Konzept für die Gemeinde Twistetal vorgelegt

Vorschläge für den Klimaschutz

Twistetal - Das Ziel ist ehrgeizig: Bis 2030 sollen Strom und Wärme in Twistetal aus erneuerbaren Energien erzeugt werden. Dazu wurden im vorigen Frühjahr Klimaschutzkonzept für Twistetal, Bad Arolsen und Diemelstadt in Angriff genommen.

Über den aktuellen Zwischenstand in Twistetal informierte Diplom-Geograph Georg Trocha von der BDO Technik- und Umweltconsulting Düsseldorf am Montagabend die Gemeindevertretung Twistetal in der Gaststätte Scheele. Mit Unterstützung von Bundesmitteln hat das Unternehmen bereits zusammen mit dem Büro Synergie Komm in Bonn für Volkmarsen und Breuna ein Klimaschutzkonzept erstellt: Darin werden der Verbrauch von elektrischer und Wärmeenergie und der Kohlendioxid-Ausstoß zwischen 1990 und 2012 analysiert und das Potenzial für eine stärkere Nutzung von erneuerbaren Energie erkundet. Fazit in Twistetal: Dort wird bereits durch Windkraftanlagen die Menge des konsumierten Stroms aus Windmühlen erzeugt. Überdurchschnittlich groß ist die Nutzung von Photovoltaikanlagen. Geringe Bedeutung hat die Nutzung von Biomasse und Wasserkraft. Biogasanlagen finden sich in Twistetal gar nicht. Die 160 Seiten starke Zusammenfassung legt unter anderem die verstärkte Nutzung von Biomasse von dem Lagerplatz für Baum- und Strauchschnitt an der Kläranlage Twistetal ins Spiel: Warum die Biomasse noch zur Biomülldeponie nach Flechtdorf fahren, wenn sie sich auch für die Erzeugung von Wärme- und elektrischer Energie vor Ort nutzen ließe? Inwieweit dieses Potenzial wirtschaftlich nutzbar ist, muss freilich geklärt werden. Verglichen mit stärker industriell strukturierten Kommunen und Regionen, fällt der Austoß an Kohlendioxid in Twistetal nicht so sehr ins Gewicht, wie die Zahlen aus dem Klimaschutzkonzept veranschaulichen. Gleichwohl sollen die Möglichkeiten zur Verringerung der klimaschädlichen Gase genutzt werden. Kritisch unter die Lupe zu nehmen wären nach Auffassung von Trocha die Maßnahmen zur Wärmedämmung in älteren Gebäuden. Hier würde eine stärkere Nutzung von Solarthermie den Verbrauch an fossilen Brennstoffen und damit den Ausstoß an Kohlendioxid senken. Hohes Potenzial böte die bisher kaum genutzte Erdwärme, allerdings würde die Installation der Technik für 150 mögliche Anlagen mit 1,9 Millionen Euro zu Buche schlagen.Das vorliegende Konzept umfasst 100 Vorschläge, um dem Ziel der Energieeinsparung und der Reduzierung des Kohlendioxidausstioßes im privaten wie im kommunalen Bereich (u.a. Dorfgemeinschaftshäuser) näher zu kommen. Neben dem technischen Potenzial sollen dabei auch die örtlichen Sichtweisen und die Möglichkeiten der Wertschöpfung in der Region berücksichtigt werden. Schließlich will die Kommune nicht Scharen von Investoren anlocken, die Windkraftanlagen bauen wollen, die wiederum die Bürger nicht gerne sehen. (ah)

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