Jahren sei sie notwendig, um die Verkehrssicherheit sicherzustellen.

Das kommt nach dem Turm dran

Der Turm selbst ist als eigenständige Konstruktion am Kirchenschiff errichtet worden, sodass vom Geläut der Glocken keine Erschütterungen in die Kirche übertragen werden.

Dann erst soll die Decke wieder instandgesetzt werden. Dafür werden neuartige Methoden angewandt. Um die zu erproben, soll die Decke zunächst in Höhe der drei Skulpturen Liebe, Glaube. Hoffnung von Christian-Daniel Rauch geöffnet und dann mit der Reparatur begonnen werden.

Video produziert

Zuvor muss das Dach stabilisiert werden, das durch Stürme Verformungen im Gebälk aufweist.

Kantor Knobbe hat ein vom Posaunenchor musikalisch gestaltetes Video über die anstehenden Schutzmaßnahmen produziert, das auf You Tube zu finden: „Stadtkirche Bad Arolsen: So geht´s weiter“. (Von Armin Haß )

Auch interessant

Kommentare