Vorlesestunde mit Bürgermeister und anderen Promis an der Kaulbach-Schule

Vorbilder wecken die Lust am Lesen

+
Zum bundesweiten Vorlesetag wurde auch in der Bad Arolser Kaulbachschule gelesen. Mit dabei waren (v.r.) Stadtrat Udo Jost, FWG-Vorsitzender Walter Hufenreuter, Bürgermeister Jürgen van der Horst, MdL Armin Schwarz, Schulleiterin Rosel Reiff, Lehrer David

Bad Arolsen - Der wachsenden Lese-Unlust von Jungen hat die Kaulbachschule ein Schnippchen geschlagen und zum bundesweiten Vorlesetag prominente Vorleser eingeladen.

Etwa die Hälfte aller Bad Arolser Haupt- und Realschüler kam am gestrigen Freitag in den Genuss der Lesestunde. Diese sollte vor allem eines bewirken: Lust darauf machen, selbst ein Buch in die Hand zu nehmen. Der Lesestoff war dabei so unterschiedlich wie die Gäste, die sich vorab zur „Lagebesprechung“ mit der stellvertretenden Schulleiterin Rosel Reiff und Koordinator David Flore in der Schulbücherei trafen. Der vielseitig tätige Künstler und „Vorleseprofi“ Henning H. Drescher hatte dazu seine selbstverfassten Märchen- und Sagenbücher mitgebracht. Bürgermeister Jürgen van der Horst setzte mit „Der Junge im gestreiften Pyjama“ auf ernstere Kost, ebenso wie Stadtrat Udo Jost, der mit „Deckname Artur“ aus der jüngeren Geschichte der Residenzstadt las. Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur hatten sich dagegen Landtagsabgeordneter Armin Schwarz mit Tolkiens „Hobbit“ und FWG-Vorsitzender Walter Hufenreuter mit Preußlers „Krabat“ ausgesucht.

„Ich freue mich, dass wir so viele Männer für die Veranstaltung gewinnen konnten“, betonte die Schulleiterin, die ihrerseits als Vorleserin antrat. Männer seien als Lesevorbilder für Jungen immens wichtig. Während Mädchen häufig ein Buch nach dem anderen verschlingen würden, sei es ganz schwierig, Jungs zum Lesen zu motivieren. Damit gehe dann oft eine niedrige Lesekompetenz einher, wie Reiff ausführte. Schätzungen zufolge würden etwa fünf bis fünfzehn Prozent der Jungen als Erwachsene zu sogenannten Sekundär-Analphabeten mit stark eingeschränktem Lesevermögen heranreifen. „Das ist erschreckend“, befand nicht nur die Schulleiterin.

Als dreifacher Vater sprach Bürgermeister van der Horst vom Vorlesetag als einem „klugen Projekt“. Um Jungs zum Lesen zu bekommen, müssten gezielter Themen aufgegriffen werden, die Jungen interessieren. In der Kaulbachschule hat man dies bereits erkannt, wie Reiff erklärte: „Wir haben gerade fünfzehn Detektiv-Romane für Jungen bestellt.“ Entscheidend sei allerdings die Vorbild-Funktion im Elternhaus, zu der es gehöre, dass auch der Vater mal ein Buch in die Hand nehme: „Das ist mit nichts in der Schule aufzuwiegen.“(sim)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare