Gläubige sollen zu Hause beten

Vorläufig keine katholischen Sonntagsmessen in Bad Arolsen

Die katholische Kirche in der Großen Allee wurde aufwendig renoviert und an das Nahwärmenetz angeschlossen. Foto. Elmar Schulten
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Leere Sitzbänke in der katholischen Kirche an der Großen Allee in Bad Arolsen: Die Sonntagsmessen fallen wegen der Corona-Gefahr vorläufig aus.

Die aktuelle Sorge um die Ausbreitung des Coronavirus veranlasst auch die Kirchen zu drastischen Vorsichtsmaßnahmen.

Bad Arolsen. So hat der Pfarrer der katholischen Pfarrgemeinde St. Johannes Baptist, Peter Heuel, schweren Herzens entschieden, bis auf weiteres keine Sonntagsmessen mehr zu feiern. Heuel: „In Verantwortung für die vielen alten und kranken Menschen, die jeden Sonntag unseren Gottesdienst besuchen, halte ich es für angemessen, diese schwere Entscheidung zu treffen.“ Das Ansteckungsrisiko sei einfach zu groß.

Heuel weiter: „Wir haben uns gefragt, ob wir noch eine Woche warten sollten. Ich bin aber der Meinung: Rumeiern bringt nichts. Wenn schon, dann muss man möglichst früh handeln.“

Die katholische Kirche in der Großen Allee bleibe aber für einzelne Besucher geöffnet. Das Treffen der Kommunionkinder am Sonntag müsse jedoch ausfallen.

Zu Hause beten, TV-Gottesdienst verfolgen

Die Gläubigen seien aufgefordert, zu Hause zu beten und die Übertragungen der katholischen Gottesdienste im Fernsehen zu verfolgen. Auch im Internet gebe es gute Angebote, so etwa unter www.katholisch.de

Das Erzbistum in Paderborn teilte gestern mit, dass bis auf weiteres auch sämtliche Firmfeiern abgesagt seien. Wegen der Infektionsgefahr sei zudem die Mundkommunion untersagt. Erzbischof Hans-Josef Becker erklärte, die Absage der Firmfeiern sei ein Zeichen der Solidarität mit jenen Menschen, für die eine schnelle Ausbreitung des Virus eine existentielle Gefahr bedeuten könne.

Ebenfalls zum Schutz vor einer möglichen Infektion sei sicherzustellen, dass sich vor und nach dem Austeilen der heiligen Kommunion alle Zelebranten, Konzelebranten, Kommunionhelferinnen und Kommunionhelfer, Leiterinnen und Leiter von Wort-Gottes-Feiern im Kirchenraum sorgfältig mit Seife die Hände waschen. Das aktuelle Verbot der Mundkommunion könne in einigen Kreisen der katholischen Kirche auf Unverständnis stoßen, doch zwinge die rasche Verbreitung des Coronavirus dazu.   es

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